Goslar. Im kommenden Monat beginnt vor der 2. Strafkammer am Landgericht Braunschweig ein Prozess wegen Kindesmissbrauchs. Angeklagt sind eine Lehrerin aus Goslar und ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Beim Opfer der angeklagten Taten handelt es sich um den eigenen Sohn der Frau.
Es sind schwerwiegende Vorwürfe, welche die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage erhebt: Eine damals 47-Jährige soll über ein Datingportal den ebenfalls angeklagten Politiker (damals 65) kennengelernt haben und eine Beziehung mit ihm eingegangen sein. Im September 2021 soll die Frau sexuelle Handlungen an ihrem damals 7-jährigen Sohn vorgenommen und davon zwei Fotos angefertigt haben, die sie dem Angeschuldigten zusandte, "weil sie wusste, dass dieser sich darüber freuen werde", wie es auf Anfrage seitens der Staatsanwaltschaft im November geheißen hatte.
Freund der Mutter soll Jungen missbraucht haben
Bei einem Besuch in der Wohnung der Frau soll es zudem zum Missbrauch an dem Jungen durch den Beschuldigten gekommen sein. Die Angeklagte soll außerdem im September und Oktober 2021 weitere Nacktfotos ihrer 7 und 9 Jahre alten Söhne mit eindeutig sexuellem Bezug gemacht und an den Mann verschickt haben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin gegen den Mann in einem Verfahren wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Inhalte hatten die Strafverfolgungsbehörden auf den Fall in Goslar aufmerksam gemacht. Im Zuge der Ermittlungen in Berlin wurden auch Chatnachrichten und Bilddateien mit Bezug nach Goslar sichergestellt.
Der nun angeklagten Frau werden sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexueller Missbrauch von Kindern, Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten vorgeworfen, dem Mann sexueller Missbrauch von Kindern. Der Prozess in Braunschweig startet am 10. März, für das Verfahren sind vier Verhandlungstage angesetzt, bestätigte das Landgericht Braunschweig auf Nachfrage von regionalHeute.de

