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Mensch und Tier - Ein perverses Verhältnis

von Alexander Dontscheff


Das Schicksal eines Küken liegt zumeist in menschlicher Hand. Symbolfoto: Archiv/Robert Braumann
Das Schicksal eines Küken liegt zumeist in menschlicher Hand. Symbolfoto: Archiv/Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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04.04.2018

Tiere ziehen immer. Nicht umsonst ist der Leiferder Storch Fridolin mit seinen amourösen Eskapaden ein kleiner, regionaler Medienstar. Und jedes Jahr locken die süßen Osterküken zahlreiche Besucher ins Naturhistorische Museum in Braunschweig. Doch gerade das Beispiel des Baby-Huhns zeigt, dass im Verhältnis Mensch/Tier nicht nur Eitel-Sonnenschein herrscht.


Auf männliche Küken, die weniger Glück haben und nicht im Museum sondern in einem Mast- oder Legebetrieb zur Welt kommen, wartet zumeist der Schredder, da ihre Existenz unwirtschaftlich ist. Und auch ein anderer tierischer Protagonist des Osterfestes – das Lamm – ist auf dem Mittagstisch mindestens genauso gerne gesehen wie im Streichelzoo.

Bei den Tieren ist es also ähnlich wie bei den Menschen – Geburtsort und -umstände können eine entscheidende Rolle für das weitere Schicksal spielen. Eine Kuh wird eventuell als heilig verehrt, kann aber auch als Fast-Food verarbeitet werden. Als Hund ist man in unserem Kulturkreis „der beste Freund des Menschen“, in China aber durchaus ein Faktor auf dem Speiseplan. Und selbst als Elefant muss man nicht nur Großwildjäger fürchten, sondern seit neuestem auch den Verkehrstod auf spanischen Autobahnen.

In den genannten (und in vielen weiteren) Fällen ist es also der Mensch, der über Wohl und Wehe der Tiere entscheidet. Als leidenschaftlicher Fleischfresser werde ich mich an dieser Stelle hüten, die Nutztierhaltung als solches in Frage zu stellen oder wie manch Tierrechtler Tier und Mensch auf eine Stufe stellen. Dennoch kann man, wenn man das nächste Mal im Fernsehen eine der unzähligen Tierdokumentationen anschaut und dabei in sein Mettbrötchen beißt, ruhig einmal darüber nachdenken, ob unser Verhalten nicht doch etwas schizophren wenn nicht gar pervers ist.


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