Säureangriff auf Ex-Partner: Prozess gegen 27-Jährige beginnt

Eine Frau soll ihren Ex-Partner mit Ameisensäure übergossen haben, um ihn zu töten. Nun muss sie sich vor Gericht verantworten.

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Der Prozess findet am Landgericht Braunschweig statt.
Der Prozess findet am Landgericht Braunschweig statt. | Foto: Matthias Kettling

Schladen. Ab dem kommenden Donnerstag muss sich eine 27-Jährige vor dem Braunschweiger Landgericht verantworten. Der Frau werden versuchter Mord und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Sie soll im vergangenen November versucht haben, ihren damaligen Ehemann zu töten.



Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen die 27-Jährige erhoben, nun wird der Fall vor der großen Strafkammer des Landgerichts Braunschweig behandelt. Die Frau, die sich in Untersuchungshaft befindet, soll am 7. November 2025 ihren damaligen Ehemann mit Ameisensäure übergossen haben. Der 32-jährige Familienvater erlitt durch den Säureangriff schwerste Verätzungen und erblindete infolge der Säureeinwirkung vollständig.

Geld als Motiv?


Der Ex-Partner soll der Angeklagten etwa zwei Wochen vor der Tat mitgeteilt haben, dass er die Scheidung einreichen wolle. Laut Anklage soll sie daraufhin beschlossen haben, ihn zu töten, um einerseits die Vermögensauseinandersetzung zu umgehen und andererseits in den Genuss der Risikolebensversicherung des Geschädigten zu kommen.

Unter Vorwand in Keller gelockt


Am Tattag soll sich der Geschädigte im gemeinsamen Haus aufgehalten haben, um seine Kinder zu besuchen. Die Angeklagte soll ihn unter einem Vorwand in den Keller gelockt haben. Dort soll sie unbemerkt an den Geschädigten herangetreten sein und ihm hochkonzentrierte Ameisensäure von links über den Kopf- und Gesichtsbereich geschüttet haben. Der Geschädigte soll blindlings und panisch versucht haben, ins Badezimmer im Erdgeschoss zu flüchten, um sich die Säure abzuwaschen. Dies soll die Angeklagte vereitelt haben, indem sie ihn ins Badezimmer verfolgt und auf ihn eingeredet habe. Der Mann soll die Angeschuldigte dann zur Seite gestoßen und auf die Straße gerettet haben, wo er zufällig auf einen Nachbarn traf, der unverzüglich Erste Hilfe geleistet und einen Notruf abgesetzt habe.

Der Prozess startet am 9. März, es sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könne demnach am 8. Mai fallen.

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