Salzgitter setzt Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt

Gut 270 Menschen haben an einer Kundgebung teilgenommen.

von Rudolf Karliczek


In Salzgitter setzten gut 270 Menschen ein Zeichen für Demokratie.
In Salzgitter setzten gut 270 Menschen ein Zeichen für Demokratie. | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Ein deutliches Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde haben gut 270 Bürger bei einer Kundgebung in Salzgitter am Samstag gesetzt. Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft, Vereinen und Initiativen kamen zusammen, um sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu positionieren. Dabei spielten auch das Ergebnis der Kommunalwahl und die bevorstehende Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt eine Rolle.



Christian Striese mahnte in seiner Rede, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. Viele Beschäftigte fragten sich, wie sicher ihre Arbeitsplätze in der Industrie seien und welche Zukunft ihre Kinder in Salzgitter hätten. Hinter dem Wahlergebnis stünden deshalb aus seiner Sicht nicht ausschließlich extremistische Überzeugungen. Gleichzeitig warnte Striese davor, rechtsextreme politische Angebote als Lösung für diese Probleme zu betrachten. Mit Blick auf die Stichwahl warb er für Oberbürgermeister Frank Klingebiel.

Menschenwürde und Grundrechte im Mittelpunkt


Eva Fuhrmann vom Bündnis „Salzgitter für Demokratie und Toleranz“ berichtete von zahlreichen Aktionen im Vorfeld der Kommunalwahl. Sie appellierte insbesondere daran, mit verunsicherten Menschen im Gespräch zu bleiben. Oft könne bereits ein persönliches Gespräch dazu führen, politische Versprechen und Positionen kritisch zu hinterfragen. Fuhrmann rief Vereine, Verbände, Kirchen und weitere gesellschaftliche Gruppen dazu auf, sich stärker einzubringen.


Oberbürgermeister Frank Klingebiel stellte die Menschenwürde und die im Grundgesetz verankerten Grundrechte in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Rassismus, Ausgrenzung, Hass und Hetze dürften keinen Platz in Salzgitter haben. „Für mich zählt jeder Mensch“, betonte Klingebiel. Salzgitter sei Heimat für Menschen aus zahlreichen Ländern und werde durch das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen geprägt.

Zugleich forderte Klingebiel mehr Unterstützung von Bund und Land für die Kommunen. Eine funktionierende Daseinsvorsorge und verlässliche öffentliche Angebote seien entscheidend für das Vertrauen der Menschen in Staat und Demokratie.
Auch neue Initiativen entstanden am Rande der Kundgebung. Sabine vom Mütterzentrum Salzgitter-Bad warb für die Gründung einer örtlichen Gruppe der „Omas gegen Rechts“. Interessierte konnten sich bereits für ein erstes Treffen melden. Felder von Antifaschismus Braunschweig stellte zudem die Initiative „PRÜF – Prüfung rettet übrigens Freiheit“ vor.

Für ein demokratisches Salzgitter einsetzen


Zum Abschluss zeigte sich die Veranstalterin bewegt von der Resonanz. Menschen aus unterschiedlichen demokratischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen seien friedlich zusammengekommen und hätten gemeinsam Position bezogen. Mit einem Gruppenfoto endete die Kundgebung – verbunden mit dem Appell, auch über diesen Tag hinaus miteinander im Gespräch zu bleiben und sich für ein demokratisches, vielfältiges Salzgitter einzusetzen.

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