Polnischer Ex-Geheimdienstchef beunruhigt über Fall Hanning

Die Festnahme des früheren BND-Präsidenten August Hanning unter anderem wegen des Vorwurfs des versuchten Landesverrats sorgt auch im Ausland für erhebliche Besorgnis. Der ehemalige Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Grzegorz Malecki, sagte der "Welt am Sonntag", der Fall sei höchst beunruhigend und könne das Misstrauen der Verbündeten gegenüber dem Bundesnachrichtendienst verstärken.

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Bundesnachrichtendienst (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Berlin. Die Festnahme des früheren BND-Präsidenten August Hanning unter anderem wegen des Vorwurfs des versuchten Landesverrats sorgt auch im Ausland für erhebliche Besorgnis.


Der ehemalige Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Grzegorz Malecki, sagte der "Welt am Sonntag", der Fall sei höchst beunruhigend und könne das Misstrauen der Verbündeten gegenüber dem Bundesnachrichtendienst verstärken. Dies habe das Potenzial, den Informationsaustausch mit Deutschland zu beeinträchtigen.

Der frühere Geheimdienstkoordinator der Ära Merkel, Günter Heiß (CDU), sagte der Zeitung, eine Genehmigung für eine Nebentätigkeit eines BND-Mitarbeiters zugunsten Hannings müsse auf Führungsebene entschieden worden sein. Zwar seien Nebentätigkeiten für Beamte grundsätzlich möglich, sagte Heiß. Ohne Details zu kennen, hätte er als Verantwortlicher im BND so etwas niemals genehmigt.

Der frühere Staatsminister und Geheimdienstkoordinator unter Bundeskanzler Helmut Kohl, Bernd Schmidbauer (CDU), sagte der "Welt am Sonntag", Hanning habe sich große Verdienste um die Sicherheit Deutschlands erworben. Deshalb sei der Fall "nicht nur eine Tragödie für die deutschen Geheimdienste, sondern auch für den einstigen Spitzenbeamten". Hanning gehörte in den 1990er-Jahren zu den engsten Mitarbeitern Schmidbauers und leitete von 1998 bis 2005 den Bundesnachrichtendienst.

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