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Ohne Zoom und Google: Wie eine Gesamtschule den Schulalltag digitalisiert



Ohne Zoom und Google: Wie eine Gesamtschule den Schulalltag digitalisiert

Auch in der IGS Lengede geht der Unterricht wieder los. Die Schule versucht für den Unterricht unter Pandemiebedingungen nun eigene Wege zu gehen-

Auch die Zeugniskonferenz der IGS Lengede lief digital ab. Für Konferenzen setzt die Schule explizit nicht auf Programme wie Zoom oder Google Meet
Auch die Zeugniskonferenz der IGS Lengede lief digital ab. Für Konferenzen setzt die Schule explizit nicht auf Programme wie Zoom oder Google Meet Foto: IGS Lengede

Lengede. Auch im zweiten Coronalockdown hapert die Beschulung unter Pandemiebedingungen oftmals an der Digitalisierung. Die IGS Lengede hat die Dinge nun selbst in die Hand genommen. Wie die Schule nun in einer Pressemitteilung berichtet, offenbar mit Erfolg. Auch Zeugniskonferenzen und Informationsveranstaltungen für zukünftige Schüler liegen digital - ganz ohne Datenschutzbedenken durch Programme wie Zoom oder Google Meet.



"Digitalität", so schreibt die IGS Lengede, "ist die neue Normalität an Schulen." Das umfasse allerdings nicht nur moderne Anwendungen für Lehrer und Schüler im eigentlichen Unterricht, sondern auch für alle anderen Prozesse. So hätten beispielsweise an dem über eine Videomeeting-Lösung durchgeführten Informationsabend zur gymnasialen Oberstufe mehr als 80 Familien teilgenommen. „Wie den Video-Bildern zu entnehmen war, saßen hinter vielen Geräten 2 bis 3 Personen, sodass wir von einer realen Teilnehmerzahl von 200 ausgehen“, so Kathrin Böke, Leiterin der gymnasialen Oberstufe.

Damit sei die Teilnehmerzahl höher gewesen als bei den jährlichen Präsenzveranstaltungen. Begleite bei Präsenzveranstaltungen in der Regel nur ein Elternteil das Kind, so seien nun zumeist beide Elternteile dabei, erklärt Böke. Im Anschluss an die 60-Minuten-Präsentation könnten die Teilnehmer über die integrierte Chat-Funktion Fragen stellen, die dann von dem dreiköpfigen Schulleitungsteam beantwortet würden. „Während in den vergangenen Jahren zumeist die Eltern die Fragen stellten, kamen in diesem Jahr die Mehrheit der Fragen von Schülern“, freut sich Böke. Individuelle Beratung sowie der gesamte Anmeldeprozess Anfang Februar erfolgten an der IGS Lengede ebenfalls vollständig digital.



„Den anstehen Informationselternabend für Jg. 5 zum Thema Lernentwicklungsberichte und zur zweiten Fremdsprache führen wir ebenfalls online durch“, so Sekundarstufen-I-Leiter Oliver Virkus. Auch dort rechne man mit mehr Teilnehmern als in den vergangenen Jahren bei den Präsenzveranstaltungen.

Zoom und Google Meet ausgeschlossen



„Bei der digitalen Durchführung der Zeugniskonferenzen standen die Themen Datenschutz und Datensicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste“, so Schulleiter Jan-Peter Braun. Dieses habe alle Lösungen, die unter US-amerikanischem Recht stehen, wie Google Meet oder Zoom ausgeschlossen, so der Schulleiter. „Für solche sehr datenschutzkritischen Situationen setzen wir auf die auf eigenen Servern laufende Lösung Nextcloud Talk, die unter anderem von der IT des Bundes und diversen französischen Ministerien eingesetzt wird“, erläutert Braun.

Die Lehrkräfte hätten den virtuellen Konferenzraum entweder von ihrem Home Office oder von einem Büro in der Schule aus betreten. Obgleich Eltern und Schüler ebenfalls Zugangsdaten hätten, die die Teilnahme an Nextcloud Talk-Konferenzen ermöglichen, sei die Schule bei den Zeugniskonferenzen einen anderen Weg gegangen. Braun erläutert: „Um auszuschließen, dass dritte Personen zuhören oder zuschauen können, mussten die Schüler- und Elternvertreter in die Schule kommen.“ Der größte Klassenraum der Schule sei für diese aktive Teilnahme an der den virtuellen Zeugniskonferenzen hergerichtet worden. Laut Schule sei jede der 34 Konferenzen absolut reibungslos verlaufen. Ablauf und Länge der Konferenzen seien "zu 100% identisch mit den üblichen Präsenzkonferenzen" gewesen.

Aktuell plane die Schule bereits die digitale Information, Beratung und Anmeldung für den zukünftigen 5. Jahrgang. „Mehrere Videos über unsere Schule haben wir bereits während des ersten Shutdowns gedreht“, bemerkt Virkus. Hierauf werde man zurückgreifen, die Schule plane jedoch auch das digitale Informationsangebot zu erweitern.


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