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Neue TeenScouts von „alten Hasen“ mit ausgebildet


Die TeenScouts mit Projektverantwortlichen und der Schulleiterin Frau Ulrike Eilers und Skulptur Herz. Stephanie Gobernack
Die TeenScouts mit Projektverantwortlichen und der Schulleiterin Frau Ulrike Eilers und Skulptur Herz. Stephanie Gobernack

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28.08.2017

Goslar. TeenScouts helfen seit einem Jahr in der Oberschule Bad Harzburg MitschülerInnen im Schulalltag. Sie unterstützen sie beim Hausaufgaben machen, lernen und lesen gemeinsam. Sie basteln und kochen mit ihnen oder Spielen in den Pausen miteinander. Nun wurden im Jugendtreff in Bad Harzburg weitere TeenScouts ausgebildet.



16 Schülerinnen und ein Schüler durchliefen die dreitägige Ausbildung bei Stephani Gobernack ( Beauftragte für Jugendsachen Landkreis Goslar ) sowie Claudia Hennek und Katharina Osadtschi ( Schulsozialarbeiterinnen der OBS Bad Harzburg ). Fünf TeenScouts aus dem letzten Jahr haben gleich die Gelegenheit genutzt, sich an der Ausbildung der „Neuen“ zu beteiligen. Thematisch geht es um Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und Konfliktfähigkeit. Wo sind die Grenzen für das Handeln der TeenScouts, wann brauchen sie die Hilfe von Erwachsenen? Muss bei manchen Vorfällen vielleicht sogar die Polizei eingeschaltet werden? Was passiert wenn Kinder oder Jugendliche eine Anzeige bekommen. Diese und noch mehr Themen werden im Rahmen der Ausbildung behandelt, um die SchülerInnen handlungssicher zu machen. Die 17 Neuen im Alter von 12 bis 16 aus den 7., 8. und 9. Klassen haben durch Übungen und Rollenspiele selbst erarbeitet, wie sie sich verhalten müssen, um offen und ansprechbar für andere zu sein und gewaltfrei mit Konflikten umzugehen.


„Immer wieder stellen wir in der Ausbildung fest, wie interessiert die SchülerInnen an Fotos und Filmen sind, die Kinder und Jugendliche anderer Kulturen oder mit gesundheitlichen Benachteiligungen zeigen,“ sagt Stephani Gobernack von der Polizei Goslar. Fotos und Filme bieten Diskussionsgrundlagen um über Lebenssituationen anderer ins Gespräch zu kommen. Den SchülerInnen wird dabei bewusst, wie nah viele Schicksale sind und welche Berührungspunkte jeder einzelne von ihnen zu Menschen aus anderen Kulturen hat. Die Ausbildung fand abgesetzt vom Schulalltag im Jugendtreff in Bad Harzburg statt.

Schulleiterin Ulrike Eilers zeigte sich von den Ideen ihrer SchülerInnen beeindruckt


„Eine rundum gelungene Sache“, das sagten die Projektverantwortlichen genauso wie die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Ihnen hat die Arbeit Spaß gemacht, so sagten sie es am Mittwoch den eingeladenen PressevertreterInnen in einem Pressegespräch. Stolz präsentierten sie aus Zeitungspapier gebastelte Skulpturen, die zum Thema passten. Zum Beispiel eine Ballerina mit Superkräften, die in Ländern mit Krieg gegen die Bösen kämpfen soll oder ein Herz für Menschen, die Schlimmes erlebt haben. Die Schulleiterin Frau Ulrike Eilers zeigte sich von den Ideen ihrer SchülerInnen beeindruckt und überreichte ihnen mit anerkennenden Worten eine Urkunde und kleine Präsente als Dankeschön.

Die neu ausgebildeten TeenScouts kommen zu der Gruppe der „alten Hasen“ vom letzten Jahr. Sie haben in der Schule inzwischen einen TeenScout-Raum, in dem sie für SchülerInnen ansprechbar sind und den sie für ihre Aktivitäten nutzen können. Eine Theateraufführung mit den Stück „ Wir waren mal Freunde“ des Ensemble Radiks wird im Oktober die Arbeit der TeenScouts an den unten genannten Schulen ergänzen. Das Stück „Wir waren mal Freunde“ greift die Themen Soziale Kompetenz, Rassismus und Gewaltprävention auf. In sensibler jugendgerechter Weise werden die Bedeutungen von Respekt, sozialen Werten und Achtung füreinander, insbesondere im Schulalltag thematisiert. Das Stück wirft einen Blick auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus als Ergebnis von Vorurteilen und persönlichen Erfahrungen und Ängsten. Es behandelt die Lebensentwürfe junger Menschen im Spiegel unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft.

Demokratie leben und Migration ist Vielfalt



Die Theaterstücke werden im Rahmen des Projektes DEMOKRATIE LEBEN! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Projektes MIGRATION IST VIELFALT vom Landkreis Goslar an den fünf Schulen in neun Aufführungen gezeigt. Antragsteller für die Finanzierung des Theaterstückes über DEMOKRATIE LEBEN und MIGRATION IST VIELFALT ist die AWO, Kreisverband Region Harz. Ein weiterer Teil wird über den Jugendschutz des Landkreises Goslar finanziert. An den Schulen können in jeweils ein oder zwei Vorstellungen 125 bis 270 SchülerInnen erreicht werden. Für interessierte Eltern findet eine Aufführung des selben Stückes am 25.10.2018 um 19 Uhr in der Oberschule Bad Harzburg statt. Über eine rege Teilnahme würden sich die Projektbeteiligten sehr freuen.

Grundgedanke des bewährten Projektes ist es, dass neu an die Schule gekommene Jugendliche unterschiedlicher Nationen und Flüchtlinge durch TeenScouts in den Schulalltag integriert und mit den Schulregeln vertraut gemacht werden. Allen „Neuen“ soll so der Start in der neuen Schul- und Lebenswelt erleichtert werden, die SchülerInnen sollen so zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. Die SchülerInnen der Oberschule Bad Harzburg nehmen an der Ausbildungsreihe teil, die die Projektinitiatoren Claudia Hopp, Jugendschutz beim Landkreis Goslar, Nicole Nietzel, Schulsozialarbeiterin an der Oberschule Seesen sowie Stephani Gobernack, Präventionsteam der Polizei Goslar, ins Leben gerufen haben. Voraussetzung ist, dass die Schule sich mit einer Lehrkraft und der Schulsozialarbeit einbringt. Dies ist notwendig, da die TeenScouts nach der Ausbildung feste AnsprechpartnerInnen für ihre weiteren Aufgaben in den Schulen haben müssen.

TeenScouts an fünf Schulen


Schulen, an denen es TeenScouts gibt: Oberschule Seesen, Adolf-Grimme-Gesamtschule Oker, Vicco-von-Bülow-Oberschule Vienenburg, Jcobson-Gymnasium Seesen ( hier: JGS-Begleiter ) und Oberschule Bad Harzburg.

Projektverantwortliche: Landkreis Goslar, Jugendschutz, Claudia Hopp
Polizeiinspektion Goslar, Präventionsteam, Stephani Gobernack
Oberschule Bad Harzburg, Claudia Hennek und Viktoria Osadtschi
Oberschule Seesen, Nicole Nietzel


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