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Öffentliche Versicherung: Stürme sorgten 2015 für Rekordschäden



Braunschweig

Öffentliche Versicherung: Stürme sorgten 2015 für Rekordschäden


Die Öffentliche Versicherung Braunschweig hat am heutigen Donnerstag ihren Geschäftsbericht 2015 veröffentlicht. Foto: Öffentliche Versicherung Braunschweig
Die Öffentliche Versicherung Braunschweig hat am heutigen Donnerstag ihren Geschäftsbericht 2015 veröffentlicht. Foto: Öffentliche Versicherung Braunschweig Foto: Öffentliche

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Braunschweig. Die Öffentliche Versicherung Braunschweig hat am heutigen Donnerstag ihren Geschäftsbericht 2015 veröffentlicht. Stürme und gestiegene Einbruchszahlen machten 2015 zu einem der teuersten Schadenjahre der Geschichte des regionalen Versicherers. Die Öffentliche erklärte aber, dass sie trotz Niedrigzinsphase erneut hohe Kapitalanlageergebnisse einfahren konnte. Der Vorstand teilte außerdem mit, dass in den kommenden Jahren verstärkt in die Digitalisierung und in den Service vor Ort investiert werden soll und kündigte gleichzeitig eine Verschlankung der Verwaltung an.

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig konnte in 2015 Beitragseinnahmen in Höhe von 416,6 Millionen Euro im gesamten Versicherungsgeschäftes erzielen. Im Vorjahr lagen die gesamtem Beitragseinnahmen bei 467,3 Millionen Euro. Der Rückgang im Umsatz erklärt sich nach Angaben des Vorstandes aus dem gezielten Abbau des unwirtschaftlichen Industrieversicherungsgeschäfts und aus der Beendigung der Zusammenarbeit mit einer Maklerorganisation. Auch das Neugeschäft in der Sparte Lebensversicherung habe sich analog zur gesamten Branche rückläufig entwickelt. Dennoch: Der regionale Versicherer teilte mit, dass er "dank der exzellenten Erträge aus Kapitalanlagen, der erfolgreichen Rückversicherungsstrategie und des konsequenten Kostenmanagements" ein Ergebnis in Höhe von 28,8 Millionen Euro einfahren konnte (nach Steuern und vor Beitragsrückerstattung) und so das Vorjahresergebnis sogar noch leicht übertroffen habe.

Stürme verursachten eines der teuersten Schadenjahre


Im Jahr 2015 hatten Stürme, Starkregen und Gewitter bei den Kunden der Öffentlichen rund 19.000 Schäden in einer Gesamthöhe von über 18 Millionen Euro verursacht. Mehrere große Unwetter, vor allem der Orkan Niklas Ende März mit einem Gesamtaufwand von über sieben Millionen Euro und Sturm Siegfried aus dem Juli mit über fünf Millionen Euro sorgten 2015 für die auffällig hohe Schadensumme aus Naturereignissen, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Knud Maywald. Im Vorjahr lag der durch Naturereignisse verursachte Schaden bei insgesamt acht Millionen Euro. „2015 war mit mehreren Kumulschadenereignissen eines der teuersten Schadenjahre unserer bisherigen Geschichte. Durch unsere hohe Finanzkraft und unsere bewährte Rückversicherungsstrategie konnten wir auch diese Herausforderung zügig und kundenorientiert bewältigen“, so Knud Maywald.

Einbrüche bei Privatkunden gestiegen


Dem nationalen Trend folgend spielen Wohnungseinbrüche auch bei der Öffentlichen eine immer größere Rolle: 2015 bearbeitete der regionale Versicherer nach eigenen Angaben insgesamt 728 Einbrüche bei Privatkunden (ohne Fahrraddiebstähle), im Vergleich zu 673 Fällen im Jahr 2014 und 605 Fällen in 2013, was einer Zunahme von über 20 Prozent in zwei Jahren entspricht. Dementsprechend stiegen auch die von der Öffentlichen getätigten Schadenzahlungen für Einbruchdiebstahl von rund 1,7 Millionen Euro (2014) auf über 2,2 Millionen Euro in 2015. Im Bereich der gewerblichen Kunden ist die Anzahl der Einbrüche hingegen leicht zurück gegangen. Im Vergleich zu 421 Einbrüchen im Jahr 2014 und 446 im Jahr 2013, wurden der Öffentlichen 2015 insgesamt 397 Einbrüche (mit einer Schadensumme von rund 950.000 Euro) von Firmenkunden gemeldet. "Gründe dafür sind unter anderem verbesserte Sicherheitstechnik und eine höhere Sensibilität für die Risiken als bei privaten Mietern und Hausbesitzern", erklärt die Öffentliche.


Stellvertretender Vorstandsvorsitzende Knud Maywald, Vorstandsvorsitzender Michael Doering und Vorstandsmitglied Dr. Stefan Hanekopf. Foto: Jan Borner


Digitalisierung soll ausgebaut werden


Die Öffentliche Versicherung Braunschweig plant in den kommenden Jahren, rund sieben bis acht Millionen Euro jährlich in die Digitalisierung zu investieren. Schon seit August präsentiert sich der regionale Versicherer mit einem neuen Kundenportal, über das die Öffentliche 24 Stunden am Tag erreichbar ist. Bislang nutzen rund 2.000 Kunden das Portal. Wie der Vorstandsvorsitzende Michael Doering erklärt, sollen es bis zum Ende des Jahres aber schon 10.000 sein.

Verschlankung der Verwaltung


Um auch in Zukunft stabile Erträge und ein gesundes Wachstum zu erreichen, plant die Öffentliche, neben einer Senkung der Kostenquote um fünf Prozentpunkte bis 2020, sich noch stärker auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zu konzentrieren und die Digitalisierung der Arbeitsprozesse kontinuierlich weiter zu entwickeln. Wie der Versicherer mitteilt, ist zur Umsetzung dieser Ziele auch geplant, innerhalb der kommenden Jahre rund 85 Arbeitsplätze im Innendienst abzubauen. Diese durch Digitalisierungsprozesse bedingte Personalveränderungen soll über die normale Fluktuation und über Vorruhestandsregelungen erreicht werden, heißt es seitens der Öffentlichen Versicherung Braunschweig. Die Qualität und Quantität der Kundenberatung soll allerdings gleichzeitig weiter ausgebaut werden. Hier sollen zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen, die vor allem dem Service in den Geschäftsstellen zu Gute kommen sollen.


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