Ordon (FDP): "Gendern sexualisiert die Sprache"


Einfach nicht lesbar. Quelle: regionalHeute.de
Einfach nicht lesbar. Quelle: regionalHeute.de Foto: regionalHeute.de

Wolfenbüttel. Um die Gleichstellung zwischen Mann und Frau zu leben, verwendet die Stadt Wolfenbüttel sogenannte Geschlechtergerechte Sprache. Die FDP kritisiert dieses Vorgehen. Eine öffentliche Verwaltung habe sich an die Regeln der Grammatik und an eine richtige Syntax zu halten, so erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Rudolf Ordon.


In vielen Protokollen und Vorlagen der Verwaltung würden Texte auftauchen, die offensichtlich „gendergerecht“ sein sollen, so Ordon: „… eine Werbekampagne für Bürger*innen der Stadt ...“ (Kulturausschusssitzung) sowie (in einer Vorlage): „Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung“.

Der französische Premierminister Edouard Philippe habe eine Dienstanweisung veröffentlicht, in der es heißt: „Die wichtigen Staatsverwaltungen müssen sich aus Gründen der Verständlichkeit und der Klarheit an die grammatischen und syntaktischen Regeln halten.“

Und dies sollte wie bisher auch für die Wolfenbütteler Stadtverwaltung gelten, so ist sich Ordon sicher und erklärt:


 Rudolf Ordon.
Rudolf Ordon. Foto: Max Förster



"Die sogenannte „gendergerechte“ Sprache ignoriert den Unterschied zwischen dem grammatischen Geschlecht (dem Genus) und dem biologischen Geschlecht (dem Sexus). Die Menschheit gliedert sich überall in zwei Geschlechter mit einer Grauzone dazwischen. Die Sprachen der Welt ordnen ihre Substantive verschiedenen Genera zu (Deutsch: der, die, das). Die in Deutschland übliche Übersetzung des Genus mit „grammatischem Geschlecht“ führt leicht zu Verwechslungen, denn Genus hat mit dem Sexus nichts zu tun.

Diese kommen sich grundsätzlich nur bei Personenbezeichnungen ins Gehege. Letztere sind generisch maskulin, niemals sexusmarkiert, sie bezeichnen beide natürlichen Geschlechter. Wähler schließt Wählerin ein. Deshalb gibt es auch nur ein Wählerverzeichnis und kein Wählerinnenverzeichnis. Will man Frauen ausdrücklich bezeichnen, verwendet man die Endung „-in“, sie markiert Sexus.

Der allgemeine Sprachgebrauch wendet sich gegen das Gendern, man geht zum Italiener, nicht zum/zur Italiener*in. Auch in den Duden ist das sogenannte Gender-Sternchen nicht aufgenommen worden mit der Begründung, dass es nicht les- und vorlesbar ist.

Der Zeitgeist, alle personenbezeichnenden Maskulina zu gendern, verkennt die Tatsache, dass Maskulina in Bezug auf Sexus grundsätzlich unmarkiert sind. Genus ist ein grammatischer Mechanismus, der nicht beliebig verändert werden darf. Das grassierende Gendern sexualisiert die Sprache und missbraucht sie zu politischem Zweck. Wer privat gendern will, kann das tun. Eine öffentliche Verwaltung hat sich an die Regeln der Grammatik und des Syntax zu halten."


zum Newsfeed