Planenschlitzer auf Autobahnparkplätzen werden zunehmend zum Problem

Kürzlich fand eine überregionale Schwerpunktkontrolle des LKA zu diesem Kriminalitätsphänomen statt. Mit dabei war die Polizeidirektion Braunschweig.

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Symbolbild | Foto: erstellt mit Google Gemini

Region. Wie das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) kürzlich in einer Pressemitteilung berichtete, wurden Ende Februar in den Nachtstunden Schwerpunktkontrollen zur Bekämpfung des Kriminalitätsphänomens Planenschlitzen durchgeführt. Mit dabei war auch die Polizeidirektion Braunschweig. regionalHeute.de fragte dort nach, wie es gelaufen ist und wie groß das Problem in unserer Region ist.



Beim Planenschlitzen handele es sich um eine spezifische Form von Ladungsdiebstahl im Güterverkehr, bei der die Planen von Lastkraftwagen oder Transportfahrzeugen aufgeschnitten werden, um Einblick in die transportierte Ladung zu erhalten und diese gegebenenfalls zu entwenden, so die Definition des LKA.

Im Fokus der Diebe


Typische Zielgüter seien Elektronik, Markenbekleidung, Tabakwaren, Kosmetik oder Konsumgüter mit hohem Wiederverkaufswert. Durch Planenschlitz-Delikte wurde in Niedersachsen im Jahr 2025 eine Schadenssumme von 9 Millionen Euro festgestellt. Im Jahr zuvor lag die Schadenssumme bei knapp 5,6 Millionen Euro. Auch in Fällen, in denen kein Diebesgut erlangt werde, entstünden durch beschädigte Fahrzeugplanen, Reparaturaufwand und Ausfallzeiten hohe finanzielle Belastungen für Fahrzeughalter und Transportunternehmen, so das LKA. Für Fahrer bedeute Planenschlitzen zudem eine erhebliche Verunsicherung und Belastung im Arbeitsalltag.

Rastanlagen entlang der Autobahnen würden häufig in den Fokus der Täter geraten, da die Lkw-Fahrer dort die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten und die Transportfahrzeuge über längere Zeiträume abgestellt sind. Gleichzeitig bieten dicht stehende Fahrzeuge sowie teilweise eingeschränkte Überwachungsmöglichkeiten günstige Gelegenheiten für Täter, unauffällig vorzugehen. Die Lage an internationalen Transitstrecken erhöhe zusätzlich die Attraktivität dieser Orte für entsprechende Straftaten, warnt das LKA.

"Ohne nennenswerte Vorkommnisse"


Zur Beteiligung der Polizeidirektion Braunschweig an der Aktion Ende Februar teilt diese mit, dass das Polizeikommissariat Bundesautobahn Braunschweig gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen-Anhalt diese groß angelegte Kontrolle entlang der A2 durchgeführt habe. "Kontrolliert wurden insbesondere Autobahnparkplätze sowie verdächtige Fahrzeuge und deren Insassen. Die Kontrolle verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse", so Polizeisprecherin Aleksandra Rudnik.

Das sogenannte „Planenschlitzen“ stelle in der Region insbesondere auf Autobahnparkplätzen entlang der A2 sowie der A36 und der A39 ein wiederkehrendes Kriminalitätsphänomen dar (die A7 liegt nicht im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig). Eine erhöhte Tatfrequenz werde vor allem in den Herbst- und Wintermonaten (Oktober bis März) festgestellt. Konkrete Zahlen gibt es allerdings nicht, da das „Planenschlitzen“ in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst wird, so Rudnik abschließend.

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