Bedeckte Bärte statt freier Nippel? PARTEI klärt über Antrag auf

In der Hausordnung, die die Gruppe ändern möchte, steht kein explizites Verbot für Frauen, oben ohne herumzulaufen, drin. Nun klärt die PARTEI über den Antrag auf und hat eine mögliche Alternative in petto.

von Martin Laumeyer


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

Salzgitter. Die Stadt soll es ermöglichen, dass Frauen in Zukunft nicht mehr ihre Brüste in städtischen Schwimmbädern bedecken müssen, zumindest wenn es nach einem Antrag der Ratsgruppe Die Linke - Die PARTEI geht. Diese fordert damit "gleiche Brust für alle" und eine Änderung des Punktes 3.4 der Haus- und Badeordnung der Bäder, Sport und Freizeit Salzgitter GmbH. Doch in diesem ist ein explizites Verbot für Frauen, oben ohne herumzulaufen, nicht zu finden. regionalHeute.de hat bei der PARTEI mal nachgehakt. Sollte der Antrag nicht durchkommen, so habe sie bereits eine mögliche Alternativlösung in petto.


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In Punkt 3.4 steht zurzeit: "Die Nutzung der Bäder ist nur in üblicher Badekleidung gestattet. Dazu zählen oberhalb des Knies endende Badehosen/-shorts und Badeanzüge, Bikinis und Burkinis." Eine explizite Vorschrift, nach der eines der zwei Geschlechter eine bestimmte Badekleidung zu tragen hat, findet sich in diesem Text also nicht. Aber die Gruppe störe sich an dem Wort "üblich". "Damit ist impliziert, dass Frauen sich die Brüste bedecken müssen. Praktisch gesehen würde eine Frau, die sich den Oberkörper nicht bedeckt, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu aufgefordert werden, sich die Brüste zu bedecken, da es 'üblich' ist", so Lars Tietjen von der PARTEI Salzgitter gegenüber regionalHeute.de.

Rechtssicherheit soll hergestellt werden


Nach Ansicht der Ratsgruppe soll der Punkt 3.4 geändert werden in: "Die Nutzung der Bäder ist nur in Badekleidung aus geeigneten Materialien gestattet. Dazu zählen Badehosen/-shorts und Badeanzüge, Bikinis und Ganzkörper-Badebekleidung. Jeder Person ist es freigestellt, den Oberkörper zu bekleiden oder nicht." Damit wolle man eine "Rechtssicherheit herstellen", es also nochmal explizit im Text stehen haben. Man möchte damit einer "geschlechterspezifischen Diskriminierung" entgegenwirken.

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"Sollte der Antrag nicht angenommen werden, überlegen wir gegebenenfalls dann einen Antrag zu stellen, der es Männern auferlegt, ihre sekundären Geschlechtsmerkmale ebenfalls zu bedecken (Bart, Adamsapfel), um weiter auf die geschlechtsspezifische Diskriminierung hinzuweisen", kündigt Tietjen an, der abschließend noch ein Missverständnis klarstellen möchte, welches er in den sozialen Medien beobachtet habe: "Was auch immer wieder auffällt, gerade in den sozialen Medien, ist die irrige Annahme, dass diese neue Regelung dann ein 'muss' ist". Die Gruppe schreibt in ihrem Antrag hierzu: "Es sollte jeder Person freigestellt werden, ob sie ihren Oberkörper bedeckt oder nicht. Ohne, dass jemand deswegen als Gegenstand der sexuellen Begierde angesehen oder auf andere Arten verurteilt wird. Wir wollen nicht, dass anderen ihre Freiheiten weggenommen werden, sondern dass alle dieselben Freiheiten genießen".

Die Stadt Göttingen habe seit kurzem eine solche Regelung und damit gute Erfahrungen machen können. Die Beschlussvorbereitung für diesen Antrag fand bereits am 16. Mai im Jugendparlament statt und ging dann für weitere Vorbereitungen in den Ausschuss für Soziales, Integration und Gesundheit am 1. Juni. Am 14. Juni geht er in den Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung. Der Rat der Stadt Salzgitter entscheidet in der Sitzung einen Tag später.


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