IG Metall kritisiert Arbeitgeberangebot bei Tarifverhandlungen in Hannover

Die dritte Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen ist am Freitagmittag in Hannover ohne Ergebnis geblieben.

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Stahlproduktion (Archiv)
Stahlproduktion (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

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Hannover. Die dritte Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen ist am Freitagmittag in Hannover ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt teilte mit, dass die Arbeitgeber an ihrem bisherigen Angebot festhalten und in der dritten Runde keine Nachbesserung vorgelegt haben.


Das weiterhin gültige Arbeitgeberangebot sieht für die kommenden 20 Monate kein dauerhaftes Plus bei den Entgelten vor. Außerdem soll eine Einmalzahlung von 660 Euro im Juli 2027 fließen, die auch wegfallen kann.

Die Arbeitgeber übten zugleich Kritik an den Warnstreiks der vergangenen Tage. Thorsten Gröger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, sagte: "Die Arbeitgeber hatten heute die Chance, ein Angebot vorzulegen, das den Namen verdient. Sie haben sie nicht genutzt."

Wer ein Minusangebot nicht korrigiere und sich dann über den Protest der Beschäftigten beklage, verkenne die Stimmung in den Betrieben. Die IG Metall hält an ihrer Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt fest.

Zudem fordert sie eine soziale Komponente, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in Boom-Unternehmen und tariflich gesicherte Beschäftigung. Für Unternehmen in einer Struktur- und Produktkrise hat die IG Metall NiedersachsenMetall nach eigenen Angaben ein Paket vorgeschlagen, das Beschäftigung sichern, die Standorte zukunftsfest machen und die Flächentarifbindung ausbauen soll. Kern ist ein eigener, zeitlich befristeter Tarifvertrag, der Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze absichert.

Auf dieser Grundlage könnten tarifliche Leistungen in einzelnen Betrieben vorübergehend und in begrenztem Umfang angepasst werden. Die Hoheit darüber liege bei den Tarifvertragsparteien, die Mitglieder der IG Metall würden beteiligt.

Zwingende Voraussetzung seien verbriefte und verbindliche Zusagen der Unternehmen für Investitionen, sichere Arbeitsplätze und den Erhalt der Standorte. Gröger sagte: "Beschäftigte brauchen Zukunft. Und Zukunft braucht Verbindlichkeit statt Willkür." Seit dem Ende der Friedenspflicht am 1. November haben sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mehr als 16.500 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.

In Niedersachsen gab es Aktionen unter anderem in Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Hildesheim und Osnabrück sowie rund um Lüneburg, im Harz, im südlichen Niedersachsen und am Dümmer.

In Sachsen-Anhalt legten Belegschaften in Magdeburg, Halle, im Raum Halberstadt und im Mansfelder Land die Arbeit nieder. Am Montag wird unter anderem in den Tarifgebieten Sachsen-Anhalt und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sowie anderenorts in der Bundesrepublik weiterverhandelt.

Ein neuer Verhandlungstermin für Niedersachsen steht noch nicht fest. Gröger erklärte: "Wir fordern die Arbeitgeber auf, dort endlich ein Angebot vorzulegen, über das sich ernsthaft verhandeln lässt. Unser Konzept liegt auf dem Tisch."

Der Montag sei damit auch eine letzte Chance, noch Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.


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