Braunschweig

Radtour-Absage der CDU: Bürgerinitiative Baumschutz antwortet


Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto: Pixabay

Artikel teilen per:

09.04.2018

Braunschweig. Nachdem die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig eine Einladung zur Besichtigung zu Orten, an denen auf Privatgelände Bäume gefällt wurden, ausgesprochen hat, sagten die CDU-Ratsleute Frau Mundlos und Herr Hinrichs die Teilnahme daran ab. Die Bürgerinitiative teilt nun mit, dass die Tour dennoch stattfinden würde und bezieht Stellung.


Im Folgenden veröffentlichen wir den Antwortbrief der Bürgerinitiative Baumschutz an die CDU-Ratsleute unkommentiert und ungekürzt.



"Sehr geehrte Frau Mundlos, sehr geehrter Herr Hinrichs,

herzlichen Dank für Ihre Mühe, uns eine differenzierte Absage zu unserer Einladung zukommen zu lassen.
Wir gehen mit Ihnen konform, dass Grün immer Werden und Vergehen unterworfen ist. Das hat allerdings nichts mit dem Baumbestand zu tun – es sollte Aufgabe der Stadt sein, darauf zu achten, dass dieser Bestand immer konstant bleibt, das heißt, dass sich das Vergehen und das Werden die Waage halten.
Unsere Initiative hat sich gegründet, weil das in Braunschweig nicht mehr der Fall ist.

Sie reden davon, dass Braunschweig eine grüne Stadt sei – das mag der subjektive Eindruck derer sein, die ihre Kindheit im letzten Jahrtausend verbracht haben. Damals war das Grün sehr üppig und es war das Gefühl, ein bisschen ‘Kappen und Fällen’ kann diesem Überfluss nichts anhaben. Das gehört heute der Vergangenheit an. Wer mit der Fähigkeit, Stadtgrün wahrzunehmen durch unsere Stadt geht, wird bemerken, wie viel Erholungsgrün einfach verschwunden ist – ganz im Gegensatz zu anderen Städten, wie zum Beispiel Hannover (Hannover hat übrigens eine Baumschutzsatzung).

Einige wenige Beispiele, beliebig erweiterbar:

Hauptbahnhof Parkplatz Süd – ein kleiner Wald abgeholzt – Grund angefragt, keine Antwort erhalten, die Stadt Braunschweig wurde weder gefragt noch informiert
Saarstraße 78 bis 100 – fast alle Bäume auf der Wohnanlage gefällt –
Wohnungsgesellschaft Semmelhaack
Rüdigerstraße 8a – mindestens 20 Pappeln gefällt – Seniorenzentrum Wilhelmium

Es wäre schön, diesen Trend zu stoppen, und die letzten alten Bäume zu erhalten, bevor sie der Motorsäge zum Opfer fallen oder nach dem Schönheitsideal 'Zaunpfahl’ verstümmelt werden.

Die von Ihnen gewünschten detaillierten Informationen zu gefällten Bäumen können Sie als Ratsfrau jederzeit von der Stadtverwaltung erhalten. Ein solcher Auftrag wurde allerdings schon durch den Grün-förderungsantrag der interfraktionellen Arbeitsgruppe erteilt. Sie und Ihre Partei haben dagegen gestimmt!
Wir würden es sehr begrüßen, wenn das neue Stadtleitbild lauten würde:

“Braunschweig soll wieder viel grüner werden!”"



zur Startseite