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Neues Hilfsangebot unterstützt überforderte Jungeltern

von Alexander Panknin


Die Verantwortlichen für das neue Hilfsangebot. v.l.n.r. Susanne Graudenz, Anja Elstner-Neugebauer,  Marita Siebeneicher. Foto: Alexander Panknin
Die Verantwortlichen für das neue Hilfsangebot. v.l.n.r. Susanne Graudenz, Anja Elstner-Neugebauer, Marita Siebeneicher. Foto: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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18.01.2017

Goslar. Der Landkreis startet nächste Woche mit einem neuen präventiven Hilfsangebot für frisch gewordene Eltern. Familien sollen über das umfangreiche Angebot der Familienhebammen- und Familiengesundheitshilfe informiert werden.



Die Familienhebammen- und Familiengesundheitshilfe des Landkreises Goslar und die geburtshilfliche Abteilung der Asklepiosklinik Goslar wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, um junge Eltern zu unterstützen.

Ziel dieses unter Federführung des Landkreises Goslar konzipierten Zusammenschlusses ist es, frischgebackene Mütter und Väter im Rahmen der wichtigen Primärprävention einmal in der Woche im Krankenhaus aufzusuchen und diese unter anderem über das umfangreiche Angebot der Familienhebammen- und Familiengesundheitshilfe zu informieren, über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen aufzuklären (Shaken-Baby-Syndrom) sowie die Präventionsangebote des Landkreises Goslar vorzustellen.

Entwickelt wurde dieses neue Angebot von der Diplom Sozialarbeiterin Marita Siebeneicher (Koordinatorin der Familienhebammen und Familiengesundheitshilfe des Landkreises Goslar), der Familiengesundheitskinderkrankenpflegerin Frau Elstner-Neugebauer (Familienhebammen- und Familiengesundheitshilfe) und Heidi Manz (Fachberaterin für Emotionelle Erste Hilfe und Kinderkrankenschwester in der Asklepiosklinik Goslar).

Weil der Anfang zählt...




Rund 98 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder erblicken in Krankenhäusern das Licht der Welt.Geburtskliniken seien deswegen wichtige Ansprechpartner für Familien, so der Landkreis.


Da bildete auch Goslar keine Ausnahme, weshalb die Familienhebammen- und Familiengesundheitshilfe nun mit der Unterstützung der Geburtshilfe der Asklepioskliniken Goslar ein neues Projekt starten. Dieses befasse sichhauptsächlich mit Prävention und Aufklärung.

Die Idee dazu entsprang der bestehenden positiven Arbeit im Netzwerk Frühe Hilfen, dessen Kreis sich aus verschiedenen Mitgliedern der Berufsgruppen des Gesundheitswesens und der Jugendhilfe zusammensetzt.

Aufklärung gegen Baby-Schüttelsyndrom


Ganz besonders wichtig sei den Verantwortlichen in diesem Zusammenhang, die Mütter und Väter über die Gefahren des Schüttelns ihrer Neugeborenen aufzuklären. Das Shaken-Baby-Syndrom, sei ein weit verbreitetes Phänomen bei überforderten Eltern und sei hochgradig gefährlich für die hilflosen Babys. "Bereits ein fünfsekündiges Schütteln des Säuglings kann zu schweren Verletzungen oder zum Tode führen", erklärtAnja Elstner-Neugebauer. Auch überlebende Kinder dieser Misshandlung durch die Eltern, müssten teils mit schweren Behinderungen durch ihr Leben gehen.

Das neue Präventionsangebot des Landkreises soll Eltern davor schützen, Täter zu werden. Anderweitige Studien zur Prävention durch Aufklärungergaben, dass die Anzahl bekannter Fälle durch Beratung bis zu 50 Prozent verringert werden könne. Bei ihren Beratungsterminen habe Elstner-Neugebauer immer ihr "Demo-Baby" dabei. Mit dieser lebensechten Puppe, würde sie den jungen Eltern demonstrieren, wie verheerend sich das Schütteln von Babys auswirken würde.

Früh anfangen


Diplom Sozialarbeiterin Marita Siebeneicher erklärt dazu: "Die ersten Wochen und Monate im Leben eines Säuglings stellen wichtige Weichen für die weitere Entwicklung. Deshalb wollen wir die Eltern - wenn sie damit einverstanden sind - über die verschiedenen Beratungs- und Hilfeangebote des Landkreises und unserer Netzwerkpartner informieren."

Problemlagen seien sehr vielschichtig, sie würden von finanziellen Sorgen über familiäre Spannungen reichen.Ein besonders häufiger Notstand würde bei den sogenannten Schreikindern auftreten, wenn Elternnicht wüssten, wie sie mit dieser Situation umzugehen hätten. Dabei seien es immerhin 20 Prozent aller Kinder, die in diese Kategorie einzuordnen seien.
"Die Geburt eines Kindes ist ohne Frage ein ganz besonderes Ereignis für junge Eltern, kann allerdings zu Situationen der Überforderung führen. (...) Situationen, die es erschweren, die eigenen, guten Vorsätze und selbstangelegten Maßstäbe immer umzusetzen. Deshalb wollen wir so früh wie möglich unterstützen, um den jungen Eltern zu zeigen, dass wir (...) ab der Geburt mit Rat und Tat zur Seite stehen."

Umsetzung


Das neue Projekt soll von der Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Anja Elstner-Neugebauer exekutiv ausgeübt werden. Diese soll einmal in der Woche die Mütter in der geburtshilflichen Abteilung der Asklepiosklinik Goslar aufsuchen. Eine Vertretung würde, so Siebeneicher, im Krankheitsfall einspringen können.

Starten soll das Projekt bereits ab nächster Woche. Die Besuche sollen immer dienstags ab 12 Uhr stattfinden.


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