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"Planungen für vierte Welle verschlafen" - Frauen Union attackiert Stadt Bad Harzburg



Goslar

"Planungen für vierte Welle verschlafen" - Frauen Union attackiert Stadt Bad Harzburg

Die Stadt scheut die Folgekosten von Luftfilteranlagen. Die Frauen Union stellt die Frage, wie viel der Stadt die Gesundheit der Kinder wert sei.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Sina Rühland

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Bad Harzburg. "Die Stadt Bad Harzburg verschläft Planungen zur Vorbereitung der Schulen auf eine erneute Corona-Welle und damit eine Entlastung der Familien", kritisiert die Frauen Union der CDU in Goslar in einer Pressemitteilung. Bei einer Sitzung des Stadtelternrates sei vorgebracht worden, dass die Folgekosten für Luftreiniger zu teuer wären. Dieses Argument will die Frauen Union jedoch nicht gelten lassen.



Lüften, lüften, lüften – in dieser Empfehlung des Ministeriums allein sehe die Stadt laut der Frauen Union das Allheilmittel, um den Schulunterricht in Präsenz abhalten zu können. Weitere Gedanken hätte sich die Stadt nicht gemacht, insbesondere das Förderprogramm zum Einbau von Luftfilteranlagen werde man nicht in Anspruch nehmen – zu teuer seien die jährlichen Folgekosten, so die Aussagen der Vertreterin der Stadt bei der Sitzung des Stadtelternrates Bad Harzburg. Allerdings habe man keine exakte Berechnung vorgenommen, da man sich ja an die Empfehlung des zuständigen Ministeriums halten werde und damit auf der sicheren Seite sei.

Der Unmut der Anwesenden über diese Aussagen war groß. "Wieso gibt es keine vorläufige Berechnung, um argumentativ überhaupt eine fundierte Aussage treffen zu können? Wieso gibt es kein Pilotprojekt, um dann die exakten Kosten für die Schulen ermitteln zu können? Wieso gibt es keinen Plan B, wenn man schon das Förderprogramm nicht in Anspruch nehmen will? Welche Alternativen (es gibt welche und durchaus preisgünstiger) hat man geprüft und wenn ja, mit welchen Argumenten auch als nicht durchführbar angesehen?", fragt die Frauen Union. Eine Antwort darauf erhielten die Anwesenden nicht.

"Belastungsgrenze überschritten"


„Hier spart die Stadt auf Kosten der Gesundheit der Kinder“, so die Kreisvorsitzende der Frauen Union Susanne Herweg. Ergänzend fügt Stefanie Hertrampf, Beisitzerin im Vorstand der Frauen Union, und selbst Mutter von zwei Kindern hinzu: „Weitere Monate mit Home-Schooling sind zudem insbesondere den berufstätigen Müttern nicht mehr zumutbar, die Belastungsgrenzen sind hier schon überschritten.“ Die Frauen Union stellt die Frage, wie viel die Gesundheit der Kinder der Stadt wert sei. „Das vorgebrachte Totschlagsargument der fehlenden finanziellen Mittel ist ein Eingeständnis der Hilflosigkeit oder der fehlenden Bereitschaft der Stadt in diese Planungen Arbeit und Zeit zu investieren,“ so Susanne Herweg abschließend.


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