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Neubaugebiet: 26 Bäume sollten kurzfristig gefällt werden

von Robert Braumann


Symbolfoto: Archiv/ Braumann
Symbolfoto: Archiv/ Braumann Foto: Robert Braumann

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08.02.2017

Braunschweig. Auf dem ehemaligen Gelände der Braunschweiger Zeitung entsteht in den kommenden Jahren ein Neubaugebiet. Es entstehen Wohnungen und Supermärkte. Der Investor wollte schon vor der Aufstellung des Bebauungsplanes Bäume fällen - der Planungs- und Umweltausschuss diskutierte kontrovers, das Vorhaben wurde erst einmal nicht angenommen.


Laut Verwaltung wolle man die Umsetzung des Projektes nicht unnötig verzögern. Da bei der Beseitigung der Gehölze auch die zulässigen Zeiten berücksichtigt werden müssten, habe der Vorhabenträger geplant, die Arbeiten noch vor dem 28.02.2017 durchführen zu lassen. Da sich abzeichne, dass die Bäume an dieser Stelle langfristig nicht erhalten werden können, war die Verwaltung durchaus gewillt, dem Vorhaben des Investors zu folgen.

Deutliche Kritik


Das stieß im Planungs- und Umweltausschuss aber auf Kritik. Linke, BIBS und Grüne waren gegen die Kurzfristigkeit. Die Verwaltung konnte nicht genau sagen, wie alt die Bäume vor Ort sind, um welche Arten es sich genau handelt und wo die Ausgleichsmaßnahmen durch Neupflanzungen angelegt werden. "Es ist völlig nebulös was da passiert, ich wäre dafür das erst einmal wieder in eine vernünftige Planung einsteigen", befand Wolfgang Büchs, BIBS.Beate Gries, Grüne pflichtete ihm bei, es werde zu wenig Rücksicht auf den Baumbestand genommen. Vielleicht könne man die Bäume auch in das neue Ensemble integrieren, wenn man es als Investor darauf anlegen würde. "Immer wieder handelt es sich um alte Bäume die gefällt werden und nicht einfach durch Neuanpflanzungen ersetzt werden können, so Dr. Goclik, Vertreterin der Umweltverbände. Sie habe das Gefühl, dass hier die Neubauten an erster Stelle kämen.

"Wi holzen nicht einfach ab"


Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, wies dies zurück. "Wir holzen einfach ab und fangen dann an zu planen, das ist völlig falsch. Wir versuchen einen vernünftigen Maßstab zu finden. Man sei immer darauf bedacht Bäume zu erhalten, auch wenn dies höhere Kosten verursachen würde. Die SPD sah es weniger kritisch, Manfred Dopperfuhl sagte, es handele sich überwiegend umHybrid-Pappeln, die sowieso leicht abgängig seien. "Wer weiß wie lange die stehen bleiben. Ich glaube Herr Leuer, dass durch die Ausgleichsmaßnahmen schon vernünftige Lösungen gefunden werden." Man sehe es eher kritisch, wenn man jetzt Verzögerungen herbeiführe.

Aufgrund der Kritik entschied sich die Verwaltung dazu, den Antrag erst einmal nicht abstimmen zu lassen. "Unsere Motivation kann es nicht sein da etwas über das Knie zu brechen", so Leuer. Man werde noch einmal auf den Investor zugehen und die Rahmenbedingungen genauer klären. Nicole Palm, SPD, befand, man müsse in diesem Zusammenhang aber auch unbedingt klären, welche Verzögerungen nun entstehen könnten, sollte dem Vorhaben des Investors nicht gefolgt werden.


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