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Projekttag: Klasse 6c der großen Schule prüft Barrierefreiheit



Wolfenbüttel

Projekttag: Klasse 6c der großen Schule prüft Barrierefreiheit


Frieda, Isabel, Greta, Lova, Neele, Tabea, Luise und Josefine (im geliehenen Rollstuhl) der Klasse 6c vor dem Stadtbad "Okeraue". Foto: Gymnasium Große Schule
Frieda, Isabel, Greta, Lova, Neele, Tabea, Luise und Josefine (im geliehenen Rollstuhl) der Klasse 6c vor dem Stadtbad "Okeraue". Foto: Gymnasium Große Schule Foto: Gymnasium Große Schule

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Wolfenbüttel. „Guten Morgen! Kennen Sie die Wheelmap?“ Diese Frage stellten drei Schülergruppen zahlreichen Menschen, die am 30. August mit einem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen in Wolfenbüttels Innenstadt unterwegs waren. Das Gymnasium Große Schule berichtet.



Im Rahmen ihres Projektes zum 475-jährigen Schuljubiläum des Gymnasiums Große Schule untersuchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c die Barrierefreiheit zahlreicher Gebäude, um ihre Ergebnisse anschließend in die besagte Wheelmap einzutragen - eine weltweite Online-Landkarte beziehungsweise kostenlose App, in der mithilfe von grünen, gelben und roten Farbmarkierungen angezeigt wird, ob ein Ort voll, teilweise oder gar nicht barrierefrei ist.

Aktuell beinhaltet sie Informationen zu rund 850.000 öffentlichen Orten und ist in 25 Sprachen verfügbar. Unter www.wheelmap.org können daher Menschen mit Handicap oder Eltern mit Kinderwagen im Voraus recherchieren, ob ihnen unbekannte Zugänge und Räumlichkeiten ebenerdig und breit genug für ihre Bedürfnisse sind. Auch das Vorhandensein behindertengerechter Toiletten kann markiert und eingesehen werden. Ergänzende Anmerkungen, zum Beispiel zum Aufbewahrungsort von Fahrstuhl- und Toilettenschlüsseln, sind ebenfalls möglich.


Ein Projekttag voller Tatendrang


Voller Tatendrang machten sich die Kinder an ihrem Projekttag mit geliehenen Rollstühlen, Wasserwaagen und Zollstöcken auf den Weg, um Bodenbeschaffenheiten, Türbreiten und die Steigung eventuell vorhandener Rampen zu ermitteln. Sie befragten zudem interessierte Erwachsene zu deren Erfahrungen in Hinsicht auf die örtliche Barrierefreiheit. Susanne Zielske (58), die in Wolfenbüttel wohnt und mit ihrem Rollstuhl im Forum zum Einkaufen unterwegs war, merkte an, dass sich auch an diversen umgebauten Fußgängerüberwegen, die nun als barrierefrei bezeichnet würden, noch immer zu hohe Kanten befänden, die das Befahren erschweren würden.

Polizeioberkommissar Frank Bettermann (52) stellte fest, dass es zwar am Gebäude des örtlichen Polizeireviers einen Fahrstuhl gebe, dass dieser jedoch nur das Erdgeschoss barrierefrei mache, während Termine für alle Stockwerke vergeben würden. Dennoch befinden sich in Wolfenbüttel mittlerweile immer mehr barrierefreie Gebäude, von denen am Ende des Projekttages mehrere eine passende Markierung in der Wheelmap erhalten haben.

„Es wäre schön, wenn viele Menschen diese hilfreiche Landkarte, die im Jahr 2010 von dem Inklusionsaktivisten Raúl Krauthausen und dem in Berlin ansässigen Ehrenamtlichenverein SOZIALHELDEN ins Leben gerufen worden ist, erweitern und bekannter machen würden. Eine Anmeldung ist für Recherchen und eigene Farbmarkierungen nicht notwendig“, erklärt Deutschlehrerin Dorothee Flachsbart.


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