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Nach 16 Razzien: Hanfladen in Wolfsburg eröffnet



Wolfsburg

Nach 16 Razzien: Hanfladen in Wolfsburg eröffnet

"Wir freuen uns auf den neuen Standort in einem großen Einkaufszentrum. Online hatten wir bisher im Raum Wolfsburg eine sehr gute Resonanz", betonte Wenzel Cerveny (60), Gründer von "Hanf - der etwas andere Bioladen".

von Martin Laumeyer und Axel Otto


Die Angestellten des neuen Hanfladens nebst Maskottchen.
Die Angestellten des neuen Hanfladens nebst Maskottchen. Foto: Axel Otto

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Wolfsburg. In die Autometropole an der Aller ist ein neues Geschäft gezogen: "Hanf - Der etwas andere Bioladen". Der Laden bietet, laut eigenen Angaben, "gesunde Produkte" aus der Hanfpflanze. regionalHeute.de hat dem Geschäft einen Besuch abgestattet.



Die in Deutschland bisher fast nur in Bayern, aber auch in anderen europäischen Ländern aktive Einzelhandelskette "Hanf- der etwas andere Bioladen" ist nun auch in Wolfsburg. Auf 72 Quadratmetern finden Hanffreunde ein Sortiment mit rund 400 Produkten. An Sankt Martin öffnete das Geschäft im ersten Obergeschoss der City-Galerie seine Pforten. "Wir freuen uns auf den neuen Standort in einem großen Einkaufszentrum. Online hatten wir bisher im Raum Wolfsburg eine sehr gute Resonanz", betonte Wenzel Cerveny (60), Gründer von "Hanf - der etwas andere Bioladen" bei der Eröffnung des mittlerweile 16. Ladengeschäfts in Mitteleuropa.

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16, das ist auch die Anzahl an Razzien, die die Kette allein im Jahre 2019 erlebt haben soll. Dabei sei Ware im Wert von einer viertel Millionen Euro beschlagnahmt worden. Laut Angaben der Gründer haben diese Razzien jedoch nicht zu einer weiteren strafrechtlichen Verfolgung geführt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft sei dabei der, des organisierten bandenmäßigen Drogenhandels gewesen. Um nämlich legal Cannabidiol (CBD)-Produkte verkaufen zu dürfen, muss der THC-Gehalt unter der Grenze von 0,2 Prozent liegen. Aber die Staatsanwaltschaft sei mit dem Argument vorgetreten, dass aufgrund der Masse an Produkten theoretisch eine THC-Menge von 35 Gramm extrahiert werden könnte. Gesetzlich geregelt ist auch die Anzahl und Arten der Pflanzen: 52 Sorten aus zertifiziertem EU-Nutzhanfanbau sind zur Weiterverarbeitung erlaubt.

Senioren die größte Zielgruppe


Wenzel Ceverny, Gründes des neuen Hanfladens in Wolfsburg.
Wenzel Ceverny, Gründes des neuen Hanfladens in Wolfsburg. Foto: Axel Otto


Um diese gesetzlichen Grenzen nicht zu überschreiten, laute daher die Devise "vom Hanffeld in den Laden". "Wir arbeiten nur mit Leuten, auf die wir uns verlassen können“, erzählt Ceverny im Gespräch mit regionalHeute.de. Die Kundschaft bestehe darüber hinaus insgesamt zu 50 Prozent aus Senioren, worin sich der Laden von anderen Geschäften, die eher für junge Leute gedacht sind, unterscheide. Gerade deshalb bewege man sich im "stark wachsenden Markt des Wellness-Cannabis", wie Cerveny ergänzt, sodass man sich auf Hanfprodukte mit dem nicht-psychoaktiven Wirkstoff CBD konzentriere.

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Ferner sei der Hanfladen als Anlaufstation für Patienten gedacht, die sich über die Auswirkungen des seit 2017 geltenden "Cannabis als Medizin-Gesetzes" unterhalten möchten. Aber auch der Abbau von Vorurteilen und die Aufklärungsarbeit habe man sich als Aufgaben vorgenommen. Hier sei erwähnt, dass sich die Gründer bereits seit 2013 für Legalisierungsbegehren einsetzen. Bei diesen Aktivitäten sei erst die Idee zum Hanfladen entstanden, da man gemerkt habe, dass medizinische Hanfprodukte zu jener Zeit qualitativ nicht hochwertig genug gewesen seien.


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