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Schritt für Schritt: Erst Lehrkrankenhaus dann Hochschule

von Max Förster


Für eine bessere medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Symbolfoto: Max Förster
Für eine bessere medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Symbolfoto: Max Förster Foto: Max Förster

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03.08.2016




Goslar. Jüngst hatte die CDU gefordert, die Gründung einer medizinischen Hochschule auf den Weg zu bringen (regionalHeute.de berichtete). Während eines Besuches von Björn Thümler, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, wurde über dieses Vorhaben erneut gesprochen. Plan sei es nun, zunächst dafür zu sorgen, dass das Goslarer Krankenhaus wieder den Status eines Lehrkrankenhauses erhält, um dem Überhang an rund 80 Studenten aus Göttingen eine Studienplattform in Goslar anbieten zu können.

Die ärztliche Versorgung, gerade im ländlichen Bereich, baue sich immer mehr ab und der Bedarf an neuen motivierten und qualifizierten Kräften sei dementsprechend sehr hoch, erklärt Juan Carlos Mateo, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Mit der zukünftigen Errichtung einer medizinischen Hochschule verfolge man das Ziel, "die Region für junge Ärzte attraktiv zu machen und sie dort zu halten", so Mateo. Als Vorbild soll die Medizinische Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“ in Neuruppin dienen: Nach einer Vorlaufzeit von vier Jahren, seien dort im Jahr 2015 die ersten 48 Medizinstudenten aufgenommen worden.

Ein Schritt nach dem anderen




Grundsätzlich stehe Thümler hinter solchen innovativen Ideen. Allerdings handelt es sich hierbei um einen "Prozess, der sehr langwierig ist", erklärte er. Zunächst müsse man den Status eines Lehrkrankenhauses wieder gewinnen. Nur dann sei es möglich, angehenden jungen Ärzten die Möglichkeit zu geben, sich fortzubilden und neue Erfahrungen zu sammeln. Mit dem Status eines Lehrkrankenhauses könne dann auch die Übernahme an Göttinger Studenten gesichert werden. Man müsse die jungen Leute dann nur davon überzeugen, dass es auf dem Land auch attraktiv ist. "Der Harz hat seine Qualitäten, man muss sie nur entdecken", sagt Thümler.

Die Wiedererlangung des akademischen Status' sei schnell umsetzbar, so Mateo, "das ist ein Prozess, der schnell begonnen werden kann". Ein bis zwei Jahre halte er für realistisch.

Runder Tisch


Um die Gründung einer privaten medizinischen Hochschule jedoch weiter zu verfolgen, rät Thümler dazu, alle wichtigen Personen an einem runden Tisch zusammenzubringen. Hier müsse ein Konzept erarbeitet und die Voraussetzungen geklärt werden, um das Ganze zu realisieren. Er bot auch an, zu vermitteln und den Kontakt zum Dekan der medizinischen Fakultät in Göttingen herzustellen. Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk stellt sich hinter die Initiative. "Da steckt richtig viel Perspektive und Chance drin und ich freue mich auf jede Bewegung in Richtung Ausbildung", betont er.

Nimmt alles einen positiven Verlauf, sei die Errichtung einer medizinischen Hochschule in einem Zeitraum von rund zehn Jahren durchaus als realistisch anzusehen, erklärt Mateo.

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