So hat sich die Kriminalität in Stadt und Kreis Peine 2025 entwickelt

Kommissariatsleiterin Julia Semper zog am heutigen Donnerstag Bilanz.

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Archivbild | Foto: regionalHeute.de

Peine. Polizeioberrätin Julia Semper als Leiterin des Polizeikommissariats Peine stellte gemeinsam mit dem Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, Erster Kriminalhauptkommissar Stefan Weinmeister am heutigen Donnerstag die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 für die Stadt und den Landkreis Peine vor. Darüber berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung.



Erfreulich sei, dass sich die Anzahl der begangenen Straftaten in Stadt und Landkreis Peine im vergangenen Jahr deutlich von 7.776 im Jahr 2024 auf 7.235 in 2025 verringert habe. Damit sank diese Zahl sogar prozentual stärker als im Landesschnitt (Land -4,28 Prozent, Peine – 6,96 Prozent). Die landesweite Entwicklung der Rückläufigkeit der Straftaten, die sich bereits im Vorjahr landesweit abgezeichnet hatte, schlägt sich nunmehr auch in Peine nieder.

Aufklärungsquote gesunken


Die Aufklärungsquote sank dabei leicht auf 62,79 Prozent und befindet sich nunmehr auf dem Niveau der Quote des gesamten Landes Niedersachsen.

Einhergehend mit dem Rückgang der Straftaten hat sich auch die Kriminalitätsbelastung (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) reduziert. Nachdem diese im Vorjahr noch auf 5.591 leicht gestiegen war, so ist sie im Jahr 2025 auf den Wert von 5.237 Taten auf 100.000 Einwohner gesunken.

Täter meist Männer


Nicht zuletzt aufgrund der deutlich gesunkenen Anzahl von Straftaten wurden im Jahr 2025 auch weniger Tatverdächtige ermittelt. Insgesamt waren dies 3.577 (Vorjahr 3.691). Der prozentuale Anteil von Männern und Frauen hat sich hierbei nahezu nicht verändert, in absoluten Zahlen waren es 2.693 Männer (Vorjahr 2.788) und 881 (903) Frauen.

Auch wenn noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden kann, so stimmt die Entwicklung bei der Anzahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen vorsichtig optimistisch. Betrug der prozentuale Anteil bei den Tatverdächtigen im Jahr 2024 noch 16,20 Prozent, so ist dieser Wert auf 15,07 Prozent gesunken. In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Rückgang von 598 (2024) auf 539.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen


Kommissariatsleiterin Julia Semper hat hier klare Vorstellungen in der Zusammenarbeit im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt, Landkreis und Polizei in Peine: „Gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verdient auch in Peine einen besonderen Schwerpunkt. Der Fokus liegt hier insbesondere auf der Prävention und einer engen Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen. Darum werden wir die Bemühungen an dieser Stelle auch weiter erhöhen, indem wir die zentrale Koordinierung des Themas weiter ausbauen.“

Nachdem im Jahr 2024 die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen prozentual angestiegen war, so ist im Jahr 2025 ein Rückgang zu beobachten. Die entsprechende Quote fiel auf 35,7 Prozent. Somit waren 1.277 Tatverdächtige in 2025 nichtdeutscher Herkunft.

Zahl der Opfer


Analog zum allgemeinen Rückgang der Straftaten ist auch die Zahl der Opfer in der polizeilichen Kriminalstatistik für Peine zurückgegangen. Waren im Jahr 2024 noch 1.959 Menschen Opfer einer Straftat geworden, ist die Zahl im Jahr 2025 auf 1.904 zurückgegangen.

Weiterhin fällt auf, dass die Zahl der Kinder bis 14 Jahren, die Opfer einer Straftat wurden, auf dem hohen Niveau von 2024 geblieben ist. Im vergangenen Jahr wurden 221 Kinder Opfer einer Straftat (2024: 219).

Auch bei der Zahl der Opfer, die 60 Jahre und älter sind, ergab sich keine wesentliche Änderung und betrug im Jahr 2025 145 (2024: 143). Gleichwohl ist diesem Personenkreis neben den Kindern ein besonderes Augenmerk zu schenken, da die Furcht, Opfer einer Straftat zu werden, hier um ein Vielfaches höher verankert ist.

Blick auf die Delikte


Im Deliktsbereich der Rohheitsdelikte ist insbesondere ein Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2024 noch 842 Delikte, so sind diese um 4,62 Prozent auf nun 803 Delikte zurückgegangen. Auffallend ist hier der Rückgang von Körperverletzungen auf öffentlichen Straßen und Wegen, die um 14,86 Prozent zurückgegangen sind.

Die Bedrohungen nahmen im Jahr 2025 ebenfalls ab von 345 im Jahr 2024 auf 331 im vergangenen Jahr, was einem Rückgang um 4,06 Prozent entspricht. Auch bei den Diebstahlsdelikten sind rückläufige Zahlen zu beobachten. So wurden im Jahr 2025 2.249 derartige Delikte erfasst, während es im Vorjahr noch 2.356 gewesen waren. Während es bei den einfachen Diebstählen einen Zuwachs um 4,21 Prozent auf nun 1.410 Taten zu verzeichnen gab, sei erfreulicherweise die Anzahl der Diebstähle unter erschwerenden Umständen um 16,35 Prozent auf nun 839 (Vorjahr 1.003) gesunken.

