Schutzmaßnahmen gegen Wolfsrisse: Förderanträge gehen zurück

Der Wolf fasst in Niedersachsen und auch der Region zunehmend Fuß. Doch die Anträge auf Förderung für Weideschutzmaßnahmen sind rückläufig.

von


Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Region. Der Wolf ist auch in der Region längst wieder heimisch geworden und spaltet dabei die Gemüter. Während viele die Rückkehr des Waldbewohners begrüßen, stehen andere den Raubtieren skeptisch gegenüber, denn immer wieder kommt es auch zu Rissen von Nutztieren. Um diese zu schützen, fördert die Landesregierung die Errichtung von Weideschutzzäunen. Doch wie wird diese Förderung angenommen? Das wollte der Abgeordnete Dr. Marco Mohrmann (CDU) in einer kleinen Anfrage von der Landesregierung wissen.



Der Wolf ist ein äußerst scheuer Zeitgenosse – Begegnungen mit Waldbesuchern sind selten. Doch das Zusammenleben mit ihm läuft nicht immer konfliktfrei. Immer wieder machen auch in unserer Region Fälle von gerissenen Schafen und anderen Nutztieren Schlagzeilen. Verständlich, dass Weidetierhalter der Wiederansiedelung von Meister Isegrim skeptisch gegenüberstehen. Um sie zu unterstützen und Schäden durch den Wolf zu mindern, hat die Landesregierung verschiedene Maßnahmen ergriffen – so wird die Errichtung von Weideschutzzäunen finanziell gefördert und es gibt Kompensationszahlungen für gerissene Tiere. Allein in diesem Jahr werden dafür rund 19 Millionen Euro aufgewendet.

Anträge rückläufig


Auf die Schutzmaßnahmen bezog sich die Anfrage des Abgeordneten Dr. Marco Mohrmann. Konkret wollte er wissen, wie viele Förderanträge in den letzten fünf Jahren gestellt worden sind. Wie sich in der Antwort der Landesregierung zeigt, haben die Anträge in den vergangenen Jahren nach einem anfänglichen Anstieg stetig abgenommen. Im Jahr 2021 waren es noch 587 (196 davon von Hobbyhaltern) Anträge, im Jahr 2023 wurde mit 843 (davon 319 von Hobbyhaltern) der Höhepunkt erreicht. Seither geht die Anzahl der Anträge kontinuierlich zurück. In diesem Jahr lag die Anzahl der Förderanträge bisher bei 239, davon waren 105 von Hobbyhaltern.

Oft kein Schutz bei Angriffen vorhanden


Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass durchaus Informationsmaßnahmen über die Nutztierhalterverbände und die Landwirtschaftskammer ergriffen wurden – anhand mangelnder Information lässt sich der Rückgang der Anträge also nicht unbedingt erklären. Weiter heißt es, dass die Struktur der Tierhaltungen in Niedersachsen von der reinen Hobbyhaltung einzelner Tiere bis hin zu gewerbsmäßiger Haltung einer Vielzahl an Tieren reicht und als heterogen zu bezeichnen ist. Bei der Mehrzahl der erfolgten Wolfsübergriffe sei kein ausreichender Grundschutz vorhanden gewesen. Ob hierfür allerdings Informationsdefizite oder andere Gründe ursächlich sein könnten, könne nicht valide belegt werden. Man setze auch weiterhin auf flächendeckende Informationskampagnen.

Folgen für den Umgang mit Problemwölfen


Das Fehlen von Schutzmaßnahmen erschwert in der Folge die Reaktion auf Wolfsangriffe, denn sowohl für sogenannte Schnellabschüsse von Wölfen als auch für die Ausweitung sogenannter Interventionsgebiete, also Gebiete, in denen nach wiederholten Wolfsrissen die gezielte Bejagung eines gesamten Wolfsrudels oder Wolfspaares rechtlich zulässig ist, sind ausreichende Schutzmaßnahmen eine grundlegende Voraussetzung.