Mordfall Karsten Manzcak - Warum die Polizei jetzt nach einer verwaisten Baustelle sucht

Die Polizei bittet erneut die Bevölkerung um Mithilfe. Dabei geht es um nichts geringeres als den möglichen Ablageort der Leiche.

Es geht unter anderem um Bauzaunelemente wie diese.
Es geht unter anderem um Bauzaunelemente wie diese. | Foto: Frederick Becker

Goslar. Im Rahmen der Ermittlungen um den ungelösten Fall Karsten Manczak sind der in diesem Fall tätigen Mordkommission "Fortuna" ungewöhnliche Einkäufe des Beschuldigten aufgefallen, für die es trotz intensiver Bemühungen im derzeit bekannten persönlichen Umfeld des Beschuldigten keine nachvollziehbaren Beweggründe gebe. Die Polizei bittet laut einer Pressemitteilung nun um Hinweise auf den Verbleib von jeweils mehreren Rasengitterplatten, sogenannten Baustahlmatten und Bauzaunelementen samt Standfüßen.


Die Ermittlungen der seit knapp zwei Monaten eingerichteten Mordkommission "Fortuna", die sich mit dem Verschwinden des 51-jährigen Karsten M. aus Liebenburg beschäftigt, laufen ungeachtet der Inhaftierung eines unter Mordverdacht stehenden 50-jährigen Tatverdächtigen aus Othfresen weiterhin auf Hochtouren. Der Leichnam von Karsten Manczak konnte bislang noch nicht gefunden werden. Die gesuchten Gegenstände wurden im Rahmen der großangelegten Durchsuchungsaktion am 18. Mai, bei der der Beschuldigte festgenommen wurde, nicht gefunden.


Käufe erfolgten nach Veröffentlichungen der Ermittler


Auffällig sei jedoch, dass die Käufe jeweils in engem zeitlichen Zusammenhang zu bestimmten Ermittlungshandlungen der Mordkommission liegen, die öffentlich gemacht wurden. So wurden durch den Beschuldigten am 20. April zwei Rasengitterplatten grau, 60 x 40 x 8 cm, und acht Baustahlmatten, 230 x 100 cm, gekauft. Ferner wurden durch den 50-Jährigen am 30.04.2021 insgesamt acht Bauzaunelemente sowie acht Betonfüße besorgt. Die Elemente haben die Maße B/H: 350 cm / 200 cm. Für die Käufe hatte der Beschuldigte in dem Zeitraum verschiedene Mietfahrzeuge (Transporter / Anhänger) zur Verfügung.

Oben links, Standfüße und Bauzaunelemente. Unten rechts, eine Rasengitterplatte.
Oben links, Standfüße und Bauzaunelemente. Unten rechts, eine Rasengitterplatte. Foto: Polizei



Die Umzäunung könnte immer noch stehen


Der Bereich des Expo-Geländes in Hannover, beziehungsweise der Flughafen Langenhagen, kann nach derzeitigem Ermittlungsstand als möglicher Ablageort des Leichnams nicht ausgeschlossen werden. Es sei durchaus möglich, dass diese Umzäunung immer noch eingerichtet ist.

Daher wendet sich die Mordkommission "Fortuna" am heutigen Freitag mit folgenden Fragen an die Bevölkerung:

• Wem aus dem persönlichen Umfeld des Beschuldigten sind diese Einkäufe, beziehungsweise Bauaktivitäten bekannt?
• Wer aus seinem Bekannten- und Freundeskreis kann nähere Angaben zu einer möglichen Baustelle machen?
• Wer aus dem persönlichen Umfeld des Beschuldigten hat von diesem die Bauzäune für seine eigenen Bautätigkeiten geliefert bekommen?
• Wem ist im Zeitraum zwischen dem 30. April und dem 17. Mai eine Baustellenabsicherung dieser Größenordnung aufgefallen, an der
bis heute nicht gearbeitet wurde, die also nur als Absperrung dient?

Da es nicht auszuschließen sei, dass diese Umzäunung immer noch eingerichtet ist, bittet die Mordkommission die Bevölkerung darum, bei künftigen Spaziergängen auf eine mögliche, maximal 50 Quadratmeter große eingezäunte Fläche zu achten, auf der offensichtlich nicht gearbeitet wird.

Hinweise erbittet die Polizei Goslar unter 05321 / 3390 oder an jede andere örtliche Polizeidienststelle.


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