Trotz Corona: Zehntklässler persönlich verabschiedet

Dies berichtet die IGS Lengede.

Die Abschlussfeier im sehr kleinen Rahmen
Die Abschlussfeier im sehr kleinen Rahmen Foto: IGS Lengede

Lengede. Es ist eine Jahrzehnte alte Tradition, dass Schülern in einem feierlichen Rahmen die Abschlusszeugnisse überreicht werden. Anwesend sind alle Schüler des Jahrgangs, die Lehrkräfte der Schule, Eltern, Geschwister und Großeltern sowie geladene Gäste. Zwischen dem feierlichen Ein- und Ausmarsch gibt es zahlreiche Grußworte und Reden, das Schulorchester spielt, der Schulchor singt und es werden, je nach Schulgröße, bis zu 200 Absolventen aufgerufen und die Zeugnisse einzeln überreicht. Ganz anders war es in diesem Jahr an der IGS Lengede, wie die Schule in einer Pressemitteilung berichtet.


Oberste Priorität hatte der Schutz von Schülern und Lehrkräften vor dem Coronavirus. „Ich habe frühzeitig entschieden, dass die für den Unterrichtsbetrieb geltenden Corona-Schutzmaßnahmen für eine Abschlussveranstaltung nicht aufgeweicht werden“, so Schulleiter Jan-Peter Braun. Dazu zählen, so Braun, neben dem Abstandsgebot, das Verbot auf Mischung von Lerngruppen, Einbahnwege in den Schulgebäuden und die Begrenzung der Personen in den Toilettenbereichen auf maximal zwei. Nachdem klar war, dass diese Regelungen bis zum Schuljahresende gelten würden, begann die Schule eine Alternative zu erarbeiten.

"Klassen sollten noch einmal zusammenkommen"


„Am Wichtigsten war uns, dass zum Abschied die Schüler der einzelnen Klassen noch einmal zusammenkommen konnten“, so die Leiterin des Abschlussjahrgangs 10, Claudia Müter. Zuvor seien die Schüler, wie vom Ministerium vorgegeben, lediglich in halber Klassenstärke an unterschiedlichen Tagen unterrichtet worden und hatten sich teilweise seit Monaten nicht mehr gesehen. In der gesamten Schule gab es nur die Aula, die allen Anforderungen genügte, so Müter. Maximal 30 Schüler, zuzüglich zehn Lehrkräfte auf der Bühne, passen in unter den Hygienevorgaben in den Raum. Somit wurden nacheinander insgesamt fünf Verabschiedungen durchgeführt. Zwei Reinigungskräfte waren vor Ort, die zwischen jeder Veranstaltung die Tische desinfizierten.

In der Begrüßung ließ der Schulleiter die vergangenen sechs Jahre Revue passieren und nannte immer wieder Beispiele, an denen die Schüler nicht ihre Wünsche erfüllt bekommen hatten oder an denen persönliche Pläne nicht wie gewünscht verwirklicht werden konnten. Nun gebe es drei Möglichkeiten, wie der Einzelne auf solche Situationen reagieren könne, so Braun. Er könne sich über Stunden, Wochen oder Tage ärgern, er könne anderen die Schuld geben oder er könne die neue Situation als Chance für ungeplante Erfahrungen, neue Erlebnisse und Lernchancen nutzen.

Im Anschluss daran zitiert Müter aus dem Song „Beautiful Boy“, den John Lennon für seinen Sohn geschrieben hatte: „Life is what happens to you while you're busy making other plans“.

Persönliche Worte der Klassenlehrer


Sehr persönliche Worte fanden die jeweiligen Klassenlehrkräfte für ihre Klassen. Und auch die Reden der Klassensprecher waren von Wertschätzung, Respekt und Humor geprägt.

„Es waren die persönlichsten Abschlussveranstaltungen, die ich bisher erlebt habe“, fasst Oliver Virkus, Leiter der Sekundarstufe I, den Tag zusammen. Es flossen bei jeder Klasse zahlreiche Tränen, sowohl bei den Schülern aber auch bei den Lehrkräften. "Für die meisten Lehrkräfte unserer jungen Schule war dieses die erste Klasse, die sie als Klassenlehrkraft über viele Jahre begleitet und zum Abschluss geführt hat", so Virkus.

„Für die Eltern war es sicherlich sehr belastend, bei der Überreichung des ersten anerkannten Bildungsabschlusses ihres Kindes nicht dabei gewesen sein zu können“, so Braun. „Dennoch hatte diese Art der klassenbezogenen Verabschiedung einen deutlich individuelleren Charakter, als dieses bei einer großen Veranstaltung der Fall ist.“ Alles habe seine Vor- und Nachteile, seine Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten, seine Chancen oder Risiken. Von besser oder schlecht zu sprechen, sei jedoch nicht angebracht.


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