Schnüffeln, schützen, sichern: Die vierbeinigen Helden der Polizei

Hunde gehören inzwischen fest zur Polizeiarbeit. Doch wie wird ein Hund zu einem Polizeihund und welche Rasse ist besonders geeignet?

von


Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Rudolf Karliczek

Region. Sie sind flink, wendig, blitzschnell und besitzen einen Spürsinn, der jeden Menschen in den Schatten stellt: die Diensthunde der Polizeidirektion Braunschweig. Zurzeit sind 30 Vierbeiner im Einsatz der Polizei – verteilt auf drei Standorte in Braunschweig, Goslar und Wolfsburg. Einer von ihnen ist „Stitch“, ein junger Rottweiler, der derzeit seine Ausbildung in Goslar macht. Doch wie wird ein Hund zu einem Polizeihund?



Im Dezember trat "Stitch" das erste Mal in die Öffentlichkeit und verkündete seinen Ausbildungsbeginn bei der Polizei Goslar. Inzwischen ist er neun Monate alt und rund 40 Kilo schwer - sein "Babyface" hat er abgelegt. Der Rottweiler arbeitet weiter an seiner Ausbildung, begleitet wird er dabei von seiner "Mentorin" Moqui. Die erfahrene X-Herder-Hündin steht ihm bei Gehorsams-, Such- und Übungsaufgaben zur Seite. Unter ihrer Anleitung erlernt Stitch das Verhalten, die Disziplin und die Fähigkeiten, die für den späteren Polizeidienst notwendig sind. Doch was lernt so ein Polizeihund eigentlich und welche Rasse ist besonders geeignet?

Vielfältige Einsätze für die tierischen Profis


Stitch mit seiner Ausbilderin Moqui.
Stitch mit seiner Ausbilderin Moqui. Foto: Polizei Goslar


Die Aufgaben der Diensthunde sind ebenso vielfältig wie anspruchsvoll: Sie begleiten Fuß- und Funkstreifen, sichern Großveranstaltungen wie Fußballspiele oder Musikfestivals, übernehmen Raum- und Objektschutz, helfen bei Absperrungen und sind im Einsatz gegen gewaltbereite Personen. Auch bei Demonstrationen, der Suche nach flüchtigen Straftätern oder vermissten Personen sowie bei der Auffindung von Beweismitteln sind sie unverzichtbar, beschreibt die Polizeidirektion das Aufgabenfeld der Diensthunde.


Strenge Auswahl und intensive Ausbildung


Die Polizeihunde durchlaufen eine anspruchsvolle Ausbildung.
Die Polizeihunde durchlaufen eine anspruchsvolle Ausbildung. Foto: regionalHeute.de


Nicht jeder Hund eignet sich für diesen Beruf. In Niedersachsen kommen ausschließlich Gebrauchshunderassen oder Kreuzungen in Frage – etwa Deutsche, Belgische oder Holländische Schäferhunde im Alter von ein bis drei Jahren. Oder eben Rottweiler wie "Stitch". Neben Gesundheit und Sozialverhalten prüfen die Experten Spiel- und Beuteverhalten, Aggressionsneigung, Belastbarkeit, Selbstsicherheit und Stressresistenz.

Einmal ausgewählt, bleibt der Diensthund seinem Hundeführer fest zugewiesen und lebt in der Regel dauerhaft im häuslichen Umfeld. Das enge Team Hund und Führer ist entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz.

Mehr als nur ein guter Spürsinn


Die anatomischen Besonderheiten der Hunde machen sie zu unverzichtbaren Partnern. Ihre Nase ist rund eine Million Mal empfindlicher als die des Menschen, ihr Gehör weit überlegen. Diese Fähigkeiten, kombiniert mit Schnelligkeit, Wendigkeit und psychologischer Präsenz machen die Hunde zu echten Einsatzprofis.

Die Ausbildung der Diensthunde


Diensthunde gelten rechtlich als „Hilfsmittel der körperlichen Gewalt“ und dürfen nur im Team mit ihrem Hundeführer eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Hundeführer ein Basisseminar erfolgreich absolviert und der Hund gemeinsam mit ihm die jährliche Diensthundeprüfung bestanden hat. Diese Prüfung umfasst Suchübungen, Gehorsamsübungen und Beißübungen, die von zwei Polizeileistungsrichtern überwacht werden.

Basisdiensthunde werden in den Diensthundführergruppen der Polizeidirektionen ausgebildet und fortgebildet, während Spezialhunde – wie Rauschgift-, Sprengstoff-, Brandmittel- oder Leichen- und Blutspürhunde – ihre Grundausbildung bei der Zentralen Polizeidirektion in Ahrbergen absolvieren. Je nach Spezifikation dauert diese Ausbildung zwischen acht und 13 Wochen. Anschließend folgen jährliche Fortbildungen, in deren Rahmen die Hunde jeweils eine Einsatzverwendungsprüfung ablegen müssen. Diese umfassende Ausbildung stellt sicher, dass alle Hunde optimal auf die komplexen Anforderungen im Polizeidienst vorbereitet sind.

Themen zu diesem Artikel


Tiere Polizei Hund