MAN kündigt Stellenabbau in Salzgitter an

Mit dem Programm „MAN2030+“ soll eigentlich Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung der Standorte gestärkt werden. Doch ganz ohne Einschnitte geht es offenbar nicht.

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Symbolbild | Foto: Rudolf Karliczek

Salgitter. MAN Truck & Bus hat mit „MAN2030+“ ein Programm aufgelegt, das nach eigenen Angaben Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung der Standorte stärken soll. Für den Standort in Salzgitter bedeutet dies allerdings den Abbau von 600 Arbeitsplätzen, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht.



Mit der Arbeitnehmerseite habe man sich bezüglich des Programms umfassend verständigt. In einem Eckpunktepapier habe das Unternehmen gemeinsam mit der Mitbestimmung und IG Metall wesentliche Maßnahmen des Vorhabens festgehalten. Mit diesen sollen bei MAN die Kosten bis 2028 um rund 900 Millionen Euro gesenkt und die Performance des Unternehmens nachhaltig verbessert werden.

Investitionen in Osteuropa


Gleichzeitig sollen an den deutschen Standorten der MAN Truck & Bus SE bis Ende 2030 Investitionen von fast einer Milliarde Euro getätigt werden. Zugleich würden wesentliche Neuinvestitionen, die für die nächste Fahrzeuggeneration auf Basis des künftigen Baukastensystems TRATON Modular System (TMS) notwendig sind, perspektivisch auch in Osteuropa vorgenommen. Auch die Ansiedlung und der Aufbau einer weiteren Batterie-Fabrik innerhalb der Gruppe soll in Abhängigkeit vom weiteren Hochlauf der E-Mobilität im Truck- und Busbereich in Osteuropa erfolgen. Den geplanten Investitionen haben alle relevanten Gremien im Rahmen der Investitionsplanung zugestimmt.

Um die Investitionen tätigen zu können, seien auch Maßnahmen zur Kostensenkung Teil des Programms „MAN 2030+“. Der überwiegende Teil der geplanten Maßnahmen zur Kostensenkung in Höhe von rund 900 Millionen Euro seien belegschaftsunabhängig, und dazu gehörten unter anderem Einsparungen bei Material- und Sachgemein-Kosten sowie eine weitere Steigerung der Vertriebs-Performance. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen definiert, die die Belegschaft unmittelbar betreffen und mitbestimmungspflichtig seien.

Beschäftigungssicherung bis 2025


In diesem Zusammenhang haben die unterzeichnenden Parteien im Eckpunktepapier zum Vorhaben eine langfristige Beschäftigungssicherung für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE in Deutschland bis Ende 2035 vereinbart und den Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte festgeschrieben. Danach könne sich diese Beschäftigungssicherung in Abhängigkeit bestimmter Faktoren der Unternehmensperformance bis Ende 2040 verlängern. Hierzu werden unter anderem Ergebnis- und Absatzziele im MAN-Kerngeschäft mit Trucks herangezogen. Auch die TRATON R&D Germany GmbH, in welche im vergangenen Jahr große Teile der MAN-Entwicklungsbelegschaft gewechselt waren, sei in diese Beschäftigungssicherung inkludiert.

In die deutschen Standorte soll zudem bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro investiert werden, um sie zukunftsfest zu machen. Davon soll der Großteil an bayerischen Standorten investiert werden. Um diese und weitere Investitionen in den Feldern der Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge abzusichern, soll die Stellenzahl der deutschen Standorte der MAN Truck & Bus SE in den nächsten Jahren entlang der Entwicklung der demografischen Kurve unter Nutzung der natürlichen Fluktuation angepasst werden.

Betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen


Betriebsbedingte Kündigungen würden dadurch ebenso vermieden wie kostenintensive Abfindungsprogramme. Zudem sollen im Rahmen von „MAN2030+“ in Deutschland mit 2.300 Stellen über den Zeitraum von zehn Jahren deutlich weniger Stellen entfallen, als Beschäftigte im gleichen Zeitraum in Rente gehen. In Salzgitter geht es um den demografischen Entfall von rund 600 Stellen. An allen Standorten wolle MAN auch weiterhin einstellen, so dass das Unternehmen auch Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigen ein großer Arbeitgeber in Deutschland bleibe.

Tarifliche Einschnitte für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE und der TRATON R&D Germany GmbH seien im Programm „MAN2030+“ ausgeschlossen worden.

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