Sie sind hier: Region >

Reine Alibiveranstaltung? Kritik an Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Hagenmarkts



Reine Alibiveranstaltung? Kritik an Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Hagenmarkts

Die Bürgerinitiative Baumschutz beklagt, dass nur die Vorschläge des Architekturbüros Ackers diskutiert worden seien. Die Robinien am Hagenmarkt müssten in jedem Fall erhalten bleiben.

von Alexander Dontscheff


Müssen die letzten Robinien auch noch weichen? Archivbild
Müssen die letzten Robinien auch noch weichen? Archivbild Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. In seiner Sitzung am morgigen Mittwoch entscheidet der städtische Planungs- und Umweltausschuss über die Zukunft des Hagenmarktes. Eine vom Architekturbüro Ackers entworfene Vorzugsvariante der Verwaltung steht zur Abstimmung. An dieser hatte es bereits Kritik durch BIBS und FDP gegeben. Nun meldet sich die Bürgerinitiative Baumschutz zu Wort. In einer Pressemitteilung kritisiert sie die vorangegangene Bürgerbeteiligung als "Alibiveranstaltung". Die Robinien auf dem Hagenmarkt müssten auf jeden Fall erhalten bleiben.



Die Fällungsabsicht der Robinien aus „Gestaltungsgründen“ sei auf einem der Bürgerworkshops respektlos in einem Nebensatz kundgetan worden, kritisiert Edmund Schultz von der Bürgerinitiative Baumschutz. "Als ob die Bäume keinerlei Wichtigkeit für das Klima, das Stadtklima und unser Wohlbefinden hätten." Die Bäume seien von der Stadt mit Zugversuchen auf ihre Sicherheit überprüft worden. Sie hätten über 50 Jahre lang allen Stürmen widerstanden. "Wertvolle alte Bäume kann man nicht neu pflanzen. Mit welchem Recht dürfen Stadtverwaltung und Büro Ackers hier ein weiteres Stück unseres Klimas – unserer Zukunft – zerstören?", fragt Schultz.

"Große Bäume müssen erhalten werden"


Angesichts des dritten Dürrejahres in Folge und überall in der Stadt sterbender Bäume sei es um so wichtiger, Planungen so zu gestalten, dass große Bäume erhalten werden. Diese würden das Wasser kühlen und halten. Die Hagenmarktrobinien benötigten keine Wassersäcke oder andere Bewässerungsmaßnahmen.



Die Bürgerbeteiligung sei aus Sicht der Bürgerinitiative Baumschutz eine Scheinbeteiligung - eine reine Alibiveranstaltung gewesen. Mehrere Bürger und Bürgerinitiativen - so auch die eigene - hätten eigene Ideen und ganze Planungsvorschläge eingebracht. Diese seien zwar erwähnt, in den Workshops aber ignoriert worden, wie auch der vielfach vorgebrachte Wunsch nach dem Erhalt der Robinien. Die Rolle der Teilnehmer sei darauf beschränkt worden, verschiedene Entwurfsvarianten des Büros Ackers zu diskutieren und zu bewerten.


zum Newsfeed