Polizeimeldungen: Warum die Nationalität manchmal keine Rolle spielt

Diese Frage scheint den regionalHeute.de-Lesern immer wieder unter den Fingernägeln zu brennen.

von Anke Donner


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Rudolf Karliczek

Region. Täglich erreichen die regionalHeute.de-Redaktion unzählige Meldungen der Polizei aus dem gesamten Verbreitungsgebiet. Dabei werden von der Polizei in eben diesen Meldungen Hinweise von Zeugen eingefordert oder Tatabläufe geschildert. Die Frage, die sich viele Leser dabei immer stellen: Warum wird oftmals auf Angaben zu Nationalität der Beteiligten verzichtet und manchmal eben nicht?


Lesen Sie auch: Fahndung: Warum Täter-Bilder erst nach Monaten veröffentlicht werden


An einem Bespiel machen wir es einmal fest: So lautete eine Meldung der Polizei Braunschweig am Montag, dass am frühen Samstagabend eine 25-Jährige von ihrem Lebensgefährten mit einem Messer angegriffen wurde. Der Mann flüchtete, konnte aber später von der Polizei festgenommen werden. Dennoch bat die Polizei um Hinweise zur Tat oder auch zum Täter. Prompt kam die Frage nach der Herkunft auf, was in diesem Fall mit dem Satz: "Wenn die Herkunft nicht genannt wird, ist das wohl klar", kommentiert wurde. Dabei waren für die Ermittlungen in diesem Fall die Angaben über die Herkunft und gar eine Täter-Opferbeschreibung überhaupt nicht relevant. Der Verzicht auf diese Angaben geschieht also nicht, weil die Polizei Informationen unter den Teppich kehren will, sondern aus einem anderem guten Grund, wie Thorsten Ehlers, Sprecher der Polizeidirektion Braunschweig, erklärt.

Daten müssen geschützt werden


"Informationen, aufgrund derer die beteiligten Personen identifiziert oder identifizierbar gemacht werden können, dürfen nur in Ausnahmefällen bekannt gegeben werden; bei Minderjährigen ist besondere Zurückhaltung zu üben. Die Angabe der Nationalität gehört zu den besonders zu schützenden Daten und ist nur dann aufzuführen, wenn diese Angabe zum Beispiel für die Darstellung des Sachverhaltes von besonderer Bedeutung ist", erklärt Ehlers.

So wie in diesem Fall, indem eine genaue Beschreibung des Täters hilfreich bei der Aufklärung sein kann. Bereits Ende Mai war es zu einer Belästigung zweier Mädchen in der Wallstraße in Wolfenbüttel gekommen. Die Polizei sucht nun Zeugen, die den Vorfall mitbekommen haben und Hinweise zum unbekannten Täter geben können. Die wurden als männlich und etwa 30 Jahre alt mit dunkler Haut und dunklem Haaren beschrieben.

Auch bei dem Mädchenmord in Salzgitter kam immer wieder die Frage nach der Nationalität der beiden tatverdächtigen Jugendlichen und auch des Opfers auf. Auch hier hielten sich die Strafverfolgungsbehörden zurück. Bei der Aufklärung des Falles wären diese Angaben wenig hilfreich gewesen.


zum Newsfeed

Themen zu diesem Artikel


Kriminalität