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Wegen "Tag gegen Rassismus": AfD greift IG Metall scharf an

Die Alternative für Deutschland sieht die IG Metall Salzgitter in bedenklicher Nähe zur linksextremen, gewaltbereiten Antifa.

von Marc Angerstein


Die AfD greift die IG Metall scharf an.
Die AfD greift die IG Metall scharf an. Foto: Werner Heise

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05.02.2020

Region. Der AfD-Kreisverband Salzgitter greift die IG Metall Salzgitter-Peine in einer Pressemitteilung scharf an. Dabei stellt die Alternative für Deutschland infrage, ob diese Gewerkschaft überhaupt noch die Interessen ihrer Mitglieder vertritt. Außerdem sieht die AfD die IG Metall Salzgitter in bedenklicher Nähe zur linksextremen, gewaltbereiten Antifa (Anmerkung der Redaktion: Akronym für Antifaschistische Aktion, das ist der Oberbegriff für verschiedene kurzfristige autonome Strömungen der linken bis linksradikalen Szene).



Die Pressemitteilung ist nach Recherche von regionalHeute.de eine Reaktion der AfD auf die presseöffentliche Ankündigung der IG Metall Salzgitter am Freitag, 20. März vor dem Rathaus in Salzgitter-Lebenstedt "ein starkes Zeichen für Respekt und mehr Mitmenschlichkeit" setzen zu wollen. Die Gewerkschaft hat Unternehmen, Ratsfraktionen, Schulen, Sozialverbände, Kirchen und Kultur- sowie Sportvereine eingeladen den "Tag gegen Rassismus" mitzugestalten.

Nach Auffassung der AfD Salzgitter sei es kein Geheimnis, dass sich die IG Metall zusammen mit linksradikalen Gruppierungen an den üblichen "breiten Bündnissen gegen Rechts" beteiligen. "Gewerkschaften sind zum politischen Instrument verkommen. Mit Ihren Wahlempfehlungen haben sie die Grenze ihrer Aufgaben weit überschritten", meint Andreas Plättner von der AfD Salzgitter.

Er beobachte eine fortschreitende Radikalisierung innerhalb der Gewerkschaften. "AfD-Mitglieder und Nichtmitglieder, der der Partei nahe stehen, haben Mobbing, Repressalien und berufliche Nachteile zu fürchten. Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand", so Plättner.

Statt sich den drängenden Fragen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu widmen, beschränkt die IG Metall Salzgitter ihre Aktivitäten auf den Kampf gegen die bürgerliche AfD

- Andreas Plättner, AfD-Kreisverband Salzgitter



Viele der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer in Salzgitter hätten nach Auffassung der AfD wohl gerne Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit. Die Partei verweist in ihrer Pressemitteilung auf offene Fragen zu den Themen der vorhandenen Rezession und im direkten Zusammenhang auf Entlassungen und Kurzarbeit bei Alstom, Bosch, der Salzgitter AG, MAN und VW. Es geht auch um Fragen zu dem heraufziehenden Wandel in der Mobilität, zur Energiewende, zur Migration und zur Kriminalität. Außerdem zum Verfall der Infrastruktur, zum sinkenden Bildungsniveau und zu Steuererhöhungen und Steuerverschwendungen. "Was ist das Konzept der IG Metall gegen diese nahende Katastrophe in Salzgitter?", fragt Andreas Plättner als Schriftführer für den AfD-Kreisverband Salzgitter.



Die IG Metall Salzgitter würde auf diese drängenden Fragen keine Antworten haben, sondern ihre Aktivitäten wohl weiterhin auf den Kampf gegen die bürgerliche AfD beschränken, heißt es in der Pressemitteilung, die mit der Frage schließt: "...um von den tatsächlichen Problemen abzulenken?!"

Ausgerechnet den „Tag gegen Rassismus“ zu missbrauchen, um Gewerkschaften anzugreifen und mit Provokationen Aufmerksamkeit zu erzielen, erachten wir als höchst verwerflich.

- Matthias Wilhelm, IG Metall Salzgitter-Peine



Auf Anfrage von regionalHeute.de weist der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine, Matthias Wilhelm, die Vorwürfe der AfD zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es: "Die IG Metall ist ein Garant für die Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieb und Gesellschaft und damit Garant für den Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte. Sie schützt und gestaltet die Arbeitsbedingungen genauso wie die Demokratie und den Sozialstaat. Der Internationale Tag gegen Rassismus wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen. Ausgerechnet den „Tag gegen Rassismus“ zu missbrauchen, um Gewerkschaften anzugreifen und mit Provokationen Aufmerksamkeit zu erzielen, erachten wir als höchst verwerflich. Die IG Metall ist ein Integrationsmotor. Mehr als jedes fünfte Mitglied hat einen Migrationshintergrund. Die Teilhabe und Vielfalt aller unserer Mitglieder macht uns stark. Gemeinsam mit unseren Bündnispartnern feiern wir am „Tag gegen Rassismus“ unsere Werte: Solidarität, Respekt und Mitmenschlichkeit."


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