Sie sind hier: Region >

Projekt Grünes Klassenzimmer - Spende an Kranich Gymnasium



Salzgitter

Projekt Grünes Klassenzimmer - Spende an Kranich Gymnasium

von Nino Milizia


Projektleiter Stefan Heftrich, Schulleiterin Anke Ilgner, stellvertretender Schulleiter Martin Ehrenberg, Hasan Cakir, Betriebsrat Flachstahl Salzgitter, und Cornelia Kühne, Praktikantin des Betriebsrats. Foto: Nino Milizia
Projektleiter Stefan Heftrich, Schulleiterin Anke Ilgner, stellvertretender Schulleiter Martin Ehrenberg, Hasan Cakir, Betriebsrat Flachstahl Salzgitter, und Cornelia Kühne, Praktikantin des Betriebsrats. Foto: Nino Milizia Foto: Nino Milizia

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Salzgitter. Am heutigen Mittwoch erhielt das Kranich Gymnasium eine Spende von 5.000 Euro von der Flachstahl Salzgitter. Zu Gute kommen soll das Geld dem Projekt Grünes Klassenzimmer, welches allen Klassen der Schule die Möglichkeit geben soll, den Schulwald für unterrichtliche Zwecke zu nutzen.



Eine zehnte Klasse (10 FL2) des Kranich Gymnasiums plant in ihrer einmal die Woche stattfindenden Klassenlehrerstunde in Eigenregie (betreut durch den Projektleiter Stefan Heftrich) die Errichtung eines grünen Klassenzimmers in einem vor kurzem angelegten Schulwald in der Nähe von Salder, direkt an der Fuhse gelegen. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler als Klasse gemeinsam an einem Ort beschult werden und den Biologieunterricht lebendig gestalten können. So sind ökologische Untersuchungen des Waldes oder der benachbarten Fuhse ebenso möglich wie beispielsweise praxisorientierter Mathematikunterricht (zum Beispiel Flächenvermessung).

Nachdem bereits von den Schülern zahlreiche Bäume gepflanzt wurden, die in den nächsten Jahren zu einem Mischwald erwachsen sollen, sind als nächstes Sitzgelegenheiten aus Baumstämmen für etwa 30 Personen geplant. Aber auch kleine Tische, die den Schülern das Schreiben ermöglichen, sind denkbar. Weiter plant die Klasse, einen Grill zu mauern, der dann für Veranstaltungen oder Ausflüge in Kombination mit den Sitzgelegenheiten genutzt werden kann. Denkbar wäre auch eine Überdachung der Sitzplätze. Für die kalte Jahreszeit wäre ein verschließbarer Bauwagen sinnvoll, um Arbeitsgeräte und ähnliches unterzustellen.


Azubis der Flachstahl packen mit an


Zwar befindet sich das Projekt aktuell noch in den Anfängen der Planungsphase, doch nimmt es mit der Spende der Flachstahl Salzgitter, mit der innerhalb des Projekts gar eine Kooperation angedacht ist, langsam Fahrt auf. Im Frühjahr hofft man bereits auf den Arbeitsbeginn, so dass die Arbeiten möglicherweise bereits im Sommer 2018, aber spätestens im Frühsommer 2019 beendet sind. Mit Hilfe der Azubis der Flachstahl könnten zukünftig beispielsweise Grillroste gefertigt werden. Auch Sitzgelegenheiten, Abstützpfosten und vieles mehr könnte aus Stahl gefertigt werden und eine echte Bereicherung des Gartens darstellen. Mit diesen Vorschlägen rennen die Schüler im Verbund mit ihrem Lehrer Stefan Heftrich offene Türen bei Betriebsrat Hasan Cakir ein. Dieser zeigt sich von der Idee begeistert und will den Schulgarten zügig voran bringen.

Schulleiterin Anke Ilgner und ihr Stellvertreter Martin Ehrenberg sind vollends vom Grünen Klassenzimmer überzeugt. Auf einer Fläche von einem Hektar bietet sich reichlich Raum für die freie Entfaltung junger Menschen, die teilweise nur wenig Natur in ihrem privaten Umfeld erleben und so beispielsweise zum ersten Mal einen Spaten in der Hand halten. In der Planungsphase, in der auch die Landesforsten involviert waren, lernten die Schüler bereits wissenschaftliches Arbeiten, konnten sich fächerübergreifend engagieren und in einem eigens gegründeten Seminar Noten erlangen, die ins spätere Abitur einfließen.

Die Schule hofft auf Fahrradspenden


Auch die Elterninitiative greift das Projekt gerne auf und sammelt Fahrräder, um Zeit für den Fußweg einzusparen und den Schülern so mehr Zeit im Freien zu verschaffen. Schulleiterin Ilgner weist gerne darauf hin, dass diese nicht einmal fahrtüchtig sein müssten, da im Rahmen des Ganztagsbetriebs die Drahtesel repariert werden könnten. Generell wird in der Schule fleißig angepackt, so dass es tatsächlich "IHR" Garten wird. Mittlerweile pflanzt jede Klasse ihren eigenen Baum und legt bei der Gestaltung selbst Hand an. Laut Cakir sei damit genau der richtige Weg eingeschlagen worden, so dass er sich auch für weitere Investitionen stark machen werde. So könne man seiner sozialen Verantwortung in einem sinnvollen Maße gerecht werden.

Schulleiterin Ilgner sieht zudem keine Gefahr, dass der Hype um den Schulwald abebben könnte. Sie will das Umweltprojekt fest im Schulalltag und Lehrplan verankert wissen, um den Paukern fernab der Schulbank und der üblichen Lehrpläne weitere Blicke über den Tellerrand ermöglichen zu können. Eine Schule gegen Rassismus, wie es das in ihrem 75. Jahr befindliche Gymnasium ist, müsse auch immer den pädagogischen Auftrag im Fokus haben. Mit Hilfe von Sponsoren sollen die begeisterten Schüler an ihrem Wald festhalten und den Schulalltag weiterhin lebendig mitgestalten können.


zum Newsfeed