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Schlossplatz: AfD-Antrag kaum realisierbar



Wolfenbüttel

Schlossplatz: AfD-Antrag kaum realisierbar

von Werner Heise


Ein ähnlicher Vorfall wie in Wolfenbüttel: Bei Bauarbeiten wurden in Regensburg die Überreste einer Synagoge entdeckt. Foto: Stadt Regensburg
Ein ähnlicher Vorfall wie in Wolfenbüttel: Bei Bauarbeiten wurden in Regensburg die Überreste einer Synagoge entdeckt. Foto: Stadt Regensburg

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Wolfenbüttel. Nach dem archäologischen Fund der Überreste von Häusern aus dem 16. Jahrhundert auf dem Schlossplatz, beantragt die AfD-Fraktion die Planungen für die Neugestaltung des Platzes zu überarbeiten (regionalHeute.de berichtete). Doch die Verwaltung sieht sich „kaum in der Lage noch darauf reagieren zu können.“ Die Bauarbeiten laufen bereits.



Der Antrag der AfD-Fraktion sieht vor die Grundrisse der einstigen Häuser als farbliche Markierung in der Pflasterung zu übernehmen. Zusätzlich sollen bis zu zwölf Gebäude an geeigneter Stelle dreidimensional dargestellt werden. Als Relief an der Schlossplatzoberfläche, so dass man auf den erhabenen Steinen sitzen oder zwischen ihnen herumlaufen kann. Hierdurch sei der Platz nicht mehr so steril gehalten und Touristen sowieKinder könnten erfahren, wie man hier früher im Mittelalter lebte. Die AfD verweist dabei auf die Umgestaltung des Neupfarrplatzes in Regensburg, wo ähnliches mit den Grundmauern einer Synagoge umgesetzt wurde.

Dringlichkeitsantrag unerwünscht


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Horst Meyer (AfD). Foto: Werner Heise




Der städtische Ausschuss für Bau-, Stadtentwicklung und Umwelt hatte am Dienstagabend darüber zu entscheiden, ob der Antrag als Dringlichkeitsantrag kurzfristig mit auf die Tagesordnung aufgenommen wird. Doch das wollte Horst Meyer, Ratsherr der AfD, gar nicht. „Wir erwarten eine große Reaktion in der Öffentlichkeit. Es wäre sehr daneben, wenn der Antrag dringlich beraten wird und dann abgelehnt wird, weil man sich nicht damit beschäftigt hat“, argumentierte Meyer.

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Ivica Lukanic Foto: regionalHeute.de


Antrag wohl zu spät


Bereits vorab hatte Stadtbaurat Ivica Lukanic durchblicken lassen, dass der Antrag nur schwer realisierbar sei. „Ich sehe die Verwaltung kaum in der Lage noch darauf reagieren zu können“, sagte er und gab zu bedenken, dass man überlegen müsse, wieviel das einem Wert sei. Aus bauökönomischer Sicht sei es vor einem Jahr passend gewesen darüber zu diskutieren.​ Dennoch soll der Antrag nun auf der nächsten Bauausschusssitzung regulär beraten werden.

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