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"No Risk - No Fun" oder warum eine Helmpflicht für Radfahrer sinnvoll wäre



"No Risk - No Fun" oder warum eine Helmpflicht für Radfahrer sinnvoll wäre

Nicht nur das Verletzungsrisiko für Radfahrer bei Unfällen ist groß, als Erwachsener hat man auch eine Vorbildfunktion.

Ein Kommentar von Julia Fricke

In vielerlei Hinsicht wäre eine Helmpflicht sinnvoll. Symbolbild.
In vielerlei Hinsicht wäre eine Helmpflicht sinnvoll. Symbolbild. Foto: Pixabay

Gegen eine Helmpflicht für Radfahrer sprach sich der Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstags auf selbigem am gestrigen Donnerstag aus. Laut einem Bericht des NDR befürchtet Ansgar Staudinger, dass eine Helmpflicht negative Folgen für die Bereitschaft Rad zu fahren mit sich bringen könnte. "Richtig so!", werden da wieder einige brüllen und sich auf ihre "Freiheit" berufen. Negative Folgen kann das Fahren ohne Helm aber dann bringen, wenn man in einen Unfall verwickelt wird. Und ist es wirklich so verwerflich einen Helm zu tragen? Schließlich würde man in anderen Bereichen gar nicht in Betracht ziehen, keinen Helm aufzusetzen.



Kommt es zu Unfällen, bei denen Radfahrer schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt werden, ist die Betroffenheit oftmals groß. Kommt dann auch noch raus, dass der Unfall mit Helm glimpflicher ausgegangen wäre, raunt das große "Hätte er mal..." durch die sozialen Medien. Man blickt noch einen Moment betreten drein, bevor man sich anschließend selbst wieder ohne Helm aufs Rad setzt. Und schaut man sich dann im Verkehr um, könnte man bei einigen Exemplaren meinen, dass sie entweder nichts mehr zu verlieren haben oder aber unverwundbar sind. Da wird auf Straßen draufgefahren, ohne zu gucken, unvermittelt die Spur gewechselt, ohne Licht durch die Dunkelheit gefahren, sich an Autos vorbeigeschlängelt oder schlicht trotz vorhandenem Radweg auf der Straße gefahren. Sie sind unterwegs im wahrsten Sinne "ohne Helm und ohne Gurt". Zu dem - nennen wir es mal unbedachten Verhalten - kommt die Gefahr durch die Autofahrer hinzu. Denn auch diese verhalten sich im Straßenverkehr oftmals Radfahrern über aggressiv, was sicherlich nicht zu verschweigen ist. "Du musst immer mit der Dummheit der anderen rechnen", wurde mir in der Fahrschule gesagt. Und auch als Radfahrer sollte man dies beherzigen. Selbst wenn man selbst alles richtig macht, kann man übersehen werden. Doch würden nicht all diese Umstände zusammen eine Helmpflicht sinnvoll erscheinen lassen?

Vorbildfunktion für Kinder


In vielen Sportarten besteht eine Helmpflicht, die auch nicht hinterfragt wird. Das ist schon immer so! Neben Rennradfahrern oder Mountainbikern (Ja auch diese Radfahrer schaffen es einen Helm aufzusetzen!) gehören Helme unter anderem auf Skipisten und Reitplätzen nicht nur zum guten Ton. Im Reitsport geht man in diesem Jahr noch einen Schritt weiter. So soll das Tragen eines Helmes auf Turnieren in Zukunft auch in der Dressur in allen Altersklassen vorgeschrieben sein, wie der Weltreiterverband beschlossen hat. Und das auch auf internationalen Turnieren. Vorbei die Zeit, in der Dressurreiter kokett mit Zylinder durch die Bahn geritten sind. Als Grund neben der Sicherheit wird hier die Vorbildfunktion genannt.



Doch sind erwachsene Radfahrer nicht genauso Vorbilder für Kinder wie erwachsene Reiter? Nicht selten sieht man Familien auf ihren Radtouren: Die Kinder brav mit Helm, die Eltern "oben ohne". Gerade in solchen Situationen sollte man das eigene Handeln überdenken.

Letztendlich ist es doch mit einer Helmpflicht, wie mit allem anderen auch. Die Menschen sind gegen das Neue, wie damals auch gegen eine Gurtpflicht beim Autofahren. Es ist wie in einer Reality Soap: Es wird gestritten, es wird geheult und schließlich findet man sich mit der Situation ab und merkt letztendlich vielleicht sogar, dass es doch nicht so schlecht ist, wenn man sich und seine Liebsten mit einem kleinen Helm besser schützen kann. Also - warum eigentlich keine Helmpflicht?


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