Hannover. Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung das Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz beschlossen. Das teilte die Niedersächsische Staatskanzlei mit.
Das von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) entwickelte Programm soll als zentrale Grundlage für die Zukunft des Landeswaldes im Harz dienen; die NLF sollen es fort- und weiter umsetzen.
Das Programm basiert auf dem Waldbauprogramm LÖWE+ und reagiert auf massive Waldschäden der vergangenen Jahre durch Stürme, anhaltende Trockenheit und Borkenkäferbefall. Besonders die großflächigen Fichtenbestände im Harz sind weitgehend zusammengebrochen.
Ziel ist es, die betroffenen Flächen von rund 30.000 Hektar zu widerstandsfähigen, artenreichen und an die Folgen des Klimawandels angepassten Bergmischwäldern zu entwickeln.
Forstministerin Miriam Staudte sagte: "Die Wiederbewaldung des Harzes wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Gleichzeitig brauchen wir eine langfristige Perspektive – es geht nicht darum, die geschädigten Flächen einfach wieder aufzuforsten, sondern darum, neue Wälder zu entwickeln, die mit den veränderten Klimaverhältnissen besser zurechtkommen. Dafür schafft das Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm der Niedersächsischen Landesforsten eine gute Grundlage."
Die NLF setzen dabei gleichermaßen auf die natürliche Ansamung verschiedenster Baumarten des Harzes in Verbindung mit Pflanzungen zusätzlich geeigneter klimaangepasster Baumarten.
Der Schwerpunkt liegt zunächst auf trockenheitsresistenten Laub- und Nadelbaumarten, wobei Pionier- und Lichtbaumarten einen hohen Anfangsanteil einnehmen.
Mittel- bis langfristig soll die Baumartenzusammensetzung überwiegend aus sogenannten Schlusswaldbaumarten wie Buche, Bergahorn, Lärche, Tanne und Douglasie bestehen, wobei grundsätzlich mindestens zwei Drittel der Bestände aus Laubbäumen gebildet werden. Die ehemals weit verbreitete Fichte bleibt als Struktur- und Wirtschaftsbaumart zu geringeren Anteilen erhalten.
Der Großteil der benötigten Mittel, rund 117 Millionen Euro, wird aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsischen Landesforsten sowie aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich des Sondervermögens "Wirtschaftsförderfonds" des Landes finanziert.
Die Gesamtkosten für die Umsetzung werden auf rund 130 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren geschätzt. Der tatsächliche finanzielle Aufwand hängt wesentlich von der weiteren Dynamik der Waldentwicklung und davon ab, wie stark sich die natürliche Waldverjüngung auf den Schadflächen etabliert und in welchem Umfang anschließende Pflegemaßnahmen notwendig werden.
Die Landesregierung würdigt den hohen Einsatz der Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten sowie der unterstützenden Unternehmen und Dienstleister, die sich seit Beginn der großflächigen Waldschäden im Jahr 2018 für die Schadensbewältigung und den Aufbau einer neuen klimaangepassten Waldgeneration im Harz engagieren, ausdrücklich.
Die NLF bewirtschaften rund 335.000 Hektar Landeswald und beschäftigen landesweit etwa 1.350 Mitarbeiter. Im Harz sind seit 2018 infolge von Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferbefall rund 30.000 Hektar Waldfläche von schweren Schäden betroffen.
Kabinett beschließt Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm für den Harz
Die Niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung das Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz beschlossen.
Wald (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur
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