"Nicht an Panikmache beteiligen" - Land will differenzierten Blick auf die Pandemie

Lockdown könne nicht die Antwort auf alles sein. An den Modellkommunen wolle man festhalten.

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Gesundheitsministerin Daniela Behrens. Archivbild.
Gesundheitsministerin Daniela Behrens. Archivbild. | Foto: Anke Donner

Hannover. Nachdem bereits Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am heutigen Dienstag dem Vorschlag eines "Brückenlockdowns" eine Absage erteilt hatte (regionalHeute.de berichtete), legte am Mittag Sozial- und Gesundheitsministerin Daniela Behrens im Rahmen einer Pressekonferenz nach. "Wir wollen uns nicht an Panikmache beteiligen, aber auch nichts kleinreden", stellte die Ministerin klar.


Man habe einen differenzierten Blick auf die Sache, den man beibehalten wolle. Nach über einem Jahr Pandemie könne Lockdown nicht mehr die einzige Antwort auf alles sein. Daher wolle man in jedem Fall an dem Projekt "Modellkommunen" festhalten und dieses auch in der Bund-Länder-Konferenz in der nächsten Woche verteidigen.

Auch ein Kind muss beatmet werden


Die Zahl der Neuinfektionen sei in den letzten Tagen zurückgegangen, was man aufgrund der Osterfeiertage aber nicht überbewerten solle. In Sachen Corona-Patienten auf den Intensivstationen gebe es eine leicht steigende Tendenz. So müssten niedersachsenweit 187 Personen beatmet werden (darunter ein Kind), 21 Menschen seien auf eine Lungenmaschine angewiesen. Besonders besorgniserregend sei die Situation aber nicht.

Die Modellkommunen (darunter Braunschweig) sollen am kommenden Montag an den Start gehen. Bei der Auswahl sei neben der hohen Inzidenzzahl auch das Fehlen einer digitalen Kontaktnachverfolgung Ausschlusskriterium gewesen. Die in der ersten Runde abgelehnten Kommunen hätten aber Zeit, ihre Bewerbung nachzubessern. Von den geplanten 25 Modellkommunen stünden erst 13 fest.


Behrens stellte auch klar, dass die am Wochenende von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ins Spiel gebrachten, möglichen Freiheiten von vollständig Geimpften bei den Modellkommunen keine Rolle spielten. Hier seien Tests für alle erforderlich. Am morgigen Mittwoch werde es eine Konferenz der Gesundheitsminister des Bundes und der Länder geben, wo das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Nach Ansicht von Daniela Behrens kämen die Freiheiten aber erst in ein paar Wochen oder eher Monaten infrage.


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