Magdeburg. Die zweite Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das teilte die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit.
Die Gewerkschaft kritisiert das erstmals vorgelegte Angebot der Arbeitgeber als "brutale Minusrunde" und kündigt Warnstreiks ab dem 1. November an. Zwei Tage vor Ende der Friedenspflicht zeichnen sich damit Arbeitsniederlegungen ab.
Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung im Juli 2027 in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos im Tarifgebiet.
Einen konkreten Euro-Betrag nannte der Verband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt (VME) auf mehrfache Nachfrage nicht. Die Entgelttabelle soll erst zum 1. Juli 2028 um 1,3 Prozent steigen, bei einer Laufzeit von 26 Monaten.
Damit gäbe es zwanzig Monate lang kein dauerhaftes Plus. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer für Sachsen-Anhalt, sagte: "Dieses Angebot ist zu niedrig, es kommt zu spät und bindet die Beschäftigten zu lange. Angesichts steigender Preise läuft es auf eine knallharte Minusrunde hinaus."
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit.
Untere Entgeltgruppen sollen überproportional profitieren.
Die tariflichen Instrumente zur Beschäftigungssicherung sollen weiterentwickelt werden, und in starken Betrieben sollen die Beschäftigten über eine tarifliche Gewinnbeteiligung teilhaben. Die Arbeitgeber verlangen im Gegenzug eine Ausweitung und dauerhafte Verankerung der automatischen Differenzierung sowie tariflich verpflichtende Gespräche über Krankenstände und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Zu Investitionen, Qualifizierung, Arbeitsplatzsicherung und Gewinnbeteiligung enthält ihr Angebot nach Gewerkschaftsangaben nichts von Substanz.
Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober. Ab Anfang November ruft die IG Metall die Beschäftigten in Sachsen-Anhalt zu Warnstreiks auf.
Eine dritte Verhandlungsrunde ist noch nicht terminiert. Gröger betonte: "Die Arbeitgeber hatten zwei Runden Zeit, ein ernsthaftes Angebot vorzulegen. Sie haben sich für eine Provokation entschieden. Die Antwort geben ab dem 1. November die Belegschaften. Wie lange und wie entschieden sie ausfällt, liegt allein in den Händen der Arbeitgeber."
IG Metall kündigt Warnstreiks in Sachsen-Anhalt an
Die zweite Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Stahlproduktion (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur
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