Demo in Salzgitter: Hunderte kämpfen für das St. Elisabeth-Krankenhaus

Das St. Elisabeth-Krankenhaus steht vor einer ungewissen Zukunft. Auf einer Großdemonstration machten Bürger, Beschäftigte und Politik ihrem Ärger Luft – und forderten den Erhalt der Klinik sowie Transparenz vom Träger.

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Am Montag fand eine Demo für den Erhalt des Elisabeth Krankenhauses statt.
Am Montag fand eine Demo für den Erhalt des Elisabeth Krankenhauses statt. | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Das St. Elisabeth-Krankenhaus erlebt derzeit schwere Zeiten. Nachdem der für den vergangenen März geplante Umzug in den modernen Neubau abgesagt worden war, befindet sich die Einrichtung in einem Insolvenzverfahren. Um ein Zeichen für den Erhalt des Krankenhauses zu setzen, fand am gestrigen Montag eine Großdemonstration auf dem Marktplatz in Salzgitter-Bad statt.



Sowohl bei Bürgern der Stadt als auch bei den Mitarbeitern herrscht derzeit angesichts der angespannten Lage des Krankenhauses große Unruhe, denn die Einrichtung blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Salzgitters Oberbürgermeister, die Ratsfraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, die Ratsgruppen Grüne/Die PARTEI und Freie Wähler/FDP sowie die Gewerkschaften Komba und Verdi hatten daher gestern um 17:30 Uhr zu der Demonstration aufgerufen. Trotz regnerischen Wetters folgten rund tausend Menschen dem Aufruf, um ihre Solidarität mit den Beschäftigten zu bekunden, die die medizinische Versorgung auch während der Eigeninsolvenz unermüdlich aufrechterhalten.

Vom eher durchwachsenen Wetter ließ sich am Montag niemand abhalten.
Vom eher durchwachsenen Wetter ließ sich am Montag niemand abhalten. Foto: Rudolf Karliczek



Mario Römer von der Komba-Gewerkschaft.
Mario Römer von der Komba-Gewerkschaft. Foto: Rudolf Karliczek



Mangelnde Transparenz in der Kritik


Wie Mario Römer, Vorsitzender der Gewerkschaft Komba Salzgitter und Versammlungsleiter der Demonstration, im Gespräch mit regionalHeute.de berichtet, ging es bei der Demonstration um nicht weniger als die Rettung des Krankenhauses, das durch die Insolvenz auf der Kippe stehe. Der Träger wolle nicht transparent mit den Verantwortlichen reden, weshalb man nun der Forderung, dass dieser an den Verhandlungstisch kommen soll, Nachdruck verleihen wolle. Man fordere zudem den Erhalt des Krankenhauses in seiner jetzigen Form und den sofortigen Einzug in den Neubau. Bisher habe es keine transparente Kommunikation seitens der Trägergesellschaft gegeben. Dass ein Insolvenzverfahren stattfindet, habe die Gewerkschaft lediglich aus der Zeitung erfahren. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, zog der Protestzug über mehrere Stationen. Nach der Auftaktkundgebung machten die Demonstranten am Verwaltungsgebäude sowie am leer stehenden Neubau Halt, ehe der Protest in der zentralen Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz mündete.


Scharfe Kritik an Träger und Bundespolitik


Salzgitters Oberbürgermeister, Vertreter der Ratsfraktionen sowie die Gewerkschaften Komba und Verdi nahmen an der Demo teil.
Salzgitters Oberbürgermeister, Vertreter der Ratsfraktionen sowie die Gewerkschaften Komba und Verdi nahmen an der Demo teil. Foto: Rudolf Karliczek


Auch Oberbürgermeister Frank Klingebiel zeigte sich tief betroffen von den Entwicklungen. Er erinnerte daran, dass Stadtpolitik und Abgeordnete über 15 Jahre lang intensiv für eine Investitionsförderung des Landes Niedersachsen in Höhe von 35 Millionen Euro gekämpft hatten. Dass das zu 95 Prozent fertiggestellte Gebäude nun ungenutzt bleibt, sei ein regelrechter Schock für die gesamte Region. Klingebiel nahm den Träger, den Vinzenz-Verbund, direkt in die Pflicht und forderte diesen auf, endlich seiner Verantwortung gerecht zu werden und das Haus gemeinsam mit Stadt und Land in eine sichere Zukunft zu führen. Gleichzeitig richtete der Oberbürgermeister eine deutliche Forderung an die Bundespolitik: Die geplante Krankenhausreform müsse gestoppt werden. Statt eine Schließung regionaler Kliniken zugunsten von Großkrankenhäusern in Kauf zu nehmen, müsse eine ortsnahe und verlässliche Basisversorgung für die Bürger garantiert bleiben.