whatshotTopStory

Mann soll Ex-Freundin erpresst und mit dem Tod bedroht haben

von Frederick Becker


Das Amtsgericht in Peine. Foto: Frederick Becker
Das Amtsgericht in Peine. Foto: Frederick Becker Foto: Frederick Becker

Artikel teilen per:

14.02.2017

Peine. Am heutigen Valentins-Dienstag musste sich das Amtsgericht mit dem verstörenden Ende einer Liebesbeziehung verfassen. In den Prozess geht es um körperliche Attacken, verbale Beschimpfungen und Erpressung und Morddrohungen.



Die Verhandlung gestaltete sich chaotisch, der Angeklagte war mit zwei Anwälten vertreten. Einer der beiden Juristen hatte das Madat frisch übernommen und nach eigener Aussage im Vorfeld der Verhandlung nur wenig Gelegenheit gehabt, sich mit seinem Mandanten auszutauschen. Der Zweite hatte das Mandat im Verlauf des nun dreiVerhandlungstage andauernden Prozesses zwischenzeitlich niedergelegt, jedoch kurz vor dem Verhandlungstag wieder aufgenommen. Auch er hatte nach eigenem Bekunden nur wenig Zeit gehabt, sich in den Fall einzuarbeiten. Bevor die Staatsanwältin die Anklage verlesen konnte, musste man außerdem noch eine gute Viertelstunde auf einen der beiden Schöffen warten, der sich verspätet hatte.

Zum Sachverhalt: Der 48-jährige Angeklagte, der mittlerweile in Thüringen lebt, war zwischen Oktober 2014 und Februar 2015 mit der Geschädigten in einer Liebesbeziehung. Die Frau ist Mutter dreier Kinder. Als die Beziehung auseinander ging, soll er die Frau im Streit geschubst haben. Zwei Tage später sprach er ihr laut Anklage auf die Mailbox , dass sie "der letzte Arsch" für ihn sei.

Am Folgetag sollte ein klärendes Trennungsgespräch stattfinden. Wer sich indes von wem trennen wollte, darüber gehen die Angaben auseinander. In jedem Fall soll der Angeklagte bei diesem Gespräch von seiner Ex-Freundin 50.000 Euro gefordert haben. Andernfalls werde die Frau samt ihrer Kinder "in vielen kleinen Plastiktüten enden", dafür würden seine Freunde dann schon sorgen. Daraufhin erstattete die Frau Anzeige.

Einer der Verteidiger des mutmaßlichen Erpressers legte daraufhin die gesammelten Whatsapp-Nachrichten des Paares auf Papier ausgedruckt vor und versuchte anhand dessen zu verdeutlichen, dass die Vorwürfe gegen seinen Mandanten fragwürdig seien. Das Gericht zeigte sich wenig beeindruckt. Beide Verteidiger bekundeten ihre Bereitschaft, den Fall gänzlich in die Hände des jeweiligen Kollegen zu geben. Wie es weitergeht, ist jedoch noch nicht klar, denn die Verhandlung wurde ausgesetzt. Der Grund: Zwei Zeugen waren nicht erschienen.


zur Startseite