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Umgetaltung des Hagenmarktes in Braunschweig - Verwaltung stellt neue Entwürfe vor



Braunschweig

Mehr Grün auf dem Hagenmarkt - Das sind die überarbeiteten Entwürfe

In den überarbeiteten Entwürfen werden Änderungsanträge und Kritik und Anregungen aus der Bevölkerung berücksichtigt.

von Marvin König


Mehr Bäume und gleichzeitig mehr nutzbare Fläche für Veranstaltungen auf dem Hagenmarkt - Die Entwürfe für die Umgestaltung müssen beides unter einen Hut bringen. (Archivbild)
Mehr Bäume und gleichzeitig mehr nutzbare Fläche für Veranstaltungen auf dem Hagenmarkt - Die Entwürfe für die Umgestaltung müssen beides unter einen Hut bringen. (Archivbild) Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Mehr Bäume, mehr und ökologisch wertvolles Grün. Die Stadtverwaltung stellt in einer Pressemitteilung überarbeitete Entwürfe für die Neugestaltung des Hagenmarktes vor. Vorangegangen waren mehrere Bürgerforen und Workshops. Die Kritik und Vorschläge aus diesen Entwürfen seien in den neuen Entwürfen nun berücksichtigt worden.



Einer Reihe von Änderungsanträgen aus der Politik gemeinsam war der Wunsch nach mehr Grünanteilen. Entsprechend beauftragte die Verwaltung das Büro Ackerspartner Städtebau mit einer Überarbeitung der Lösungen A und B. Die Verwaltung stellt beide Varianten gleichwertig zur Diskussion und Entscheidung.

Die Planungsvariante A1.
Die Planungsvariante A1. Foto: Ackers Partner Städtebau / Stadt Braunschweig




In der Variante A1 ist die den Heinrichsbrunnen nach Norden umgebende Grünfläche im Vergleich zur Ursprungslösung A deutlich vergrößert worden. So wird der Anteil der wassergebundenen Fläche im Süden verringert. Bei einer Wassergebundenen Fläche kann Wasser im Gegensatz zu einer gepflasterten Fläche versickern. Sie werden im Stadtgebiet zumeist mit feinem Kies bedeckt und kommen häufig bei Baumscheiben zum Einsatz. Die Anzahl der Bäume wurde in dieser Variante von 19 auf 23 erhöht. Um den Grünanteil zusätzlich zu vergrößern, wurden auch in der Fläche der wassergebundenen Decke einzelne Bäume mit einer großen, intensiv begrünten Baumscheibe versehen. Die Grünflächen sollen in dieser Variante durch ökologisch wertvolle, teils blühende Gräser und Bodendecker stadtklimatisch wirksam bepflanzt werden.

"Die Variante A 1 ist eine Weiterentwicklung der Lösung A aus der Bürgerwerkstatt", erläutert Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. "In ihr sind die wesentlichen Planungsziele, die in der Beteiligung entwickelt wurden, erkennbar. Der Grünanteil wurde von neun auf 18 Prozent verdoppelt, die Anzahl der Bäume erhöht."


Drei Bereiche sind in dieser Lösung durch unterschiedliche Materialien gekennzeichnet. Eine hauptsächlich mit Pflaster belegte Fläche in den Randbereichen, der eng mit Bäumen bestandene Grünbereich im Norden zur Straße und ein ähnlich großer Bereich mit einer wassergebundenen Decke im Süden. Die mit den Bereichen gedanklich verbundenen Funktionen (Grün = Erholung, wassergebundene Decke = Aktion und Veranstaltung, Pflaster = Mobilität) werden in dieser Variante deutlich getrennt und stehen nebeneinander für sich.

Der Heinrichsbrunnen wird überwiegend von Grün umgeben und dadurch Richtung Norden vom Verkehr separiert. Das Brunnenumfeld wird deshalb zu einem eher introvertierten Raum, die Sichtbeziehung von Norden auf den Brunnen eingeschränkt. Die Sichtbeziehung aus der Casparistraße auf die Katharinenkirche wird durch die sehr zahlreichen Baumstellungen wieder eingeschränkt, wie dies in der ursprünglichen Konzeption aus den 1980er Jahren der Fall war.

