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Rucksack-Programm macht aus Kindern kleine Sprach-Experten

von Marian Hackert


Im Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe fiel heute der offizielle Startschuss zum Elternbildungs- und Sprachförderprogramm "Rucksack". Fotos: Marian Hackert
Im Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe fiel heute der offizielle Startschuss zum Elternbildungs- und Sprachförderprogramm "Rucksack". Fotos: Marian Hackert

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20.11.2017

Braunschweig. Das Haus der Familie, das "Dialogwerk Braunschweig" und die Volksbank BraWO Stiftung starten im Rahmen von United Kids Foundations in Braunschweiger Familienzentren und Kitas das Elternbildungs- und Sprachförderprogramm "Rucksack". Im Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe erfolgte der offizielle Auftakt.


40 Familien, zehn Elternbegleiterinnen in sechs Kindertagesstätten. Das Rucksack-Programm setzt sich im Rahmen von United Kids Foundations für den spielerischen Spracherwerb für Eltern und Kinder ein und fördert die Entwicklung und Integration von Familien in der Region. Eine Gruppe von Eltern trifft sich hierfür in ihrer Kita. Sie lernen gemeinsam Spiele, Aktivitäten und Übungen kennen, mit denen sie ihre Kinder spielerisch und mit Spaß zu Hause fördern können. So auch Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe. "Je besser ein Kind seine Muttersprache beherrscht, desto besser lernt es auch die deutsche Sprache. Der lockere Austausch zwischen den Eltern in allen Fragen des Alltags trägt zusätzlich zur Öffnung aller Kulturen und Integration bei. Beides sind Ziele des Programms. Nachdem wir bereits im August 2016 angefangen haben, sehen wir große Erfolge und Fortschritte sowohl bei den Eltern, als auch bei den Kindern", erklärt Michaela Wirth, Koordinatoren des Rucksack-Programms im Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe.

Lernen und interkulturelle Verständigung



Die Kinder des Caritas Familienzentrums St. Maximilian Kolbe hatten extra einige Lieder einstudiert. Foto:



Ziel des Programms "Rucksack" ist die Stärkung von vor allem mehrsprachigen Eltern in Erziehungsfragen und bei Themen rund um die sprachliche Entwicklung ihrer vier- bis sechsjährigen Kinder. "Natürlich profitieren auch ältere und jüngere Geschwister von dem Programm", berichtet Agnieszka Derendarz, Elternbegleiterin des Projekts. Dabei bietet das Konzept niedrigschwellige Spielanregungen, Übungen und Aufgaben, die die Eltern zu Hause in ihrer Muttersprache mit den Kindern umsetzen sollen. Parallel wird in der Kita der Wortschatz von mehrsprachig aufwachsenden Kindern in der Zweitsprache Deutsch erweitert. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass die Eltern gleich mittleren, besser Deutsch zu sprechen. "Die Eltern treffen sich hier in der Kita, also in gewohnter Umgebung. Somit ist die Hemmschwelle sehr niedrig", erklärt Michaela Wirth. Die Eltern stammen aus Deutschland sowie unter anderem aus Albanien, Tunesien, Bulgarien, Syrien, Vietnam, der Türkei und dem Libanon. Eine vorab ausgebildete Elternbegleiterin aus ihrer Mitte leitet die Treffen. Sie bespricht mit ihnen die Aufgaben für die kommende Woche und tauscht sich mit ihnen auch über allgemeine Erziehungsthemen aus. Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe sind dabei wichtige Grundprinzipien.

Vorbereitung auf die Schule



Stolz boten die kleinen Sprach-Experten ihr neu Erlerntes dar. Foto:



Die Rucksack-Materialien existieren in zwölf verschiedenen Sprachen, so dass mehrsprachige Kinder zu Hause ihre muttersprachlichen Fähigkeiten ausbauen können, während parallel in der Kita das Erlernen der deutschen Sprache unterstützt wird. Somit hilft das Rucksack-Programm Kindern unter anderem bei der Vorbereitung auf die Schule, indem es ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessert und ihr Selbstwertgefühl stärkt. "Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der United Kids Foundations Jubiläumsaktion "1000x1000 - die BraWo-Allianz gegen Kinderarmut". Dank der sensationellen Unterstützung in unserer Region kam eine Spendensumme von insgesamt 12,785 Millionen Euro zusammen. Wir freuen uns sehr, dass wir dank der vielen Spenden nun für Braunschweig diese großartige und nachhaltige Projekt zum Wohle vieler Kinder und Familien gemeinsam starten. Neben der Sprachförderung von Kindern und ihrer Eltern engagieren wir uns auch in den Bereichen Bildung- und Begabtenförderung, Bekämpfung von Bewegungsarmut, gesunde Ernährung und Gewaltprävention. Bis heute haben wir mehr als 435 Projekte umgesetzt, die die Gegenwart und die Zukunft von bereits mehr als 53.200 Mädchen und Jungen in der Region verbessert haben", so Carsten Ueberschär, Botschafter von United Kids Foundations und Leiter der Direktion Braunschweig der Volksbank BraWo.

Im Podcast gibt Rucksackprojekt-Koordinatorin Michaela Wirth einen Einblick in das Programm und die zukünftigen Aufgaben:

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Ihre Fortschritte zeigten die Kinder im Flur des Caritas Familienzentrums, wo die zukünftigen Sprach-Experten gemeinsam mit ihren Müttern und Erzieherinnen "Bruder Jakob" in vier verschiedenen Sprachen anstimmten. Als kleines Dankeschön hatte Carsten Ueberschär einen großen Karton mit Softbällen mitgebracht - sehr zur Freude der Kinder. Zum Ende der Veranstaltung gab es ein gemeinsames Essen mit Getränken und kleinen Häppchen, passend zum Thema Ernährung, das ebenfalls Teil des Projekts ist.

In Braunschweig sind neben demCaritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe, das DRK Familienzentrum Broitzemer Straße, das evangelische Familienzentrum St. Georg, das evangelische Familienzentrum Weststadt, die Paritätische Quäker Nachbarschaftsheim und die städtische Kita Siegmundstraße am Rucksack-Projekt beteiligt.


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