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Salzgittersee-Umbau: Was ist geplant, wo herrscht Kritik?

von Nick Wenkel


Paradiesische Verhältnisse oder ein unnötiger Eingriff in die Natur? Darüber diskutierte Bündnis 90/Die Grünen mit den Bürgern. Grafik: Bündnis 90
Paradiesische Verhältnisse oder ein unnötiger Eingriff in die Natur? Darüber diskutierte Bündnis 90/Die Grünen mit den Bürgern. Grafik: Bündnis 90

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06.04.2018

Salzgitter. Bündnis 90/Die Grünen informierten am gestrigen Donnerstagabend zahlreiche Bürger über die Pläne zum geplanten Umbau des Salzgittersees. Von Begeisterung war allerdings nicht viel zu spüren. Ganz im Gegenteil: Viele Gäste äußerten ihren Unmut über die Planungen, insbesondere über den Bau von neuen Wohnungen und eines Tagungshotels.


Über die Pläne, die zur Zeit auch wirklich nur als „Pläne" einzustufen seien, informierte der ehemalige Grünen-Ratsherr Wolfgang Rosenthal. Vor allem eines wurde dabei deutlich: Am Salzgittersee soll sich einiges verändern. Die Pläne umfassen demnach den Bau einer Seepromenade, eines Tagungshotels, ein Wohnquartier, ein Wassersportzentrum, eine Hafenanlage sowie eine Plaza und eine Tribüne. Angedacht sei es zunächst gewesen, die Seepromenade direkt vor dem Café de Lago zu errichten. Nachdem allerdings Unmut laut wurde, dass Cafébesuchern der Blick auf den See dann versperrt werden könnte, soll die Promenade nun ein wenig in Richtung des Surfclubs, also rechts neben das Café, verlegt werden.

Was passiert mit „Forellenhof" und Kleingartenverein?


Was zunächst erstmal als gut gemeinte Weiterentwicklung des Salzgittersees gedacht ist, stieß bei der gestrigen Info-Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen allerdings auf zahlreichenWiderspruch. Allen voran das Tagungshotel und der Wohnkomplex. Das Problem: Bei dem Bau von Hotel und Wohnungen würden unter anderem Kleingartenverein und Jugendfreizeitzentrum „Forellenhof" wegfallen. Ein Ausweichort sei derzeit nicht bekannt. „Das sind zunächst Vorschläge, über die es noch zu sprechen gilt", betonte Wolfgang Rosenthal gleichzeitig.


Bedenken derBürger


Doch nicht nur der Wegfall von „Forellenhof" und Kleingartenverein sorgten für reichlich Unmut. Ganz im Allgemeinen äußerten die anwesenden Bürger die Befürchtung, dass ein freies Herumlaufen am Salzgitter und ein Verweilen nicht mehr in dem Maße erfolgen würde, wie aktuell. „Ein Investor, der mehrere Hunderttausend Euro da rein investiert, wird wohl kaum jemanden aus „Fredenberg" vor der Immobilien laufen lassen", zeigte sich ein Bürger erbost. „Das würde auch den Wert der Immobilie senken", ergänzte ein anderer. Ein Bürgerin stellte auch in Frage, ob die prächtige Fauna im Bereich des Salzgittersees so bestehen bleiben könnte. „Am Salzgittersee sehe ich immer wieder einen Eisvogel. Ich würde später gerne mal mit meinem Kind dort entlang laufen und ihm das tolle Tier zeigen."


Wie geht es nun weiter?


Nachdem bereits entsprechende Workshops stattgefunden hätten, sollen nun die Bürger mit involviert werden. Bündnis 90/Die Grünen hätten mit ihrer gestrigen Info-Veranstaltung demnach als erste gehandelt, weitere Veranstaltungen sollen folgen. Als nächstes gehe es nun an die Weiterentwicklung des Ziel- und Strukturkonzeptes, ehe bis Dezember die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie folgen soll. Ein Beschluss zu den Projekten und Maßnahmen hinsichtlich der Konzeptumsetzung sei für März 2020 geplant.


Die Bürger bei der Info-Veranstaltung in der Begegnungsstätte „Brücke". Foto:


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