Runde Pflanzinseln statt eckiger Formen


Die Variante B1
Die Variante B1 Foto: Ackers Partners Städtebau / Stadt Braunschweig



In der Variante B1 werden aus der Ursprungsvorlage vorhandene, begrünte Einzelbaumscheiben zu großen runden Pflanzinseln zusammengefasst. Dadurch wird der Grünanteil deutlich verstärkt. In den Pflanzinseln werden zusätzliche Bäume vorgesehen. Das Grundkonzept der Lösung B bleibt dabei gleich, eine große, geometrisch gefasste Fläche (wassergebundene Decke) umgibt den Heinrichsbrunnen, darin sind die Einzelbäume und neue kreisförmige Pflanzinseln locker verteilt. Die Grünflächen sollen durch ökologisch wertvolle, teils blühende Gräser und Bodendecker stadtklimatisch wirksam bepflanzt werden.

"Obwohl die kreisrunden Pflanzflächen deutlich größer geworden sind, ist der offene transparente Charakter dieser Lösung auch in der Weiterentwicklung nach wie vor spürbar", sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer". "Die verbliebenen Flächen der wassergebundenen Decke sind immer noch ausreichend groß, um dort verschiedene Nutzungen und Querungen zu ermöglichen. Der Platzraum wird nicht separiert in unterschiedliche Gestaltungs- und Nutzungsbereiche, sondern bleibt ein großer zusammenhängender Teilabschnitt des Platzraums Hagenmarkt. Der Heinrichsbrunnen kann sich in seiner kreisförmigen Konzeption ganz selbstverständlich in das Gesamtkonzept integrieren." Wichtige Sichtbeziehungen, zum Beispiel aus der Casparistraße kommend Richtung Brunnen und eingeschränkt auch Richtung Katharinenkirche sind in dieser Variante gegeben. Die Anzahl der Bäume stieg von 23 auf 28, und durch die großen Pflanzinseln konnte ein Grünanteil von 19 Prozent erreicht werden.

Wenig Sympathie für übrige Varianten



Die Varianten A2 und B2 hält die Verwaltung für ungeeignet.
Die Varianten A2 und B2 hält die Verwaltung für ungeeignet. Foto: Ackers Partner Städtebau / Stadt Braunschweig



Nicht zur Umsetzung empfohlen werden die Varianten A 2 und B 2. In der Variante A2 ist der Heinrichsbrunnen vollständig von Grün und dicht stehenden Bäumen umgeben. Auf die Anlage eines (zu) schmalen Streifens einer wassergebundenen Decke unterhalb dieser Grünfläche wird hier zugunsten einer durchgehenden Pflasterfläche verzichtet. Das unmittelbare Brunnenumfeld wird bei dieser Lösung zu einer Lichtung in einem dichten Grünraum. Dies beeinträchtigt die Wirkung und die Ausstrahlung des Heinrichsbrunnens erheblich, was einem wesentlichen Leitziel der Planung aus dem Beteiligungsprozess widerspricht. Zudem entsteht ein Ort, der sich mitten in der Stadt einer sozialen Kontrolle weitgehend entzieht.

In der Variante B 2 werden die bisher kreisförmigen Pflanzinseln zu sehr großen Inseln weiter zusammengefasst und erhalten eine freie gekurvte Kontur. Dieses neue Element der freien fließenden Form verbindet sich nicht harmonisch mit dem Heinrichsbrunnen und steht auch in einem Kontrast zur umgebenden geometrischen "Hüllform" der wassergebundenen Decke. Bei B 2 fehlt daher ein in sich stimmiger Entwurfsansatz. Die Sichtbeziehungen zum Brunnen und zur Katharinenkirche werden zudem stärker eingeschränkt als bei B 1.


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