Wolfenbüttel

Schüler entwarfen Erinnerungsort auf dem Hauptfriedhof


Hier soll ein Erinnerungsort entstehen. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Hier soll ein Erinnerungsort entstehen. Foto: Stadt Wolfenbüttel Foto: Stadt Wolfenbüttel

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20.06.2018

Wolfenbüttel. 75 Schüler haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel beschäftigt und im Rahmen eines Wettbewerbes insgesamt 33 ideenreiche Entwürfe eingereicht, wie dort zukünftig ein angemessener Erinnerungsort aussehen könnte.


Die Wettbewerbsaufgabe war, einen angemessenen Ort des Gedenkens an 217 Menschen, die von 1937 bis 1945 im Strafgefängnis Wolfenbüttel hingerichtet wurden, zu entwickeln. Für die Angehörigen dieser Opfer gibt es bisher keinen Erinnerungsort, weil die Leichname an das Anatomische Institut Göttingen abgegeben wurden. Ihr weiterer Verbleib ist unbekannt, da ein Bombentreffer während des Krieges die Unterlagen, die darüber Auskunft geben könnten, zerstört hat.

Jährlich lädt die Gedenkstätte anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Strafgefängnisses Überlebende und Familienangehörige zu einer Gedenkfeier ein. Während des Treffens 2017 baten Familienangehörige der nach Göttingen überführten Opfer darum, angesichts fehlender Gräber eine Erinnerungsstätte als Ort der Trauer und des Gedenkens einzurichten.

Diesen Wunsch griffen die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, die Stadt Wolfenbüttel und die Firma MAN Truck & Bus AG Salzgitter auf und schrieben im Dezember 2017 einen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse aus.

Konkret galt es, einen ausgewählten Platz auf dem Hauptfriedhof Wolfenbüttel zu einem Gedenkort umzugestalten. Berücksichtigt werden mussten die Raumverhältnisse, 217 Namenstafeln der Opfer, die von Auszubildenden der Firma MAN angefertigt werden sowie die Verwendung dauerhafter und zum Friedhof passender Materialien.

Gewinner des Wettbewerbes


Am 30. Mai 2018 tagte die Jury und kürte drei Favoriten sowie einen Sonderpreisträger. Aus Wolfenbüttel waren die Henriette-Breymann-Gesamtschule mit dem 10. Jahrgang und die Integrierte Gesamtschule Wallstraße mit dem 11. Jahrgang beteiligt. Aus Braunschweig nahmen das Gymnasium Neue Oberschule sowie das Gymnasium Kleine Burg mit den Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 11 und 12 am Wettbewerb teil.

Jurymitglieder waren: Rolf Behme (Fachberater Kunst bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde), Simona Häring (Gedenkstätte in der JVA), Alexandra Hupp (Stadt Wolfenbüttel), Eberhard Marquordt (Städtische Betriebe Wolfenbüttel), Markus Nier (MAN Truck & Bus AG Salzgitter) und Martina Staats (Gedenkstätte in der JVA).

Zur öffentlichen Preisverleihung am Dienstag, 26. Juni 2018, um 16.30 Uhr im Lessingtheater sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Alle eingereichten Beiträge werden im Lessingtheater präsentiert und können ab 15.30 Uhr besichtigt werden.


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