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Nach Hochwasserverharmlosung - CDU geht auf Distanz zu Adam

von Nino Milizia


Ralph Bogisch hält die Aussagen von Wolfram Adam für "unzutreffend, übereilt und ohne Hintergrundwissen". Foto: CDU Goslar
Ralph Bogisch hält die Aussagen von Wolfram Adam für "unzutreffend, übereilt und ohne Hintergrundwissen". Foto: CDU Goslar Foto: CDU Goslar

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01.08.2017

Goslar. Wolfram Adam, CDU Stadtverband Seesen, hatte mit einem Facebook-Post für einen handfesten Eklat gesorgt. Darin hatte er die Hochwassersituation verharmlost und Debatten über wichtigere Themen gefordert. Kritik kam nun auch aus den eigenen Reihen. Ralph Bogisch, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Goslar, äußerte sich gegenüber unserer Redaktion.



"Gut, dass es nichts besseres zu berichten gibt als ein bisschen Wasser. Zig Tausend neue Flüchtlinge in Deutschland, aber ein paar geflutete Keller in den Bereichen, die eh andauernd unter Wasser stehen, sind ganz oben.", hatte Wolfram Adam bei Facebook kommentiert und damit ein geballtes Medienecho ausgelöst. Auf Adam angesprochen äußerte sich nun Ralph Bogisch unmissverständlich: "Der CDU Kreisverband distanziert sich ausdrücklich und deutlich von den Äußerungen von Herrn Adam. Herr Adam hat inzwischen auch den Austritt aus der CDU erklärt." Er selbst als Vorsitzender der CDU im Kreis Goslar habe sich intensiv über die Situation der Hochwasserschäden informiert und sei vor Ort unterwegs gewesen. "Als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker, als Landtagskandidat, aber auch aufgrund meines Berufes als Versicherungskaufmann, vor allem aber als Mensch und Mitbürger. Wie viele meiner Parteikollegen auch.", so Bogisch.

Für die CDU sei selbstverständlich, sich solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen und zu helfen. Man wolle es nicht sonderlich betonen, aber man habe am vergangenen Samstag in Goslar eine Veranstaltung der Partei abgesagt, um die Teilnehmer in den Arbeitseinsatz schicken zu können. Dazu habe man eigene Hilfsangebote organisiert und Unterstützung vermittelt. "Ich selbst bin mit meiner Familie seit Mittwoch an der Abzucht und helfe den Anwohnern dort. Helfer aus der Partei und Freunde der CDU haben mit mehreren Arbeitseinsätzen mit angepackt. Wir wissen um die Dramatik und das Ausmaß und unterstützen nach unseren Möglichkeiten. Und wir sind lange nicht am Ende.", schilderte der Vorsitzende des Kreisverbands seine Sicht der Lage.

Aussagen von Adam "unzutreffend, übereilt, ohne Hintergrundwissen"


Es handele sich nach seinen Erfahrungen, nach Angaben der Bürger und nach Meinung der Einsatzleiter um ein Schadenereignis noch nie gekannten Ausmaßes. Daher seien die Aussagen von Herrn Adam unzutreffend, übereilt, ohne Hintergrundwissen und "zeigen deutlich, dass Politik näher am Bürger zu sein hat. Ich bedaure diese Äußerungen eines CDU Mitgliedes und möchte mich ausdrücklich für dieses Fehlverhalten bei den Betroffenen in aller Form entschuldigen." Man könne sich gewiss sein, dass man alle Betroffenen weiter unterstützen und auch politisch alles dafür tun werde, weiter Hilfen für die Geschädigten zu realisieren.

Wie es scheint, hat Wolfram Adam mittlerweile seinen Facebook-Account gelöscht und war bislang für unsere Redaktion nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.


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