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Mit Qualifizierungskurs in die Arbeitswelt


Produktionsleiter André Winkler, Katrin Benda von der Lebenshilfe, Tanja Sprenger, Melina Voges, Uta Karlowsky und der Schulleiter der CGLS, Peter Walte, beim Schneiden von Heidesandkeksen. Foto: Lebenshilfe
Produktionsleiter André Winkler, Katrin Benda von der Lebenshilfe, Tanja Sprenger, Melina Voges, Uta Karlowsky und der Schulleiter der CGLS, Peter Walte, beim Schneiden von Heidesandkeksen. Foto: Lebenshilfe

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10.12.2015




Wolfenbüttel. Die Produktion in der Hauptfiliale der Altstadtbäckerei Richter läuft auf Hochtouren. Die Mitarbeiter tragen oder reinigen Bleche und stechen Leckereien aus. In diesem Betriebsumfeld arbeiten seit November diesen Jahres auch drei junge Menschen mit Behinderungen, die zuvor in einem Qualifizierungskursus an der Carl-Gotthard-Langhans-Schule (CLGS) auf ihre Helfertätigkeiten vorbereitet wurden.

Kooperationspartner bei der Aktion, die unter dem Motto „Raus aus einer Beschäftigungsmaßnahme und rein in die reale Arbeitswelt“ steht, ist die Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel. Der Qualifizierungskursus beinhaltet drei Phasen und erstreckt sich vom September vergangenen Jahres bis zum Juni 2016. Dabei wurden die ersten beiden Phasen ausschließlich bei der CGLS umgesetzt. „Zunächst ging es darum, die Teilnehmer des Kurses sowie ihre Fähigkeiten kennenzulernen“, berichtet CGLS-Fachlehrerin Uta Karlowsky. Zudem seien Aspekte wie Hygienemaßnahmen und Arbeitsläufe in Betrieben vertieft worden. In einem zweiten Schritt arbeiteten die Kursteilnehmer in der schuleigenen Cafeteria und halfen bei der Zubereitung und Ausgabe frischer Gerichte. „In der dritten und letzten Phase vollziehen wir nun den Weg in die reale Arbeitswelt“, fügt Karlowsky hinzu.

„Sie sind voll motiviert"


Sechs Teilnehmer hat der Kurs insgesamt, drei arbeiten bei der Arbeiterwohlfahrt in Wolfenbüttel, die anderen drei in der Produktion der Altstadtbäckerei Richter. Olaf Dilla, Tanja Sprenger und Melina Voges helfen jeden Mittwoch in Richters Backstube. Dabei übernehmen sie vielfältige Tätigkeiten, vom Bleche-Reinigen übers Fertigen von Laugenstangen bis hin zum Schneiden von Heidesandkeksen. André Winkler, Produktionsleiter bei der Altstadtbäckerei, lobt die neuen Mitarbeiter: „Sie sind voll motiviert und schätzen ihre Arbeit wert. Zudem führen die drei ihre Aufgaben schon selbstständig durch und denken bei den Arbeitsabläufen mit.“ Winkler sei außerdem froh darüber, dass Dilla, Sprenger und Voges mit einer sehr offenen und herzlichen Art an die Aufgaben herangehen.

Vielfältige Ziele



Unter Aufsicht von Fachlehrerin Uta Karlowsky (rechts) bringen Melina Voges (von links) und Tanja Sprenger die Teigformen der Laugenkastanien in den Kühlungsraum. Foto: BU 1: Unter Aufsicht von Fachlehrerin Uta Karlowsky (rechts) bringen Melina Voges (von links) und Tanja Sprenger die Teigformen der Laugenkastanien in den Kühlungsraum. Lebenshilfe



Die Ziele der Aktion sind vielfältig. Zum einen steht der wirtschaftliche Aspekt im Mittelpunkt: „Es geht darum, dass unsere Teilnehmer in den Arbeitsalltag eines Wirtschaftsbetriebes aufgenommen werden und Helfertätigkeiten ausführen können. Durch die erlangten beruflichen Kompetenzen sollen die Kursteilnehmer später einem bezahlten Tätigkeitsfeld nachgehen können“, erklärt Peter Walte, Oberstudiendirektor und Schulleiter der CGLS. Katrin Benda vom Qualifizierungs- und Vermittlungsdienst der Lebenshilfe sieht darüber hinaus noch eine soziale Komponente: „Durch die Arbeit im Betrieb erlernen die Teilnehmer auch soziale Kompetenzen. Ich denke, dass die Aktion den jungen Menschen mit Behinderungen neue Perspektiven gibt.“ Walte ergänzt: „Die Tätigkeiten in der Arbeitswelt verhelfen den Teilnehmern natürlich auch zu mehr Selbstständigkeit, persönlicher Lebensqualität und Selbstvertrauen.“

"Der Lernprozess verläuft optimal“


Diese Feststellung des Direktors bestätigen die drei Teilnehmer. Sie wirken fröhlich und erfüllt, während sie in der Produktion der Bäckerei helfen. Tanja Sprenger und Melina Voges sagen unisono: „Die anderen Mitarbeiter sind sehr nett und hilfsbereit im Umgang. Am meisten Spaß macht das Ausstechen von Laugenkastanien und das Fertigen der Heidesandkekse.“ Ob die Teilnehmer von der Altstadtbäckerei später übernommen werden, vermag Produktionsleiter Winkler noch nicht vorherzusagen. „Ich kann es mir aber super vorstellen“, betont er. Uta Karlowsky jedenfalls ist stolz auf ihre Kursteilnehmer – und verständlicherweise auch ein bisschen auf sich selbst. „Ich arbeite ja seit 2014 mit ihnen zusammen und musste die Teilnehmer erst einmal dahinführen, teamfähig zu werden und viel zu sprechen. Ich bin sehr zufrieden mit allen, denn der Lernprozess verläuft optimal“, freut sich
die CGLS-Lehrerin.


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