Mehr Ladendiebstähle


Die Zahl der Ladendiebstähle hat sich entgegen des allgemeinen Trends nochmals auf nunmehr 636 Taten (Anstieg um 17,13 Prozent) erhöht. Eine mögliche Ursache könnten die ausgebauten technischen Möglichkeiten in den Verkaufsräumen sein, die diese Delikte aufzeichnen und so zu einer höheren Anzahl von entdeckten Taten beitragen.

Nachdem die Zahl der Taschendiebstähle im Jahr 2024 deutlich auf 59 zurückgegangen war, ist im Jahr 2025 ein Anstieg auf nun 68 Taten zu verzeichnen. Hier wird die Polizei Peine auch im neuen Jahr einen Schwerpunkt in der Aufklärungsarbeit setzen, um die Bevölkerung weiter zu sensibilisieren, da es sich bei den Tatverdächtigen oft um spezialisierte reisende Täter handelt.

Weniger Räder geklaut


Der bereits in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2024 einsetzende Trend des Rückgangs von Fahrraddiebstählen hat sich im Jahr 2025 weiterhin deutlich fortgesetzt. Hier wurden insgesamt 179 Taten erfasst, was einem Rückgang um mehr als 45 Prozent mit Blick auf das Jahr 2024 entspricht. Die Aufklärungsquote in dem Deliktsbereich ist dabei in 2025 auf nun 17,88 Prozent angestiegen.

Offenbar zeigt sich eine erste vorsichtige Wirkung auf die Appelle aus der Gesellschaft und der Politik, was die Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte angeht. Waren für Stadt und Landkreis Peine im Jahr 2024 noch 47 Delikte zu verzeichnen, so gab es in 2025 einen Rückgang auf nun 42 Delikte.

Häusliche Gewalt im Fokus


Weiterhin wurde im Jahr 2025 die Polizei Peine gemeinsam mit den Netzwerkpartnern nicht müde, das Thema der häuslichen Gewalt im Fokus der Gesellschaft zu behalten. Nach kontinuierlichem Ansteigen in den vergangenen Jahren ist die Zahl der registrierten Straftaten von 2024 (494) auf nun 489 Taten gesunken. Auffallend ist hier, dass sich entgegen des Trends die Zahl der partnerschaftlichen Gewalt auf 276 Taten erhöht hat.

Stefan Weinmeister hat hier eine klare Meinung: „Gewalt in einem Umfeld, in dem sich jeder sicher fühlen sollte, darf nicht als Alltagskriminalität abgestempelt werden. Die Opfer verdienen besondere Aufmerksamkeit und Hilfen, um diesem Zustand zu entfliehen. Die Polizei Peine und die Netzwerkpartner werden hier nicht müde, gemeinsam Lösungen für die Betroffenen zu finden, um zukünftig ihr Zuhause wieder als angstfreien Raum zu empfinden.“

Anzahl von Messerangriffen


Die Anzahl von Messerangriffen im Berichtsjahr 2025 ist für Stadt und Landkreis Peine nochmals um eine Tat auf nun 37 Taten gestiegen. Die Zahl der Opfer ist seit 2022 kontinuierlich gestiegen, und so wurden im Jahr 2025 insgesamt 44 Personen Opfer eines Deliktes mit Messer. Die höhere Zahl von Opfern erklärt sich beispielsweise durch eine Bedrohung mit einem Messer, die hier als Tat erfasst wird, jedoch können im Rahmen dieser Tat mehrere Personen bedroht werden.

Wie in den vergangenen Jahren wird die Entwicklung bei den Messerangriffen durch die Polizei Peine auch im Jahr 2026 weiter beobachtet. Weinmeister sagt dazu: „Wie in den Jahren zuvor blicken wir regelmäßig auf diese Straftaten, um eventuelle Schwerpunkte zu erkennen und gegebenenfalls gemeinsam mit Stadt und Landkreis Peine Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel eine Waffenverbotszone zu diskutieren. Aufgrund der Verteilung dieser Delikte auf das Stadtgebiet und nicht zuletzt auch aufgrund der verschiedenen Erscheinungsformen dieser Gewaltdelikte, ist eine derartige Zone für Stadt und Landkreis derzeit kein probates Mittel, dieser Deliktsform entgegenzuwirken.“

Lage in der Südstadt


Auch zur Peiner Südstadt gibt es neue Erkenntnisse: Die Arbeit der Ermittlungseinheit „Südstadt“ im Jahr 2025 habe sich laut Julia Semper bewährt. Durch die direkte Ansprechbarkeit der Ermittlerinnen und Ermittler sowie diverser Kontrollen auch in den Abendstunden sei die polizeiliche Arbeit dort spürbar und trage zur Sicherheit in diesem Viertel bei.

Gleichwohl habe auch das vergangene Jahr gezeigt, dass sich dort Kriminalität im Verborgenen abspielt. Hier sei die Schussabgabe auf eine Gaststätte in der Braunschweiger Straße im Juni 2025 erwähnt, die seitens der Staatsanwaltschaft als Mordversuch eingestuft wurde und intensive Ermittlungen in dem Milieu nach sich zog. Daher müsse und werde die Polizei weiterhin die Peiner Südstadt im Fokus
behalten.

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