CO2-armer Stahl: Bund und Land einigen sich bei "Salcos"

Am heutigen Donnerstag wurden Vereinbarungen unterzeichnet, die das Projekt fördern sollen, mit dem ein Prozent der deutschen CO2-Emmissionen eingespart werden könnte.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, Stefan Wenzel, Staatssekretär BMWK, Stephan Weil, Nieders. Ministerpräsident, Ulrich Grethe, Konzerngeschäftsleitung Stahlerzeugung/GB Stahlerzeugung, Martin Zappe, Programmleitung SALCOS
Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, Stefan Wenzel, Staatssekretär BMWK, Stephan Weil, Nieders. Ministerpräsident, Ulrich Grethe, Konzerngeschäftsleitung Stahlerzeugung/GB Stahlerzeugung, Martin Zappe, Programmleitung SALCOS Foto: Salzgitter AG

Salzgitter. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Staatssekretär Stefan Wenzel für den Bund haben eine sogenannte "Verwaltungsvereinbarung" zur Lastenverteilung bei der Projektförderung in Sachen "Salcos" unterzeichnet. Jetzt stehe nun nur noch die Genehmigung durch die EU-Kommission aus, teilte die Salzgitter AG am Donnerstag mit, bei der die Unterschriften geleistet wurden.


Gleichzeitig seien elf weitere Vereinbarungen zwischen Bund und Land zur gemeinsamen Finanzierung von Wasserstoffprojekten in Niedersachsen unterzeichnet worden. "Salcos ist für die Stahlbranche ein echter Durchbruch und für die Region und das Unternehmen ein riesiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit", sagte Ministerpräsident Weil. "Für die neuen klimafreundlichen Prozesse werden große Mengen erneuerbarer Energie und grünen Wasserstoffs benötigt." Niedersachsen biete "einzigartige Standortvorteile als Windenergieland Nummer eins mit seinen Seehäfen zum Import und zur Verteilung von grünem Wasserstoff und mit seinen großvolumigen unterirdischen Formationen zur Speicherung von Wasserstoff", so Weil.

Bundesregierung setzt große Hoffnungen in das Projekt


Die Bundesregierung hofft nach Worten ihres Staatssekretärs Stefan Wenzel, dass das Programm dazu beitragen werde, die Stahlindustrie zukünftig zu einem "innovativen Werkstoffproduzent" zu machen, der die Grundlage vieler Wertschöpfungsketten bilde und zum Erfolg von "Made in Germany" beitrage. "Wir werden uns in der Bundesregierung für den Aufbau grüner Leitmärkte einsetzen, die das Fundament für die Wirtschaftlichkeit CO2-armer Produkte bilden und helfen, Wertschöpfung, Arbeitsplätze und den Aufbau der Wasserstoffindustrie zu beschleunigen."

Ziel von "Salcos" ist es, die Stahlproduktion in Salzgitter in drei Stufen bis 2033 komplett auf eine CO2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Die erste Stufe mit einer Rohstahlkapazität von 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr soll bereits Ende 2025 in Betrieb gehen. Im Rahmen der Transformation werden zwei Direktreduktionsanlagen und drei Elektroöfen errichtet, die dann die Hochöfen und Konverter sukzessive ersetzen. Damit wird das bisherige auf Kokskohle beruhende Verfahren von einer neuen wasserstoffbasierten Route abgelöst. So sollen rund 95 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen von etwa 8 Millionen Tonnen eingespart werden. Damit kann rund ein Prozent der deutschen CO2-Emissionen vermieden werden, so Salzgitter.


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