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Neues Angebot in der Wolfenbüttel-App: „Lessing lebt!“



Neues Angebot in der Wolfenbüttel-App: „Lessing lebt!“

von Anke Donner


Björn Reckewell hat die neue Funktion der Wolfenbüttel App vorgestellt. Fotos: Anke Donner
Björn Reckewell hat die neue Funktion der Wolfenbüttel App vorgestellt. Fotos: Anke Donner Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Das Angebot der Wolfenbüttel-App ist mit „Lessing lebt!“ nach rund dreijähriger Recherche, Vorbereitung, Produktion und Programmierung nun um einen umfangreichen Baustein reicher geworden. Am Dienstag stellte Björn Reckewell, Abteilungsleiter Tourismus und Einzelhandelsentwicklung bei der Stadt Wolfenbüttel, die neue Funktion in der App vor.



"Die Funktion „Lessing lebt!“ ist ein multimediales Projekt, das das Leben und Wirken von Gotthold Ephraim Lessing in seiner Wolfenbütteler Zeit insbesondere den Menschen nahebringen soll, die für sich bisher noch nicht den Zugang zu dessen Werk und zur Person gefunden haben", erklärt Reckewell die neue, sehr umfangreiche Funktion. Weiterhin richte sich das Angebot vor allem an potenzielle Gäste der Stadt, also Touristen, die vor der Reise quasi „vom Sofa aus“ die authentischen Lessing-Orte und die Geschichte des großen Aufklärers erfahren können. Aber auch Wolfenbütteler können ihre Stadt neu entdecken und auf Lessings Spuren wandeln.

Lessing im 21. Jahrhundert


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Die Wolfenbüttel App ist um die Funktion "Lessing lebt!"reicher. Foto: Anke Donner




Wichtig sei bei der Entwicklung gewesen, dass man Lessing nicht als altbacken und lange vor der Zeit darstellt, sondern ihn in die moderne Welt, in das 21. Jahrhundert, holt. "Lessing in die Gegenwart zu holen, war eine echte Herrausforderung", sagt Reckewell.


Bei „Lessing lebt!“ geht es um die Geschichte des 18-jährigen Jan, einem Hamburger Internatsschüler und seiner Oma Erika, die nach ihrer Arbeit am Theater in Hamburg zur Rente ihrem Mann in dessen Heimatstadt Wolfenbüttel gefolgt ist. Inzwischen verwitwet interessiert sie sich sehr für die Kultur und „ihren“ Lessing. Da kommt es gerade recht, dass sich Jan bei ihr meldet und über seine Probleme mit Abitur im Allgemeinen und Lessings Werken im Besonderen berichtet. Da seine Eltern beruflich unterwegs sind nutzt er die Ferien und folgt der Einladung seiner Großmutter in die Stadt an der Oker. Gemeinsam begeben sich die beiden auf Spurensuche in Wolfenbüttel und erkunden das Schloss, das Meißnerhaus, die Herzog August Bibliothek, das Lessinghaus und die Hauptkirche Beatae Mariae Virginis. Im Anschluss nutzt der inzwischen recht begeisterte Jan sogar noch die Umsteigezeit in Braunschweig und besucht dort den Ort des ehemaligen Sterbehauses, das Denkmal und Lessings Grab und berichtet seiner Großmutter in kleinen Videos vor Ort davon.

Panoramatechnik macht die Sache lebendig


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Mit einer VR Brille ist man mittendrin. Foto: Anke Donner




Ergänzt wird die Geschichte der beiden Hauptdarsteller durch die überwiegend in 360-Grad-Panoramatechnik aufgenommenen Videos und durch die Charaktere von Jan und Erika, die in der Art von Playmobil-Figuren lebendig werden. Diese Funktion kann auch mit einer VR-Brille ausgeführt werden. Bei vielen Videos ist man dann mittendrin, statt nur dabei. Die Brille ist kein Muss, macht aber die Funktionen lebendiger. Sie ist zeitnah auch in der Tourist-Info erhältlich.

Um von einer Station zur anderen zu gelangen muss jeweils eine Frage zur gehörten Geschichte beantwortet werden. Alternativ kann vor Ort in Wolfenbüttel auch ein QR-Code gesucht und eingescannt werden, was die Spurensuche gerade auch mit jüngeren Kindern zu einer Schnitzeljagd macht. Neben der nächsten Station eröffnen sich einem dann auch sogenannte Vertiefungsangebote. Das sind beispielsweise Videos des Theatermachers und Autors Michael Sommer direkt aus YouTube, in denen Lessings Werke in zehn bis zwölf Minuten mit Playmobilfiguren höchst unterhaltend und informativ nachgespielt werden. Oder man findet Podcasts (kurze Hörspiele) zu Lessings Werken. Darin melden sich einige seiner Zeitgenossen wieder zu Wort. Abgerundet werden die Vertiefungsangebote durch Texte, Fotos und allerlei weiteres, Lesenswertes rund um den Dichter.

Auf Trophäenjagd


Wer mag, kann beim Erleben der Geschichte auch bis zu 21 Trophäen mit der App sammeln. So wird man beispielsweise zum „Bibliothekar“, sobald man alle Vertiefungsangebote der Herzog August Bibliothek angesehen hat oder zum „Auskenner“, sofern man alle Videos in Wolfenbüttel angesehen hat. Und als „Auskenner“ erreicht man noch eine ganz andere Chance, nämliche eine kostenlose Mitgliedschaft im „echt lessig-Club“ zu bekommen. Damit bleibt man dann als Fan der Lessingstadt garantiert auf dem Laufenden und profitiert von verschiedenen Vergünstigungen und kleinen Annehmlichkeiten.

Seit April 2016 gibt es die Wolfenbüttel-App mit Informationen zu Freizeit und Tourismus rund um die Lessingstadt. Seit Sommer 2017 mit neuen Design und erweitertem Angebot wie zum Beispiel thematischen Spaziergängen und Einzelhandelsinformationen. Das macht die Wolfenbüttel-App nicht nur für Gäste der Stadt interessant, sondern bietet vielfältige Informationsmöglichkeiten, gerade auch für die Lessingstädter. Durch das neue interaktive Angebot findet nun auch der Namensgeber der Lessingstadt gebührenden Raum in der Wolfenbüttel-App. Rund 6.000 Mal wurde die App bereits runtergeladen. Ein guter Schnitt, findet Björn Reckewell.

Die Wolfenbüttel-App mit dem neuen Angebot „Lessing lebt!“ gibt es zum kostenlosen Download im iTunes-Store von Apple (iOS) sowie im Play-Store von Google (Android) pünktlich seit Lessings 289. Geburtstag am 22. Januar 2018.


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