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Schlossplatz-Umgestaltung würde knapp acht Millionen kosten

von Robert Braumann


Foto: Landschaftsarchitektur Mann

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14.10.2016

Wolfenbüttel. Für die Neugestaltung von Schlossplatz und Bibliotheksquartier hatte die Stadt einen Realisierungswettbewerb ausgelost. Der Siegerentwurf soll knapp acht Millionen Euro kosten - der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen beriet am Freitag über den Entwurf.



Der Ausschuss verständigte sich darauf, lediglich über den fünften Punkt der Vorlage abzustimmen, in dem es um die Finanzierung geht. Darin heißt es: "Die Einplanung der über die derzeit gültige Investitionsplanung 2015-2019 hinausgehenden Ausgaben von zirka 2,4 Millionen erfolgt im Rahmen der Haushalts-Beratungen 2017. Weiterhin seien noch Details zu klären und dies sei eher im Bauausschuss zu diskutieren, hieß es.

Als Siegerentwurf wurde die Gestaltung des Planungsbüros „Mann Landschaftsarchitektur“ aus Fulda gekürt. Eine der wesentlichen Ideen des Entwurfes ist die veränderte Verkehrsführung, die den Schlossplatz nicht mehr durchschneiden soll, sondern den Verkehr buchstäblich wieder an den Rand rückt. Zudem soll die zentrale Innenstadt und die Fußgängerzone wieder mehr Verbindung finden. Zielsetzung dahinter: Sowohl die gestalterische als auch die Aufenthaltsqualität verbessern und die Verweildauer von Besuchern, Bürgern und Anwohnern erhöhen.

Was ist geplant?


In der Vorlage heißt es: Gleichzeitig soll der Schlossplatz als innerstädtische Veranstaltungsfläche ertüchtigt und aufgewertet werden. Das Gestaltungskonzept des Siegerentwurfs, des Landschaftsarchitekturbüros Mann aus Fulda, sieht eine einheitliche Befestigung über den gesamten Platz vor. Durch die Verkehrsführung parallel zum Zeughaus entsteht eine zusammenhängende Fläche vor dem Schloss, in deren Mitte ein Carrée mit Brunnen den Platz betonen und zum Verweilen einladen soll. Richtung Osten wird der Platz zur Fahrbahn hin durch eine Baumreihe aus Linden gefasst. An der südlichen Platzseite sind unter einer weiteren Baumreihe Stellplätze angeordnet. Die Verbindung zwischen Fußgängerzone und Schloss soll dadurch betont werden. Gegenüber Kornspeicher und Zeughaus soll die Grünfläche zugunsten der Ausbildung eines Vorplatzes reduziert werden. Der Entwurfsplan sieht darüber hinaus zwei lange Überquerungshilfen südlichen des Zeughauses und in der Einmündung zur Fußgängerzone vor.



Zudem soll an der südlichen und westlichen Gebäudeseite des Zeughauses der Sandsteinsockel wieder freigelegt werden. Der südliche und westliche Eingang des Zeughauses wird dabei barrierefrei hergestellt. Die Flächen vor der Herzog-August-Bibliothek sowie zwischen Zeughaus und dem Kornspeicher befinden sich nicht im Eigentum der Stadt Wolfenbüttel. Da sie aber mit zum Gesamtquartier dazugehören, wurde der Gestaltungsentwurf mit überplant. Umgesetzt werden sollen zunächst nur die stadteigenen Flächen. Die Oberfläche der Fahrbahn soll aus einem beige eingefärbten Asphalt im Farbton der angrenzenden Flächen hergestellt werden. Für das Carrée in der Platzmitte wird eine glatte, gut begehbare Natursteinoberfläche (gesägt) empfohlen. Die Pflastersteine sowie der Brunnen auf der Fläche sollen als Verbindung zu der historischen Gebäudefarbe des Zeughauses und des Schlosses in einem rötlichen Ton gehalten werden. Die restlichen Flächen sollen mit einem glatt gesägt und gestockten Naturstein in einem gelbbeigen Farbton im Segmentbogen verlegt werden.



Die Gesamtkosten der Maßnahme "Neugestaltung Schlossplatz" würden bei rund 7.810.000 Millionen liegen. Durch Förderungen von Bund und Land würde der Anteil der Stadt bei 5.150.000 Millionen liegen.

Kritik bleibt


Besonders von Seiten der FDP gab es Kritik an dem Entwurf. Bereits in der Vergangenheit hatte Ratsherr Rudolf Ordon geäußert, dass die vorgesehene Umgestaltung "der herausragenden Bedeutung der Bibliothek als kulturellem Zentrum der Stadt und der Region zuwiderlaufen." Eine Straßenführung unmittelbar am Zeughaus vorbei ignoriere, dass sich dort Lese- und Arbeitsräume der Herzog-August-Bibliothek befinden, die durch die Verlagerung des Verkehrslärms von der Mitte des Platzes hin zum Zeughaus hierfür nicht mehr benutzbar seien. Diese Überlegungen würden vom Direktor der Herzog-August-Bibliothek, Prof. Dr. Peter Burschel, geteilt werden. Abschließend muss der Rat der Stadt am 19.10. 2016 dem Entwurf zustimmen, dann könnte es an die weitere Planung gehen.


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