Neue Autokennzeichen: Diese Orte aus unserer Region sind heiße Kandidaten

Der Bundesrat hat die Liberalisierung der Kfz-Kennzeichen beschlossen. In diesen beiden Orten gehen die Meinungen dazu aber weit auseinander.

von


Statt PE ein eigenes Kennzeichenkürzel zu haben: Für eine Gemeinde im Landkreis könnte das bald Wirklichkeit werden (Symbolbild).
Statt PE ein eigenes Kennzeichenkürzel zu haben: Für eine Gemeinde im Landkreis könnte das bald Wirklichkeit werden (Symbolbild). | Foto: Julia Fricke/Marvin König

Region. Das Land Hessen hatte die Initiative im Bundesrat ergriffen, am gestrigen Donnerstag traf die Versammlung die Entscheidung: Es soll mehr Freiheiten bei der Vergabe von Kfz-Kennzeichen geben. Die Idee ging zurück auf eine Studie des Heilbronner Professors Ralf Borchert. Auf der Grundlage seiner Forschung ist eine Liste mit möglichen neuen Kennzeichen-Kürzeln entstanden – aus unserer Region sind ILS für Ilsede (Kreis Peine) und HZB für Bad Harzburg (Kreis Goslar) vertreten. In diesen beiden Städten gehen die Meinungen dazu aber weit auseinander.



Es geht in beiden Fällen um völlig neue Buchstaben-Kombinationen für Nummernschilder – also nicht um reaktivierte Retro-Kennzeichen, die es zum Beispiel bereits im Landkreis Goslar (CLZ für Clausthal-Zellerfeld) oder Hildesheim (ALF für Alfeld) gibt. Auch geht es dabei nicht um die seit 2012 bestehende Möglichkeit, neue Kürzel zu vergeben, wenn ein Verbrauch der möglichen Kombinationen bevorsteht. Die Stadt Wolfsburg hatte sich dafür bereits WBG als Alternative zu WOB gesichert.

"Charmante" Idee kommt in Ilsede gut an


Es geht um neue Kürzel als Zeichen für regionale Identität. "Das wäre sehr charmant. Ich persönlich fände das super", sagt Nils Neuhäuser genannt Holtbrügge im Gespräch mit regionalHeute.de über die Plaketten mit dem Kürzel ILS statt dem derzeitigen PE für Peine. Der Bürgermeister der Gemeinde Ilsede hat sogar schon eine Idee, welche Kennzeichen die Flotte der Gemeinde dann zieren sollten. "Bei E-Fahrzeugen könnte man Ilsede sogar ausschreiben", erklärt Neuhäuser. Die Kennzeichen könnten dann das Format "ILS-ED 123 E" haben, blickt Neuhäuser voraus.

Der Bürgermeister schränkt aber auch ein: "Das Thema muss bei uns politisch diskutiert werden. Es müsste im Rat beschlossen werden." Zudem sei zu klären, ob die Vergabe eigener Kennzeichen einen Mehraufwand bedeuten würde – und wenn ja, wie groß der sei. "Das muss mit der Zulassungsstelle geklärt werden", so Neuhäuser.

Dann gelte es abzuwägen, ob sich der etwaige Mehraufwand trotzdem lohnt. Zu Identifikationszwecken sei es jedenfalls großartig. "Ich kann mir vorstellen, dass es viele Ilseder gibt, die das gut fänden", so Neuhäuser, der mit Blick auf die Bundesregierung vermutet: "Es ist vorstellbar, dass das zeitnah umgesetzt wird."

Bürgermeister: "Lieber WF als HZB"


Ganz anders klingt die Stimmungslage in der Stadt Bad Harzburg. Das vorgeschlagene Kennzeichen HZB statt dem bisherigen GS kommt zumindest beim Bürgermeister Ralf Abrahms nicht gut an. Zu nah sei die Buchstabenfolge an HZ – dem Kürzel des Nachbar-Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt. "Ich persönlich würde mir eher wünschen, dass wir wieder das Wolfenbütteler Kennzeichen zurückbekommen", sagt Abrahms im Gespräch mit regionalHeute.de. Bis 1974 war die Stadt Teil des Landkreises Wolfenbüttel, gehört seitdem zum Landkreis Goslar – mit dem entsprechenden Kfz-Kennzeichen GS.

Eine Eigenständigkeit und eigene Identität mit einem eigenen Kennzeichen-Kürzel am Auto zu zeigen, das soll die Initiative des Bundesrats ermöglichen. "Wir haben das lange beobachtet. Es wurde auch dem Rat vorgelegt. HZB ist aber durchgefallen", erklärt der Bürgermeister. Außerdem sei die Einwohnerzahl Bad Harzburgs laut Zensus unter 20.000 gesunken. Somit könnte die Stadt ohnehin aus der Liste der potenziellen Kandidaten verschwinden. In Ilsede leben derweil gut 21.500 Einwohner.

Der Bundesrat hat jetzt zwar den Beschluss gefasst und der Bundesregierung zugeleitet. Es ist aber nicht klar, wann und ob diese das Thema aufgreift und umsetzt. Zumindest in Ilsede, so scheint es, würde man eine schnelle Umsetzung begrüßen.