IG Metall verlangt vor Tarifverhandlungen in Emden Klarheit von Volkswagen

Die IG Metall hat Volkswagen aufgefordert, vor den Tarifverhandlungen Klarheit über seine Pläne zu schaffen.

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Volkswagen (Archiv)
Volkswagen (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

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Hannover. Die IG Metall hat Volkswagen aufgefordert, vor den Tarifverhandlungen Klarheit über seine Pläne zu schaffen. Das teilte die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit.


Am Rande des zweiten Überprüfungsgesprächs nach Paragraf 7 des Zukunftstarifvertrags in Hannover habe die Gewerkschaft den Vorstand erneut aufgefordert, endlich Klartext zu reden, heißt es in einem aktuellen Flugblatt. Drei Wochen nach der Kündigung von zehn Tarifverträgen habe Volkswagen noch keine einzige Forderung übermittelt.

Für die Arbeitnehmer sei das eine Zumutung. Über mögliche Pläne des Arbeitgebers erfahre die Belegschaft bislang nur aus Spekulationen in Medien, von Nullrunden bis 2030 über längere Arbeitszeiten bis zu Angriffen auf Urlaubstage. Nach Darstellung der IG Metall will der Vorstand Nullrunden in allen Gesellschaften des Konzerns weltweit bis 2030; betroffen wären 660.000 Arbeitnehmer.

Volkswagen habe sich dazu nicht erklärt. Ende 2030 laufe nach aktuellem Stand die Beschäftigungssicherung aus.

Die IG Metall stelle klar, dass über Tarife die Vertragsparteien vor Ort entschieden, auch international; ein Chefdekret aus Wolfsburg ändere daran nichts. Die Gewerkschaft hält die Krisenbegründung des Vorstands nicht durch die Zahlen gedeckt. Die US-Zollpolitik von Donald Trump sei schon im Wahlkampf 2024 angekündigt gewesen; heute liege der US-Zoll bei 15 Prozent, für Japan und Südkorea gelte derselbe Satz.

Der Absatz von VW in China sei zwischen 2019 und 2024 um rund 30 Prozent gefallen, was beim Tarifabschluss 2024 bekannt gewesen sei. Bei E-Autos sei der Anteil an den Neuzulassungen in Deutschland von 13,5 auf 19,1 Prozent gestiegen; VW sei in Europa Marktführer, rund 40 Prozent der Fahrzeuge im Auftragsbestand seien elektrisch.

Ohne Sondereffekte und Zölle hätte das operative Ergebnis 2025 bei 17,7 Milliarden Euro gelegen. Fast 5 Milliarden Euro seien auf interne Strategiewechsel entfallen, 2,6 Milliarden Euro Dividende seien in diesem Sommer an die Aktionäre geflossen.

Der Vorstand bestätige in einem Aktionärsbrief selbst, dass die Kosten 2025 dank der Tarifeinigung von 2024 wie geplant gesunken seien. Für den weiteren Verlauf verweist die IG Metall auf die am 24. November in Emden beginnenden Tarifverhandlungen. Nach der Kündigung der Tarifverträge hätten beide Seiten spätestens vier Wochen vor dem Ende der Laufzeit miteinander zu verhandeln; in diesem Fall sei das der 3. Dezember.

Die IG Metall wolle zuerst in Emden, danach in Zwickau und Hannover verhandeln. Ein mögliches Ergebnis müsse die Zustimmung der Mitglieder erhalten.

Die Gewerkschaft verweist zudem auf die Zusagen aus dem Jahr 2024: Emden solle den ID. Tiguan und ein Nachfolgemodell ab 2031 erhalten, Hannover die B-Space-Familie mit Caravelle, Transporter und Bulli, Zwickau den Fahrzeug- und Karosseriebau, ein SSP-Zukunftsmodell und die Kreislaufwirtschaft, Wolfsburg den Gamechanger mit drei Modellen auf der SSP-Plattform. Für die Komponente seien verbindliche Investitionen in alle Schlüsselteile der E-Mobilität vereinbart.

Der Vorstand bekenne sich abermals nicht dazu, diese Vereinbarungen vollumfänglich einzuhalten. Die IG Metall bereite sich auf einen Arbeitskampf vor; der 31. Dezember markiere das Ende der Friedenspflicht.

Die Nachwirkung der gekündigten Tarifverträge gelte unmittelbar nur für Mitglieder, Streikgeld erhalte nur, wer rechtzeitig vor einem Arbeitskampf eingetreten sei.

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