Hiobsbotschaft für Salzgitter: Krankenhaus stellt Betrieb ein

Schon in ein paar Tagen ist Schluss. Es werden keine Patienten mehr aufgenommen.

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(Symbolbild) | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter-Bad. Das St. Elisabeth-Krankenhaus Salzgitter wird seinen Betrieb zum 30. September 2026 einstellen. Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten ist es nicht gelungen, einen Investor zu gewinnen und eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den Standort zu sichern. So heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhauses.



Das Krankenhaus hatte am 26. Februar 2026 Insolvenzantrag gestellt; am 1. Mai 2026 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Ziel des Verfahrens war es, im Rahmen eines Investorenprozesses einen Partner für die Fortführung und langfristige Sicherung des Standorts zu finden. In den vergangenen Monaten seien mit Nachdruck tragfähige Konzepte geprüft worden. Da diese Bemühungen im derzeit äußerst schwierigen Umfeld erfolglos blieben und der Investorenprozess letztlich scheiterte, sah sich die Geschäftsführung nunmehr gezwungen, den Klinikbetrieb vollständig einzustellen, heißt es in der Pressemitteilung.

"Schwer kalkulierbare Herausforderungen"


Die Bemühungen um den Erhalt des Standorts erfolgten in einem wirtschaftlich und strukturell erheblich belasteten Umfeld für deutsche Krankenhäuser. Insbesondere die mit der Krankenhausreform verbundenen gesetzlichen und planerischen Rahmenbedingungen hätten den Investorenprozess erheblich erschwert. Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Leistungsplanung, steigende Betriebskosten bei unzureichender Refinanzierung sowie erhebliche Investitionsbedarfe stellten potenzielle Interessenten vor schwer kalkulierbare Herausforderungen.

Im Rahmen eines strukturierten und intensiven Investorenprozesses wurden zahlreiche Gespräche geführt und maßgebliche Krankenhausbetreiber kontaktiert. Zwar bestanden im Verlauf des Verfahrens grundsätzliche Interessenbekundungen; angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Risiken einer mittel- und langfristigen Planung wurde jedoch kein bindendes Angebot abgegeben, heißt es seitens des Krankenhauses. „Unter den gegebenen, hochgradig schwierigen Branchenbedingungen war eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Klinikbetriebs am Standort leider nicht mehr möglich“, erklärt Geschäftsführer Sebastian Margaschewski.

Was ist mit den Patienten?


Die medizinische Versorgung der derzeit behandelten Patientinnen und Patienten habe auch in dieser Phase höchste Priorität. Für einen geordneten Schließungsprozess werden ab sofort keine neuen Patientinnen und Patienten mehr aufgenommen; das Haus nimmt zudem nicht mehr an der Notfallversorgung teil. Bis zum 30. September 2026 werden stationäre Patientinnen und Patienten entlassen oder in enger Abstimmung mit den regionalen Gesundheitsdiensten in geeignete Kliniken verlegt.

Von der Schließung sind rund 250 Beschäftigte betroffen. In einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung am 28. September 2026 wurde die Belegschaft über die Betriebseinstellung informiert.

"Alle verfügbaren Handlungsspielräume"


Der Generalhandlungsbevollmächtigte Christoph Enkler von der Kanzlei Brinkmann und Partner, der das Verfahren begleitet, erklärt: „Wir haben alle verfügbaren Handlungsspielräume genutzt und einen intensiven Investorenprozess geführt, um unter den schwierigen Marktbedingungen tragfähige Lösungen für die Beschäftigten und den Standort zu finden. Die für eine Übernahme erforderlichen Voraussetzungen konnten jedoch von den Interessenten und den beteiligten Dritten nicht geschaffen werden“

Die Betriebsschließung sei ür alle Beschäftigten ein schwerer Einschnitt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich mit großem Einsatz für das Haus engagiert. Die Geschäftsführung spricht der gesamten Belegschaft ihren ausdrücklichen Dank und größten Respekt aus: Sie hat bis zum Schluss eine medizinisch und pflegerisch hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt.

Wer trägt die Verantwortung?


Mit der Schließung liege die Verantwortung für die künftige Sicherstellung der stationären Versorgung in der Region bei den zuständigen Akteuren des Gesundheitswesens und der Krankenhausplanung. Die Entwicklung des Standorts verdeutliche die erheblichen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen, denen zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland derzeit ausgesetzt seien. Insbesondere die Vorgaben der Krankenhausreform und die künftige Leistungsgruppenplanung stellten kleinere und mittlere Standorte vor erhebliche Herausforderungen, so das Krankenhaus abschließend.