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"Realitätssinn abhanden gekommen": Keine Einigung zwischen Helios und Ver.di



"Realitätssinn abhanden gekommen": Keine Einigung zwischen Helios und Ver.di

Ver.di möchte für acht Kliniken des Helios Konzerns in Niedersachsen eine Entgeltsteigerung von 15 Prozent für ein Jahr sowie eine Corona-Prämie von 1.500 Euro erstreiten.

Symbolbild. Archiv.
Symbolbild. Archiv. Foto: Sandra Zecchino

Region. Acht Helios Kliniken in Niedersachsen haben nach dem dritten Verhandlungstag mit ver.di kein neues Angebot vorgelegt. "Wir können nicht erkennen, dass ver.di ernsthaft verhandeln will. Die geforderten Tarifanpassungen sind utopisch und lassen jeglichen Realitätssinn vermissen", sagt Regionalgeschäftsführer Reiner Micholka (Region West), verantwortlich für drei von acht niedersächsischen Helios Kliniken in einer Pressemitteilung Helios'.



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Ver.di möchte für acht Kliniken des Helios Konzerns in Niedersachsen eine Entgeltsteigerung von 15 Prozent für ein Jahr sowie eine Corona-Prämie von 1.500 Euro erstreiten. Zudem wird eine Anhebung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent gefordert. "Offensichtlich betreibt ver.di durch absurde Gehaltsforderungen aggressive Mitgliederwerbung. Unser Pflegepersonal wird durch die genannten Fantasiebeträge leider völlig in die Irre geführt", sagt Franzel Simon, Regionalgeschäftsführer Region Nord, der für die anderen fünf der acht Kliniken in Niedersachsen verantwortlich ist.



Das bietet Helios


Das Angebot sieht wie folgt aus: 4,6 Prozent mehr Gehalt für die nächsten zwei Jahre. Hinzukommen konkrete Angebote zu einer Corona-Zahlung, der Pflegezulage und im Bereich der Jahressonderzahlung. Trotzdem sei Ver.di nicht entgegengekommen. "Stattdessen wird weiter das Märchen erzählt, dass Pflegekräfte bei uns schlecht verdienen. Nachweislich ist die Situation aber eine ganz andere: Mit unseren Haustarifen liegen wir im und zum Teil sogar über dem Branchenschnitt", sagt Micholka. Laut eigenen Angaben, haben die Mitarbeiter seit 2018 einen Reallohnzuwachs von 9,7 Prozent. Der Kaufkraftverlust durch die steigende Inflationsrate sei damit bereits eingerechnet.


"Wir haben durch die Regulierung im Gesundheitssystem keine wesentlichen Möglichkeiten, selbst die Einnahmen zu erhöhen. Daher müssen wir die Balance zur Ausgabenseite halten, um auch weiter in unsere Häuser investieren zu können", so Simon.

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Die beiden Helios Regionalgeschäftsführer erklärten dennoch ihre Bereitschaft, auch in diesem Jahr eine angemessene Lohnsteigerung mitzutragen: "Unser faires Angebot liegt auf dem Tisch. Unter der Maßgabe, dass ver.di zu seriösen Gesprächen bereit ist, haben wir bereits dem nächsten Verhandlungstermin zugestimmt." Zudem appellieren Simon und Micholka, die Tarifverhandlungen nicht durch Streiks auf dem Rücken der Patienten auszutragen.


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