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Nach Todesfällen: Sind Asylbewerber häufiger Nichtschwimmer?



Braunschweig

Nach Todesfällen: Sind Asylbewerber häufiger Nichtschwimmer?

von Alexander Dontscheff


Die Zahl der Nichtschwimmer steigt allgemein. Symbolfoto: pixabay
Die Zahl der Nichtschwimmer steigt allgemein. Symbolfoto: pixabay Foto: Pixabay

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Braunschweig. Kürzlich ertrank im Salzgittersee ein 20-jähriger Afghane. Im vergangenen Jahr kam ein gleich altriger Asylbewerber am Bernsteinsee ums Leben. regionalHeute.de ging der Frage nach, ob der Anteil der Nichtschwimmer in dieser Personengruppe besonders hoch ist, ob den Kommunen dieses Problem bewusst ist und ob es entsprechende Maßnahmen gibt.



"Genaue Zahlen sind nicht bekannt, es wird aber davon ausgegangen, dass der überwiegende Teil der Asylbewerber Nichtschwimmer sind", erklärt Juliane Meinecke vom Referat Kommunikation der Stadt Braunschweig.

Im Rahmen der Unterbringung werde durch die betreuenden Sozialpädagogen ansonsten durch die Koordinierungsstelle für Geflüchtete im Büro für Migrationsfragen auf die Möglichkeit des Besuchs von Schwimmkursen hingewiesen. Am Wohnstandort Bienrode, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich der Bienroder See befindet,sei für die Bewohnerinnen und Bewohner eine Informationsveranstaltung mit der DLRG durchgeführt worden. "In Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund, der Freiwilligenagentur, dem Polizeisportverein und anderen Kooperationspartnern werden spezielle Schwimmkurse für Männer, Frauen und Kinder angeboten und durchgeführt", so Meinecke abschließend.

Nicht nur Asylbewerber können nicht schwimmen



Die Baderegeln auf Afghanisch. Foto: DLRG



Auch die DLRG ist sich der Problematik bewusst. Generell gebe es einen sehr großen Nichtschwimmeranteil in ganz Deutschland - nicht nur unter Personen mit Migrationshintergrund, erklärt Nicola Dubacher vom DLRG Landesverband Niedersachsen auf Anfrage von regionalHeute.de. "Ungefähr jedes zweite Kind kann beim Verlassen der Grundschule nicht sicher schwimmen. Aufgrund von Bäderschließungen und damit wegfallenden Wasserflächen für die DLRG und weiterer Schwimmvereine, wird es leider immer schwieriger, ausreichend Kurse durchzuführen", so Dubacher. Die Wartezeit auf einen Schwimmkurs für Kinder liege im Durchschnitt bei mehreren Monaten bis zu 1,5 Jahren. Hierseien die Kommunen gefragt, die Bäder zu erhalten anstatt zu schließen.

Die DLRG habe die Baderegeln in über 23 Sprachen übersetzen lassen sowie Plakate mit Piktogrammen erstellt, um auf die Gefahren am und im Wasser aufmerksam zu machen.Diese Baderegeln stellt die DLRG allen Personen zum kostenlosen Download bereit: https://www.dlrg.de/informieren/regeln/download-uebersetzungen.html.Diesessei auch in den Medien und in der Politik entsprechend publik gemacht worden. Ebensoseien in vielen Flüchtlingsheimen die verschiedensprachigen Baderegeln und Plakate bekannt gemacht worden.

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